
Epipremnum sind immergrüne kletternde Aronstabgewächse mit Knoten und Luftwurzeln. Die Blätter können sich verändern, wenn ein gestützter Trieb heranreift. Junge Pflanzen werden häufig hängend oder rankend verkauft, wodurch die langfristige Kletterstruktur der Gattung weniger deutlich wird.
Dieser Ratgeber grenzt Epipremnum von der eigenständigen Gattung Pothos ab, vergleicht die wichtigsten kultivierten Artengruppen und erklärt, wie Hängekultur, Rückschnitt und eine vertikale Stütze bei derselben grundlegenden Rankenstruktur zu unterschiedlichen Ergebnissen führen.
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Epipremnum-Gattungsratgeber: Arten, Wuchs und Namensverwechslungen




Epipremnum auf einen Blick
Wichtige Fakten für den Vergleich von Epipremnum:
- Familie: Araceae
- Wuchsform: immergrüne kletternde Triebe mit Knoten und Luftwurzeln
- Junge Pflanzen im Handel: häufig hängend, rankend oder als durch Rückschnitt voller gehaltener Topf angeboten
- Entwicklung ausgewachsener Blätter: Art, Alter und ununterbrochener aufrechter Wuchs beeinflussen Größe und Form der Blätter
- Epipremnum aureum-Gruppe: wichtigste Quelle der Pflanzen, die üblicherweise Pothos genannt werden
- Epipremnum pinnatum-Gruppe: eignet sich besser für aufrechte Wuchsführung und stärker entwickelte ausgewachsene Blätter
- Echte Pothos: eine eigene botanische Gattung
- Fülle: mehrere aktive Wachstumspunkte ergeben einen dichteren Topf als eine einzelne lange Ranke
- Sicherheit: das Pflanzengewebe enthält reizende Calciumoxalatkristalle und ist bei Anknabbern nicht haustiersicher
Hängekultur, Rückschnitt und eine vertikale Stütze verändern die Wuchsführung der Ranke, nicht jedoch ihre grundlegende kletternde Wuchsform.
Epipremnum-Namen & botanisches Profil
Epipremnum ist eine akzeptierte Gattung innerhalb der Familie der Aronstabgewächse. Diese immergrünen Kletterpflanzen sind je nach Art in Teilen des tropischen und subtropischen Asiens bis in Pazifikregionen heimisch. Im Habitat klettern, ranken oder kriechen sie durch warme, feucht-tropische Umgebungen und nutzen dabei Knoten, Luftwurzeln und lange flexible Triebe.
Für Zimmerkultur und Auswahl sind zwei Artengruppen besonders wichtig: Epipremnum aureum und Epipremnum pinnatum. Epipremnum aureum steht hinter vielen bekannten goldenen, neonfarbenen, marmorierten und kompakt panaschierten Kulturformen. Epipremnum pinnatum ist besonders relevant für Pflanzen wie 'Cebu Blue' und panaschierte Formen, die aus dieser Art verkauft werden.
Beide sind kletternde Aronstabgewächse, aber sie passen zu unterschiedlichen Formen der Zimmerkultur. Epipremnum aureum lässt sich oft leichter als Hängepflanze, Regalpflanze oder zurückgeschnittener voller Topf führen. Epipremnum pinnatum passt besser, wenn ein Trieb nach oben geführt werden soll und adulte Blätter mit der Zeit einen klareren Entwicklungsweg bekommen.
Hinweis zu „Pothos“: Im Zimmerpflanzenhandel wird „Pothos“ oft für Epipremnum aureum und ähnlich wirkende Kulturtriebe genutzt. Botanisch ist Pothos eine eigene akzeptierte Gattung innerhalb der Aronstabgewächse, mit Arten wie Pothos barberianus. Diese Seite nutzt Epipremnum für Epipremnum-Pflanzen und erwähnt „Pothos“ nur dort, wo die Verwirrung durch Trivialnamen relevant ist.
