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Artikel: Substrat für Aronstabgewächse: So wählst du eine passende Mischung und passt sie an

Substrat für Aronstabgewächse: So wählst du eine passende Mischung und passt sie an

Bei Aronstabgewächsen denkt man oft zuerst an sehr grob strukturierte Substratmischungen. Grobe Bestandteile können für eine stabile Struktur sorgen. Entscheidend ist jedoch die gesamte Mischung, denn sie bestimmt, wie sich Wasser und Luft rund um die Wurzeln bewegen.

Ein geeignetes Substrat muss die Pflanze mit Wasser versorgen, nach dem Gießen Sauerstoff an die Wurzeln gelangen lassen und seine Struktur behalten, während die Pflanze wächst. Ebenso wichtig sind der Topf, wie stark er durchwurzelt ist, deine Gießweise und die Bedingungen am Standort.

Mit mehr Wurzeln und Blättern verändert sich häufig auch der Wasserverbrauch einer Pflanze. Topfmaterial und Gießmethode beeinflussen ebenfalls, was zwischen zwei Wassergaben im Topf passiert.

Aronstabgewächse unterscheiden sich stark in Wuchsform und Lebensraum. Monstera, Philodendron, Anthurium, Alocasia und andere Vertreter der Familie können klettern, kriechen, aus unterirdischen Speicherorganen wachsen oder ganz unterschiedliche Standorte besiedeln. Diese Eigenschaften helfen dir zum Beispiel dabei, eine passende Topfform zu wählen, den Trieb sinnvoll zu positionieren und eine geeignete Rankhilfe einzuplanen. Das Substrat muss trotzdem zu den Wurzeln, zum Topf und zu den Bedingungen passen, unter denen die Pflanze bei dir wächst.

Schau dir zuerst die Pflanze selbst an: ihre Wurzeln, das Substrat um die Wurzeln, den Topf und das, was beim Gießen passiert.

Hände halten eine wurzelnackte Zimmerpflanze über einem durchsichtigen Kunststoff-Kulturtopf und einer Schale mit Substrat.
Freiliegende Wurzeln zeigen vor dem Umtopfen, wie viel Platz das Wurzelsystem bereits einnimmt und wie viel Substrat die Wurzeln noch umgibt.

Was die Wurzeln im Topf brauchen

Wurzeln zuverlässig mit Wasser versorgen

Ein gutes Substrat muss genug Wasser speichern, damit die Pflanze zwischen den Wassergaben versorgt bleibt. Gleichzeitig muss dieses Wasser für die Wurzeln verfügbar bleiben, während die Pflanze es verbraucht.

Eine sehr grobe Mischung kann überschüssiges Wasser schnell abgeben und nur begrenzt Wasser speichern. Beim Trocknen kann sich Wasser aus feuchteren Bereichen des Topfes außerdem schlechter zu den Wurzeln bewegen. Dann kann noch Feuchtigkeit im Topf vorhanden sein, ohne dass sie die Wurzeln gut erreicht.

Die Körnung beeinflusst, wie viel Wasser ein Material speichert und wie leicht sich Wasser darin bewegt.

Die Mischung muss sich außerdem gleichmäßig befeuchten lassen.

Manche organischen Substrate lassen sich nach starkem Austrocknen nur schwer wieder gleichmäßig befeuchten. Wasser kann an Spalten am Topfrand entlanglaufen oder bereits entstandenen Kanälen folgen, während Teile des Wurzelballens trocken bleiben. Selbst wenn bereits Wasser aus den Abzugslöchern läuft, können rund um die Wurzeln noch trockene Stellen vorhanden sein.

Läuft Wasser sehr schnell ab, fließt es möglicherweise auf direktem Weg durch den Topf. Prüfe deshalb auch die Mitte des Wurzelballens, damit du weißt, ob das Wasser die Wurzeln tatsächlich erreicht hat.

Nach dem Gießen Luft an die Wurzeln lassen

Wurzeln brauchen Sauerstoff, um normal zu funktionieren. Direkt nach dem Gießen sind manche Poren im Substrat mit Wasser und andere mit Luft gefüllt. Wenn die Wurzeln Wasser aufnehmen und das Substrat trockener wird, füllen sich wieder mehr dieser Hohlräume mit Luft.

Große Partikel können größere Zwischenräume schaffen. Feines Material kann sich dazwischen absetzen, wachsende Wurzeln nehmen ebenfalls Raum ein und Wasser füllt nach dem Gießen vorübergehend Luftporen. Damit Sauerstoff den gesamten Wurzelballen erreicht, braucht auch das feuchte Substrat zusammenhängende luftgefüllte Poren.

Für die Pflege zu Hause sind praktische Beobachtungen am hilfreichsten. Bei gleichbleibenden Bedingungen sollte sich der Wurzelballen in einem passenden Substrat gleichmäßig befeuchten lassen und ähnlich schnell wieder abtrocknen.

Die Struktur im Topf erhalten

Substrat verändert sich, während eine Pflanze darin wächst.

Feine Partikel können sich verlagern und absetzen. Organische Bestandteile bauen sich langsam ab. Wurzeln breiten sich in den verfügbaren Hohlräumen aus. Manche Substrate ziehen sich beim Trocknen zusammen, und wiederholtes Gießen verändert, wie die einzelnen Bestandteile im Topf liegen.

Solche Veränderungen sind bei Pflanzen im Topf normal.

Wichtig werden diese Veränderungen, wenn Wasser plötzlich anders durch den Topf läuft. Der Wurzelballen lässt sich möglicherweise nicht mehr gleichmäßig befeuchten, bleibt unter vergleichbaren Bedingungen deutlich länger feucht oder sackt so weit zusammen, dass Wasser neue Wege durch das Substrat nimmt.

An diesen Veränderungen kannst du erkennen, wann frisches Substrat sinnvoll ist. Lässt sich die Mischung weiterhin gleichmäßig befeuchten, versorgt sie die Wurzeln ausreichend mit Wasser und lässt genug Luft an die Wurzeln, kann sie im Topf bleiben.

Nahaufnahme von hellgrünen und weißen Wurzeln in dunklem Substrat mit weißen Perlitpartikeln.
Feine und grobe Partikel liegen rund um dieselben Wurzeln. Ihre Größe und Anordnung beeinflussen, wie sich Wasser und Luft durch den Topf bewegen.

Beginne bei Pflanze, Wurzeln und Topf

Wurzeln und vorhandenes Substrat beurteilen

Wie stark der Topf durchwurzelt ist, hat großen Einfluss auf den Wasserverbrauch.

Sitzt ein kleines Wurzelsystem in einem großen Topf, wird das gespeicherte Wasser möglicherweise nur langsam verbraucht und das Substrat bleibt länger feucht. Breiten sich die Wurzeln weiter aus und bildet die Pflanze mehr Blätter, steigt der Wasserverbrauch häufig.

Gibt es einen konkreten Anlass, die Wurzeln zu kontrollieren, sieh dir das gesamte Wurzelsystem an. Gesunde Wurzeln können je nach Art und Kulturweise unterschiedlich gefärbt sein, daher sagt die Farbe allein wenig aus. Feste, lebende Wurzeln und intakte Wurzelspitzen sind gute Anzeichen. Weiche, in sich zusammengefallene oder großflächig geschädigte Wurzeln solltest du genauer untersuchen.

Sieh dir auch das vorhandene Substrat rund um die Wurzeln an.

Viele in Gärtnereien kultivierte Aronstabgewächse stehen beim Kauf in feinen Substraten auf Torf- oder Kokosbasis. Gesunde Pflanzen können darin gut wachsen, wenn Topfgröße, Gießweise und Nährstoffversorgung auf das Wurzelsystem abgestimmt sind.

Nach dem Umtopfen können sich der ursprüngliche Wurzelballen und das frische Substrat darum herum unterschiedlich schnell befeuchten und wieder abtrocknen. Achte besonders darauf, wenn sich altes und neues Material in ihrer Beschaffenheit deutlich unterscheiden.

Nahaufnahme eines dichten, verfilzten Wurzelballens mit einer hellen neuen Wurzel, die in grobes Substrat wächst.
Ein dicht durchwurzelter Ballen zeigt dir, wie viel Platz die Wurzeln bereits einnehmen und wie viel Raum ihnen im Topf noch bleibt, bevor du den nächsten Topf auswählst.

Berücksichtige, wie die Pflanze im Topf wächst

Achte auf die Wuchsform, wenn sie beeinflusst, wie die Pflanze im Topf sitzt oder wie viel Wasser sie verbraucht.

Kriechende Philodendron und ähnliche Pflanzen bilden Triebe, die waagerecht weiterwachsen. Gib dem Trieb an der Substratoberfläche genug Platz zum Weiterwachsen.

Kletternde Monstera, Epipremnum und viele Philodendron profitieren häufig von einer passenden Rankhilfe über dem Substrat. Ihre Wurzeln im Topf brauchen unabhängig davon eine Mischung, die zu den dortigen Bedingungen passt.

Braune Luftwurzeln liegen um eine mit Seil umwickelte Rankhilfe neben grünen Blättern.
Eine Rankhilfe bietet Luftwurzeln eine Oberfläche zum Anhaften. Die Wurzeln im Topf wachsen weiterhin im Substrat.

Einige Aronstabgewächse besitzen unterirdische Speicherorgane und durchlaufen Phasen mit schnellerem und langsamerem Wachstum. Wenn das Wachstum nachlässt oder die Blattfläche kleiner wird, kann der Wasserverbrauch deutlich sinken. Derselbe Topf bleibt dann länger feucht, obwohl sich am Substrat selbst kaum etwas verändert hat.