Natürlicher Lebensraum & Bedeutung für drinnen
Wild wachsende Epipremnum sind kletternde Aronstabgewächse feuchttropischer Lebensräume. Sie nutzen Luftwurzeln, um sich an Bäumen, Felsen oder anderen Oberflächen festzuhalten, während die Triebe Halt und Licht suchen. Für die Kultur drinnen erklärt das, warum Wurzeln Luft brauchen, Triebe nicht in nasses Substrat eingegraben werden sollten und lange Ranken am besten gekürzt, bewurzelt zurück in den Topf gesetzt oder an einer Stütze geführt werden.
- Epipremnum aureum: heimisch auf Mo‘orea in den Gesellschaftsinseln; ein feuchttropischer Kletterer.
- Epipremnum pinnatum: weit verbreitet von tropischem und subtropischem Asien bis in pazifische Regionen; in tropischen Regenwäldern und Bergwäldern zu finden, kletternd oder kriechend auf Bäumen, Felsen und Steinwänden.
- Epipremnum amplissimum: heimisch von Neuguinea bis Vanuatu; in regionalen Habitatdaten aus sehr niedrigen, sumpfigen offenen Wäldern und Regenwaldstandorten verzeichnet.
- Epipremnum falcifolium: heimisch im nördlichen und zentralen Borneo; feuchttropischer Kletterer.
- Epipremnum giganteum: heimisch von Indochina bis Malaya; großer feuchttropischer Kletterer.
Nützliche Auswahlregel
Beginne mit dem Wuchsaufbau: hängend, im Regal, als zurückgeschnittener voller Topf oder an vertikaler Stütze. Das Blattmuster zählt, aber das langfristige Verhalten hängt von Art, Stängelreife, Stütze, Wurzeln, Licht und Rückschnitt ab.
Epipremnum: botanischer Kurzüberblick
- Gattung: Epipremnum Schott
- Familie: Araceae
- Wuchsform: immergrüne kletternde Aronstabgewächse mit Knoten und Luftwurzeln
- Natürliches Verbreitungsgebiet: je nach Art tropisches und subtropisches Asien bis in pazifische Regionen
- Wichtige Gruppen für die Zimmerkultur: Kulturformen von Epipremnum aureum und Auslesen von Epipremnum pinnatum
- Blüten: Blütenstände der Aronstabgewächse, wobei die Pflanzen im Zimmer gewöhnlich nicht wegen ihrer Blüten kultiviert werden
Verwechslungen bei Trivialnamen
Handelsnamen helfen bei der Auswahl. Gattung, Art und Triebwuchs sind jedoch verlässlicher, wenn eingeschätzt werden soll, wie sich eine Pflanze im Zimmer wahrscheinlich entwickelt.

Namensverwechslungen rund um Epipremnum
Im englischsprachigen Zimmerpflanzengebrauch bezeichnet Pothos meist Epipremnum aureum und dessen Kultivare. Botanisch sind Epipremnum und Pothos zwei getrennte akzeptierte Gattungen. Der Trivialname sollte deshalb die botanische Bezeichnung nicht ersetzen.
Epipremnum aureum
Diese Art ist im alltäglichen Pflanzenhandel meist gemeint, wenn von Pothos die Rede ist. Zu ihr gehören viele grüne, goldfarbene, neonfarbene, marmorierte und kompakt wachsende panaschierte Kultivare. Junge Triebe sind biegsam und lassen sich leicht hängend oder rankend präsentieren, obwohl die Art weiterhin eine Kletterpflanze ist.
Epipremnum pinnatum
Diese Art wird häufiger mit aufrechter Wuchsführung und einem deutlicheren Übergang zu ausgewachsenen Blättern verbunden. Kultivierte Formen wie 'Cebu Blue', panaschierte 'Marble'-Auslesen und 'Cintho Goldfinger' unterscheiden sich in Farbe und Muster, behalten jedoch dieselbe kletternde Struktur.