Eine Hand hält drei kleine dunkle runde Knollen mit hellen Wurzeln neben einem moosbedeckten Wurzelballen und einem großen grünen Blatt.
Dieses Aronstabgewächs besitzt kräftige unterirdische Speicherorgane. Bei Pflanzen mit ausgeprägten Wachstumsphasen kann der Wasserverbrauch sinken, wenn das Wachstum langsamer wird.

Auch innerhalb der Aronstabgewächse unterscheidet sich der Wasserverbrauch stark. In einer kontrollierten Studie wuchs Alocasia ‘Bambino’ kräftig, wenn der Wurzelbereich gleichmäßig feucht gehalten wurde.1 Richte die Gießhäufigkeit nach der Pflanze und danach, wie schnell ihr Wurzelbereich abtrocknet.

Topf und Bewässerungsart berücksichtigen

Größe und Form des Topfes beeinflussen, wie Wasser im Substrat gespeichert und verteilt wird.

Auch die Topftiefe beeinflusst, wo im Substrat Wasser gespeichert wird. Der verfügbare Wurzelraum wirkt sich ebenfalls auf das Wachstum aus.2 Wähle einen Topf, der den vorhandenen Wurzeln Platz für weiteres Wachstum gibt und bei dem die Substratmenge rund um die Wurzeln zum Wasserverbrauch der Pflanze passt.

Auch das Material des Topfes beeinflusst, wie schnell er abtrocknet. Bei einem unglasierten Terrakottatopf kann Wasser durch die Topfwand verdunsten. Kunststoff und glasierte Töpfe verhindern diese Verdunstung weitgehend. Dadurch trocknet der Topf je nach Material unterschiedlich schnell ab.

Auch die Art des Gießens beeinflusst, wie sich Wasser im Substrat bewegt. Je nachdem, ob du von oben, von unten oder über ein Wasserreservoir gießt, gelangt das Wasser auf unterschiedliche Weise in den Wurzelbereich. Beobachte bei einem Selbstbewässerungstopf, wie lange die Mischung feucht bleibt, solange Wasser aus dem Reservoir verfügbar ist, und passe die Pflege daran an.

In einem gewöhnlichen Topf braucht überschüssiges Gießwasser einen freien Weg nach draußen. Dafür sind Abzugslöcher da. Eine grobe Schicht am Topfboden erfüllt eine andere Funktion.

Beobachte, was im Wurzelbereich passiert

Beim Gießen kannst du gut erkennen, was rund um die Wurzeln passiert.

Achte darauf, was beim Gießen passiert

Beobachte beim Gießen, ob:

  • das Wasser gleichmäßig über die Oberfläche einsickert und den Wurzelballen durchfeuchtet;
  • sich Wasser zunächst auf der Oberfläche sammelt und dann nur an einer Stelle verschwindet;
  • Wasser durch einen Spalt zwischen Substrat und Topfwand läuft;
  • Teile des Wurzelballens nach dem Gießen trocken bleiben;
  • das Wasser die Abzugslöcher sehr schnell erreicht.

Läuft Wasser fast sofort unten heraus, prüfe die Mitte des Topfes. Sehr trockenes organisches Substrat kann sich von der Topfwand lösen oder Wasser zunächst schlecht aufnehmen. Dadurch kann das Wasser an Teilen des Wurzelballens vorbeilaufen.

Kontrolliere nach dem Umtopfen sowohl den ursprünglichen Wurzelballen als auch das frische Substrat darum herum. Außen kann die Mischung bereits trocken genug für die nächste Wassergabe wirken, während der ursprüngliche Wurzelballen in der Mitte noch feucht ist. Umgekehrt kann die Mitte relativ trocken bleiben, obwohl Wasser leicht durch das frische Material gelaufen ist.

Mehr zu Gießtechnik, zum gleichmäßigen Befeuchten eines trockenen Wurzelballens und zur Wasserqualität findest du in unserem Ratgeber zum Gießen von Zimmerpflanzen.

Beobachte den Topf zwischen den Wassergaben

Wenn der Wurzelballen einmal gleichmäßig durchfeuchtet ist, beobachte, wie schnell er normalerweise wieder abtrocknet.

Am Gewicht des Topfes kannst du grob abschätzen, wie viel Wasser noch vorhanden ist. Merke dir, wie sich derselbe Topf direkt nach dem Gießen, nach teilweisem Abtrocknen und kurz vor der nächsten Wassergabe anfühlt.

Prüfe auch unterhalb der Oberfläche. Die obere Schicht kann bereits trocken sein, während die Mitte noch viel Feuchtigkeit enthält.

Trocknet derselbe Topf plötzlich schneller oder langsamer ab, hat sich häufig auch an anderer Stelle etwas geändert.

Bleibt ein Topf plötzlich deutlich länger schwer, verbraucht die Pflanze möglicherweise weniger Wasser, weil sie weniger Licht bekommt, sich die Temperatur verändert hat, das Wachstum langsamer geworden ist oder sie Blätter verloren hat. Das Substrat selbst kann sich dabei kaum verändert haben.

Mit zunehmendem Wachstum kann derselbe Topf auch schneller abtrocknen. Mehr Blattfläche und ein dichteres Wurzelsystem können den Wasserverbrauch deutlich erhöhen.

Die Anzeige eines Feuchtigkeitsmessers hängt vom Substrat und davon ab, wo die Sonde steckt.3 Nutze den Messwert deshalb nur als einen Hinweis neben Topfgewicht, deinen bisherigen Wassergaben und den Beobachtungen am Wurzelballen.

Kläre, was sich ändern muss

Eine Veränderung an der Pflanze kann mehrere Ursachen haben. Prüfe deshalb Pflanze und Topf als Ganzes, bevor du entscheidest, was angepasst werden sollte.

Was Veränderungen im Topf bedeuten können
Was du beobachtest Was im Wurzelbereich dahinterstecken könnte Was du zusätzlich prüfen solltest
Wasser läuft schnell an den Seiten hinunter Geschrumpftes Substrat, trockene wasserabweisende Stellen oder Kanäle, durch die Wasser schnell abläuft Prüfen, ob die Mitte gleichmäßig feucht geworden ist
Teile des Wurzelballens bleiben trocken Ungleichmäßige Befeuchtung oder stark unterschiedliche Substratbereiche Langsamer gießen und mehrere Stellen kontrollieren
Der Topf bleibt viel länger feucht als sonst Geringerer Wasserverbrauch der Pflanze, ein großer Topf für das aktuelle Wurzelsystem, veränderte Substratstruktur oder geschädigte Wurzeln Licht, Temperatur, Blattverlust, Wachstum und Gießhäufigkeit
Der Topf trocknet deutlich schneller als früher Größeres Wurzelsystem, höherer Wasserbedarf, ein Substrat mit geringer Wasserspeicherung oder ungleichmäßige Befeuchtung Pflanzengröße, Temperatur, Licht, Topfmaterial und tatsächliche Durchfeuchtung
Das Substrat ist deutlich abgesackt Absacken, Abbau organischer Bestandteile oder Schrumpfung Prüfen, ob sich auch die Trocknungsdauer verändert hat
Trauermücken sind vorhanden Feuchtes organisches Material bietet den Larven geeignete Bedingungen Die Wurzeln separat beurteilen
Blätter werden gelb Wurzelstress ist eine mögliche Ursache Licht, bisheriges Gießen, Nährstoffversorgung, Schädlinge, Temperatur und normale Blattalterung
Wurzeln sind sichtbar geschädigt Zu wenig Sauerstoff, mechanische Schäden oder Krankheiten können die Wurzeln schädigen Wurzeln und umgebendes Substrat prüfen, bevor du eine Behandlung auswählst
Der Wurzelbereich riecht ungewöhnlich Sich zersetzendes organisches Material oder geschädigte Wurzeln können die Ursache sein Wurzeln und Substrat genauer untersuchen

Wurzeln können Schaden nehmen, wenn sie zu wenig Sauerstoff bekommen. Auch Pilze und andere Krankheitserreger können Wurzeln schädigen, wobei die sichtbaren Symptome ähnlich aussehen können. Pilzbedingte Wurzel- und Blattstielfäule ist bei Spathiphyllum dokumentiert.9 Beurteile die Ursache anhand der Wurzeln, des Substrats, der Wachstumsbedingungen und möglicher Anzeichen von faulendem oder absterbendem Gewebe.

Eine ausführliche Anleitung zur Diagnose und Behandlung findest du in unserem Ratgeber zu Wurzelfäule.

Ausgetopfte belaubte Zimmerpflanze mit freiliegenden braunen Wurzeln auf einer weißen Fläche neben einer kleinen schwarzen Pflanzschaufel.
Freiliegende Wurzeln können bei einer geschwächten Pflanze wichtige Hinweise für die Diagnose geben. Beurteile den Zustand der Wurzeln immer zusammen mit dem umgebenden Substrat.

Wasser läuft an Teilen des Wurzelballens vorbei

Wenn Wasser an Teilen des Substrats vorbeiläuft, gieße langsam über die gesamte Oberfläche und gib einer sehr trockenen Mischung Zeit, die erste Wassermenge aufzunehmen. Hat sich das Substrat von der Topfwand gelöst, gieße gezielt zur Mitte hin, damit das Wasser den Wurzelballen erreicht. Bleiben trockene Stellen bestehen oder läuft das Wasser immer wieder durch dieselben Kanäle, kann ein Substratwechsel sinnvoll sein.