Echte Pothos
Pothos ist kein botanisches Synonym für Epipremnum. Eine Art wie Pothos barberianus gehört zu Pothos. Epipremnum aureum und Epipremnum pinnatum bleiben dagegen Epipremnum, auch wenn sie Pothos genannt werden.
Ähnliche kletternde Aronstabgewächse
Scindapsus, Philodendron, Rhaphidophora und Monstera sind ebenfalls eigenständige Gattungen. Ähnliche juvenile Ranken oder geteilte ausgewachsene Blätter machen sie nicht zu Epipremnum.

Wie Epipremnum wächst: Knoten, Luftwurzeln und adulte Blätter
Epipremnum-Pflege wird verständlicher, sobald die Stängelstruktur klar ist. Diese Pflanzen sind nicht wie rosettige Zimmerpflanzen aufgebaut. Sie wachsen entlang von Trieben, und jeder Knoten kann für Bewurzelung, Verzweigung, Rückschnitt und Vermehrung wichtig sein.
Knoten
Knoten sind Stellen am Stängel, an denen Blätter, Luftwurzeln und neue Triebe entstehen können. Deshalb braucht ein Steckling einen Knoten, um zu einer neuen Pflanze zu werden. Ein Blatt kann im Wasser eine Weile frisch bleiben, aber ohne Knoten hat es keinen Wachstumspunkt für einen vollständigen Trieb.
Internodien
Internodien sind die Stängelabschnitte zwischen den Knoten. Kurze Internodien lassen eine Pflanze dichter wirken. Lange Internodien erzeugen einen gestreckten, kahlen oder spärlichen Eindruck. Lichtmenge, Wuchsrichtung, Rückschnitt, Stütze und Pflanzenalter beeinflussen, wie kompakt oder offen die Triebe werden.
Luftwurzeln
Luftwurzeln helfen Trieben, an Rinde, Stäben, Brettern und anderen strukturierten Oberflächen Halt zu finden. Ein hängender Trieb kann gesund bleiben, aber ein Trieb mit stabilem Kontakt nach oben entwickelt sich meist anders als ein ungestützter.
Juvenile Blätter und adulter Wuchs
Die meisten Epipremnum-Zimmerpflanzen werden juvenil oder halb juvenil verkauft. Kompakte Kulturformen können drinnen juvenil wirken, weil dichter Wuchs Teil ihres Reizes ist. Einige Epipremnum, besonders Formen von Epipremnum pinnatum, können beim Klettern größere und stärker geteilte Blätter bilden, aber eine Stütze allein garantiert keine adulten Blätter.



Wuchsgruppen von Epipremnum vergleichen
Alle Epipremnum sind Kletterpflanzen, doch Arten und Kultivare unterscheiden sich in der Länge der Internodien, der juvenilen Blattform und dem Potenzial für ausgewachsene Blätter. Prüfe zuerst die Identität der Pflanze und entscheide dann, wie der Trieb geführt werden soll.
Nützliche Wuchsgruppen
- Flexible Formen von Epipremnum aureum: werden häufig hängend, rankend oder durch Rückschnitt als vollere Töpfe kultiviert, behalten jedoch ihre Fähigkeit zu klettern.
- Kompakte Kultivare von E. aureum: kürzere Internodien und kleinere Blätter erzeugen eine dichtere juvenile Erscheinung.
- Formen von Epipremnum pinnatum: eignen sich besser für vertikale Wuchsführung und die langfristige Entwicklung ausgewachsener Blätter.
- Größere oder weniger verbreitete Arten: sollten nach ausgewachsener Größe und Blattarchitektur verglichen werden, statt sie als austauschbare Pothos-Kultivare zu behandeln.
1. Zuerst nach Platz und Wuchsführung wählen
Die Blattfarbe ist nur ein Teil der Entscheidung. Entscheide zuerst, wie der kletternde Trieb drinnen geführt werden soll: hängend, im Regal, als vollerer zurückgeschnittener Topf oder nach oben an einer Stütze. Diese Wahl beeinflusst Rückschnitt, Topfgröße, Stütze und die langfristige Form.