Der Wurzelbereich trocknet zu schnell ab

Wenn du sehr häufig gießen musst, kann das verschiedene Ursachen haben.

Eine große, aktiv wachsende Pflanze mit vielen Wurzeln im gesamten Topf kann Wasser schnell verbrauchen. Auch Wärme, viel Licht und ein unglasierter Terrakottatopf können die Abstände zwischen den Wassergaben verkürzen.

Prüfe diese Faktoren zuerst.

Versorgt das Substrat die Pflanze unter diesen Bedingungen nicht mit genügend Wasser, wähle eine Mischung, die zwischen den Wassergaben genug Wasser für die Wurzeln verfügbar hält und trotzdem Luft an die Wurzeln lässt.

Der Wurzelbereich bleibt deutlich länger feucht als erwartet

Prüfe zuerst, wie viel Wasser die Pflanze aktuell verbraucht.

Weniger Licht, niedrigere Temperaturen, weniger Blattfläche und langsameres Wachstum können die Zeit zwischen zwei Wassergaben deutlich verlängern. Behältst du den bisherigen Gießrhythmus unverändert bei, bleibt das Substrat entsprechend länger feucht.

Auch die Topfgröße spielt eine Rolle. Sitzt ein kleines Wurzelsystem in einem großen Topf mit viel Substrat, wird das gespeicherte Wasser möglicherweise nur langsam verbraucht.

Hast du Licht, Temperatur, aktuelles Wachstum und die Durchwurzelung des Topfes geprüft, sieh dir anschließend das Substrat selbst an. Die Mischung kann sich gesetzt haben, in feinere Partikel zerfallen sein oder sich so weit verändert haben, dass sie Wasser anders speichert.

Trägt das Substrat zum Problem bei, wähle Topf und Mischung passend zu den vorhandenen Wurzeln und zum Wasserverbrauch der Pflanze.

Der Topf lässt sich nur noch schwer gleichmäßig gießen

Umtopfen kann helfen, wenn die Wurzeln den Topf ausfüllen, sich das Substrat nicht mehr gleichmäßig befeuchten lässt oder die Pflanze nicht mehr genügend Platz für weiteres Wachstum hat.

Die Wurzeln können fast den gesamten verfügbaren Raum einnehmen. Das Substrat kann sich so stark gesetzt haben, dass gleichmäßiges Gießen schwierig wird. Bei einer kriechenden Pflanze kann der Trieb außerdem den Topfrand erreicht haben und keinen Platz mehr zum Weiterwachsen finden.

Entscheide anhand der Wurzeln, des Topfes und der Trocknungsdauer, ob Umtopfen sinnvoll ist.

Wurzeln an einem Abzugsloch zeigen, dass das Wurzelsystem bis dorthin gewachsen ist. Prüfe, wie viel des Topfes tatsächlich durchwurzelt ist, wie problemlos sich der Ballen noch gleichmäßig durchfeuchten lässt und ob die Pflanze genug Platz für weiteres Wachstum hat.

Ersetze älteres Substrat, wenn seine Struktur stark nachgelassen hat, es sich nur noch schwer gleichmäßig befeuchten lässt oder das Gießen zunehmend schwierig wird.

Substrat passend zu Pflanze und Topf wählen

Wenn du weißt, was sich ändern soll, wird die Auswahl der Bestandteile deutlich einfacher.

Du kannst ein passendes Fertigsubstrat verwenden oder selbst mischen. Beurteile die fertige Mischung in beiden Fällen danach, wie gleichmäßig sie sich befeuchten lässt, wie viel Wasser sie speichert und ob nach dem Gießen genügend Luft zwischen den Partikeln bleibt.

Draufsicht auf Papiertüten und Schalen mit Rinde, dunklem Substrat, weißen Perlitpartikeln und runden Blähtonkugeln.
Rinde, feines organisches Material und mineralische Bestandteile liegen hier nebeneinander. Ihre Körnung beeinflusst, wie viel Wasser die fertige Mischung speichert und wie viel Raum zwischen den Partikeln bleibt.
Wie gängige Substratbestandteile die Mischung beeinflussen
Material Was es zur Mischung beitragen kann Was sich je nach Produkt unterscheidet
Torf und Kokosfaser Speichern Wasser und verteilen es in der Mischung Körnung, Verarbeitung, Salzgehalt, Verdichtung und wie leicht sich das Material nach dem Austrocknen wieder befeuchten lässt
Rinde Bringt größere strukturgebende Partikel ein und kann helfen, die Struktur der Mischung zu erhalten Körnung, Anteil feiner Bestandteile, Verarbeitung und Alterung
Perlit und Bims Verändern die Zwischenräume in der Mischung, ihr Gewicht und ihre Wasserspeicherung Körnung, Sortierung und verwendete Menge
Kompost und Wurmkompost Bringen organisches Material und Nährstoffe ein Reifegrad, Nährstoffgehalt, Salzgehalt und Struktur

Einen ausführlichen Überblick über Substratmaterialien für Topfkulturen und ihre Eigenschaften findest du in unserem allgemeinen Ratgeber zu Zimmerpflanzen-Substraten.

Fertigsubstrat oder eigene Mischung?

Ein gutes Fertigsubstrat für Zimmerpflanzen kann sich auch für ein Aronstabgewächs gut eignen.

Handelsübliche Substrate unterscheiden sich in ihren physikalischen und chemischen Eigenschaften.4 Auf dem Etikett findest du die enthaltenen Bestandteile. Entscheidend ist anschließend, wie sich die Mischung in deinem Topf verhält. Ein geeignetes Produkt sollte sich gleichmäßig befeuchten lassen, genügend Wasser speichern, die Wurzeln damit versorgen und seine Struktur im Topf behalten.

Wenn sich die Mischung gleichmäßig befeuchten lässt, genug Wasser speichert und ihre Struktur behält, kannst du sie unverändert verwenden.

Für eine einfache eigene Mischung kannst du mit einem geeigneten Substrat auf Torf- oder Kokosbasis beginnen. Ergänze Rinde, Perlit oder Bims, wenn du gezielt verändern möchtest, wie viel Wasser die Mischung speichert, wie gleichmäßig sie sich wieder befeuchten lässt oder wie stabil ihre Struktur bleibt. Verwende nur Bestandteile, die in diesem Topf einen klaren Zweck erfüllen.

Wähle jeden Bestandteil nach der Eigenschaft aus, die du in der fertigen Mischung verändern möchtest.

Schwarz behandschuhte Hände mischen dunkles Substrat und weißes Mineralgranulat in einer durchsichtigen Kunststoffbox neben Schalen mit Rinde und Blähtonkugeln.
Rinde und mineralische Bestandteile können einem Substrat auf Torf- oder Kokosbasis zugesetzt werden. So lässt sich beeinflussen, wie viel Wasser die Mischung speichert und wie locker sie bleibt.

Substrate auf Torf- und Kokosbasis

Torf und Kokosfaser werden häufig als feinere, wasserspeichernde Bestandteile von Topfsubstraten verwendet. Sie helfen, Wasser zu speichern und im Wurzelballen zu verteilen.

Kokossubstrate unterscheiden sich je nach Produkt in Körnung, Salz- und Nährstoffgehalt.5 Auch die Verarbeitung beeinflusst die Eigenschaften des fertigen Materials.

Wähle Kokosfaser in Gartenbauqualität von einem verlässlichen Anbieter, besonders wenn sie einen großen Teil der Mischung ausmachen soll. Angaben dazu, ob das Material gewaschen und gepuffert wurde, helfen dir einzuschätzen, wie es aufbereitet wurde. Beim Puffern wird das Mineralstoffgleichgewicht der Kokosfaser verbessert.

In Studien wuchsen Spathiphyllum und Anthurium gesund in Substraten auf Kokosbasis, wenn Bewässerung und Nährstoffversorgung an diese Bedingungen angepasst wurden.6, 7 Kokosfaser kann daher einen großen Anteil eines herkömmlichen Topfsubstrats ausmachen, sofern Materialqualität und Pflege zur Pflanze passen.

Auch Torf unterscheidet sich je nach Qualität, Zersetzungsgrad, Verdichtung und beigemischten Materialien. Beurteile ein Substrat auf Torfbasis danach, wie gleichmäßig es sich befeuchten lässt, wie lange es die Pflanze mit Wasser versorgt und ob es seine Struktur im Topf behält.

Rinde

Rinde bringt größere, strukturgebende Partikel in ein Substrat.

Feine Rindenstücke beeinflussen, wie viel Wasser die Mischung speichert und wie viel Raum zwischen den Partikeln bleibt. Größere Stücke können dazu beitragen, dass das Substrat weniger stark zusammensackt.

Wähle Rinde in Gartenbauqualität mit einer zum Topf passenden Körnung. Gerade in kleinen Töpfen muss zwischen den Partikeln noch genügend Kontakt bestehen, damit sich Wasser gleichmäßig im Wurzelballen verteilen kann.

Frisches Holzmaterial kann die Stickstoffverfügbarkeit beeinflussen, während Mikroorganismen es abbauen. Rinde in Gartenbauqualität wird für die Topfkultur sortiert und aufbereitet. Dadurch sind ihre Eigenschaften in Substratmischungen besser vorhersehbar.