- Hängende und von Regalen herabrankende Triebe brauchen Rückschnitt und bewurzelte Stecklinge, um mit der Zeit dicht zu bleiben.
- Kompakte Kulturformen brauchen trotzdem genug Licht und gesunde Wurzeln, um voll zu bleiben.
- Gestützte Triebe brauchen früh Kontakt zu Stab, Brett oder Rankhilfe, bevor sich reiferer Wuchs gut entwickeln kann.
2. Identität und gewünschte Wuchsform aufeinander abstimmen
Epipremnum aureum und seine Kultivare lassen sich flexibel hängend, rankend oder durch Rückschnitt formen. Kompakte Kultivare behalten eine geschlossenere juvenile Erscheinung, weil Blätter und Internodien kleiner bleiben. Formen von Epipremnum pinnatum sind der bessere Vergleich, wenn aufrechter Wuchs und eine deutlichere Entwicklung ausgewachsener Blätter das Ziel sind.
Eine Stütze führt nicht bei jedem Kultivar zur gleichen ausgewachsenen Blattform. Artidentität und Entwicklungsstadium bestimmen das Potenzial. Vertikaler Kontakt und ununterbrochenes Klettern lassen dieses Potenzial deutlicher hervortreten.
3. Realistische Erwartungen an ausgewachsene Blätter setzen
- Hängender Wuchs: zeigt die Ranke, bildet jedoch keine aufrechte Anheftung nach.
- Zurückgeschnittener Wuchs: erzeugt mehr aktive Triebspitzen und einen volleren Topf, setzt die Reifeentwicklung des Triebs jedoch wiederholt zurück.
- Gestützter Wuchs: gibt Luftwurzeln Kontakt und ermöglicht einem Haupttrieb, kontinuierlich nach oben zu wachsen.
- Ausgewachsene Blattform: hängt von Art, Reife und anhaltendem Wachstum ab, nicht allein von einer Stütze.
- Kompakte Kultivare: sollten nicht in der Erwartung gewählt werden, dass sie zuverlässig stark geteilte Blätter entwickeln.
Stütze und Rückschnitt
Dieselbe kletternde Wuchsform kann als hängende Ranke, Regalpflanze, durch Rückschnitt voller gehaltener Topf oder gestützte Kletterpflanze mit kontinuierlichem aufrechtem Wuchs präsentiert werden. Das sind unterschiedliche Formen der Wuchsführung, keine verschiedenen natürlichen Wuchsformen.
Hängend, rankend oder gestützt?
In einem Hängetopf fallen die Ranken nach unten. Auf einem Regal werden sie nach außen geführt. Ein Stab, eine Planke oder ein Brett bietet Luftwurzeln eine Kontaktfläche, während der Trieb weiter nach oben wächst. Ein Rückschnitt kürzt die Ranke und kann einen neuen Austrieb an einem Knoten anregen, der an der Pflanze verbleibt.
Eine Stütze auswählen
Kokosstäbe, Moosstäbe, Planken, Rindenbretter und andere strukturierte Stützen unterscheiden sich in Feuchtigkeit und Oberflächenkontakt. Ein glatter trockener Stab kann den Trieb aufrecht halten, bietet den Luftwurzeln aber nur wenig Möglichkeit zum Anhaften.
Was ein Rückschnitt verändert
- Ein Schnitt oberhalb eines Knotens kürzt die vorhandene Ranke.
- Ein an der Pflanze verbleibender Knoten kann aktiviert werden und einen neuen Trieb bilden.
- Wiederholter Rückschnitt erhält eine kompakte Form, setzt die Entwicklung des Haupttriebs in Richtung ausgewachsener Wuchsform jedoch immer wieder zurück.
- Bleibt ein gesunder Trieb ohne wiederholten Rückschnitt zum Klettern stehen, kann sich die ausgewachsene Wuchsform ungehinderter entwickeln.
Ausführliche Anleitungen zum Schneiden und Bewurzeln gehören in den Vermehrungsratgeber und nicht in diesen Gattungsüberblick.