Rinde ist dann sinnvoll, wenn sie dazu beiträgt, dass größere Zwischenräume in der Mischung erhalten bleiben und sich Wasser trotzdem gleichmäßig im Wurzelballen verteilen kann.

Perlit und Bims

Perlit und Bims können das Gewicht einer Mischung, die Zwischenräume zwischen den Partikeln und die Wasserbewegung im Substrat verändern.

Die Körnung beeinflusst, wie viel Wasser diese Materialien speichern und wie groß die Zwischenräume sind, die dadurch in der Mischung entstehen.

Perlit ist sehr leicht und kann das Gesamtgewicht eines Substrats senken. Bims bringt mehr Gewicht mit und kann dadurch helfen, einen Topf standfester zu machen.

Das Ergebnis hängt von der Körnung, der verwendeten Menge und allen übrigen Bestandteilen der Mischung ab.

Kompost und Wurmkompost nach Bedarf

Reifer Kompost und Wurmkompost können organisches Material und Nährstoffe einbringen.

Ihre Zusammensetzung schwankt erheblich. Manche Produkte enthalten so viele Nährstoffe oder gelöste Salze, dass du die weitere Düngung daran anpassen musst.

Kompost enthält außerdem lebende Mikroorganismen. Ihre Wirkung hängt vom jeweiligen Kompost, der Pflanze und den anderen Organismen im Substrat ab. Wähle Kompost deshalb nach seinen bekannten physikalischen Eigenschaften und seinem Nährstoffgehalt.

Bei Aronstabgewächsen, die als Zimmerpflanzen gehalten werden, sind Kompost und Wurmkompost optional. Wenn du einen dieser Bestandteile verwendest, nimm ein reifes Produkt in Gartenbauqualität und berücksichtige die bereits enthaltenen Nährstoffe bei der Düngung.

Werden Blätter gelb oder verlangsamt sich das Wachstum, kläre zuerst die Ursache, bevor du weitere nährstoffreiche Bestandteile zugibst.

Ziel ist eine Mischung, die sich gleichmäßig befeuchten lässt, die Pflanze mit genügend Wasser versorgt, nach dem Gießen Luft an die Wurzeln lässt und ihre Struktur bei normaler Pflege behält.

Substrate und Erden ansehen

Vermeide beim Umgang mit trockenen Materialien größere Staubwolken. Sehr staubige Bestandteile lassen sich leichter verarbeiten, wenn du sie vor dem Mischen leicht anfeuchtest.

Schonend umtopfen und das Substrat wechseln

Beim Umtopfen verändert sich das Zusammenspiel von Wurzeln, Substrat und Topf. Dabei können außerdem altes und neues Material direkt nebeneinander liegen und Wasser unterschiedlich schnell aufnehmen und wieder abgeben.

Schone gesunde Wurzeln und greife beim Umtopfen nur so weit in den Wurzelballen und das Substrat ein, wie es die Situation erfordert.

Wann Umtopfen wirklich sinnvoll ist

Umtopfen ist sinnvoll, wenn es dafür einen klaren Grund gibt, zum Beispiel:

  • die Wurzeln brauchen mehr Platz für weiteres Wachstum;
  • der aktuelle Topf passt nicht mehr zur Wuchsform der Pflanze;
  • das Substrat hat sich so verändert, dass gleichmäßiges Gießen schwierig geworden ist;
  • der Wurzelballen lässt sich wiederholt nicht vollständig und gleichmäßig befeuchten;
  • ein Wurzel- oder Krankheitsproblem erfordert eine genauere Kontrolle und das Entfernen geschädigten Materials.

Eine gesunde Pflanze, die gut wächst und bei der das Gießen keine Probleme bereitet, kann in ihrem vorhandenen Substrat bleiben.

Den nächsten Topf auswählen

Wähle den neuen Topf aus, bevor du den Wurzelballen aus dem bisherigen Topf nimmst.

Gib den Wurzeln genug Platz für weiteres Wachstum und wähle die Topfgröße so, dass die Menge an frischem Substrat zum vorhandenen Wurzelsystem passt.

Wenn die Wurzeln den bisherigen Topf dicht ausfüllen und mehr Platz brauchen, wähle einen neuen Topf, der rund um den Wurzelballen etwas Raum für frisches Substrat bietet.

Die Topftiefe beeinflusst, wo im Substrat Wasser gespeichert wird. Kriechende Pflanzen brauchen zusätzlich genügend waagerechten Platz, damit der Trieb weiterwachsen kann.

Eine Hand hält eine belaubte Pflanze mit einem dichten, frei herabhängenden Wurzelsystem.
Ein dichtes, freiliegendes Wurzelsystem zeigt, wie viel Raum die Wurzeln bereits beanspruchen, bevor du den nächsten Topf auswählst.

Wie viel altes Substrat solltest du entfernen?

Lass gesunde Wurzeln und fest anhaftendes Substrat beim normalen Umtopfen weitgehend ungestört.

Entferne loses Material vorsichtig dort, wo es sich leicht löst. Sind die äußeren Wurzeln sehr dicht ineinandergewachsen, lockere sie bei Bedarf behutsam und schone gesundes Wurzelgewebe.

Mehr altes Substrat muss unter Umständen entfernt werden, wenn das Material rund um die Wurzeln selbst das Problem verursacht. Stark zersetztes Substrat, Bereiche, die nach dem Gießen wiederholt trocken bleiben, und geschädigte Wurzeln, die genauer kontrolliert werden müssen, sind gute Gründe dafür.

Ein Teil des ursprünglichen Wurzelballens kann Wasser anders aufnehmen und abgeben als das frische Substrat außen herum. Kontrolliere deshalb bei den ersten Wassergaben beide Bereiche. Die äußere Mischung kann bereits trocken genug für die nächste Wassergabe wirken, während die Mitte noch feucht ist. Ebenso kann die Mitte relativ trocken bleiben, obwohl Wasser leicht durch das frische Substrat gelaufen ist.

Brauchst du eine Drainageschicht?

Eine separate Schicht aus Kies, Blähton oder anderem groben Material am Boden eines normalen Zimmerpflanzentopfs ist optional.

Grobe Schichten am Topfboden führten in den untersuchten Töpfen und Substraten zu einer geringeren oder ähnlichen Wasserspeicherung.8 In der Studie wurde die Wasserspeicherung gemessen; das Pflanzenwachstum müsste separat untersucht werden.

Achte vor allem auf das Substrat direkt rund um die Wurzeln und darauf, dass überschüssiges Gießwasser ungehindert aus dem Topf ablaufen kann.

Altes Substrat wiederverwenden

Das Substrat einer gesunden Pflanze lässt sich manchmal wiederverwenden, wenn seine Struktur noch stabil ist, es sich gleichmäßig befeuchten lässt und zur nächsten Pflanze passt.

Gebrauchtes Substrat kann alte Wurzeln, feinere zersetzte Partikel und Düngerreste der vorherigen Pflanze enthalten. Prüfe seinen Zustand, bevor du es erneut verwendest.

Bei Verdacht auf eine übertragbare Wurzelerkrankung solltest du frisches Substrat verwenden und das alte Material entsorgen. So verhinderst du, dass möglicherweise belastetes Material mit einer anderen Pflanze in Kontakt kommt.

Worauf du nach dem Umtopfen achten solltest

Die ersten Wassergaben zeigen dir, wie der ursprüngliche Wurzelballen und das frische Substrat gemeinsam abtrocknen.

Achte zunächst darauf, dass der Wurzelballen richtig durchfeuchtet wird. Prüfe bei den folgenden Wassergaben, wie schnell die Mitte und die äußere Mischung trocknen. Das ist besonders wichtig, wenn ein großer Teil des ursprünglichen Wurzelballens erhalten geblieben ist, denn Mitte und äußeres Substrat können unterschiedlich schnell abtrocknen.

Auch der Wasserbedarf kann sich verändern, wenn neue Wurzeln in das frische Substrat hineinwachsen.

Beobachte Pflanze und Topf nach dem Umtopfen über einige Wassergaben hinweg, bevor du die nächste größere Änderung vornimmst. Prüfe, ob die Mitte und das äußere Substrat zunehmend gleichmäßiger abtrocknen und ob sich der Wasserverbrauch der Pflanze wieder stabilisiert.

Wurzelbereich und Substrat langfristig im Blick behalten

Auch nachdem sich die Pflanze im Topf eingelebt hat, verändern sich Wurzeln und Substrat weiter. Wasser, Dünger, Wurzelwachstum und die Umgebungsbedingungen beeinflussen diese Entwicklung.

Wie Wasser und Dünger den Wurzelbereich verändern

Mit dem Gießwasser gelangen gelöste Mineralstoffe in das Substrat.

Wasser mit hoher Alkalinität kann bei regelmäßiger Verwendung den pH-Wert des Substrats allmählich anheben. Wasserhärte und Alkalinität beschreiben unterschiedliche Eigenschaften. Steigt der pH-Wert des Substrats mit der Zeit immer weiter, solltest du in deiner Wasseranalyse vor allem auf die Alkalinität achten.

Unterschiedliche Dünger können den pH-Wert des Substrats mit der Zeit anheben oder senken. Düngesalze können sich außerdem anreichern, wenn mehr davon in den Topf gelangt, als die Pflanze aufnimmt oder mit dem Gießwasser wieder ausgespült wird.

Das Substrat beeinflusst, wie Nährstoffe und gelöste Mineralstoffe im Wurzelbereich gespeichert werden. Dieselbe Düngung kann deshalb in Substraten mit hohem Torf-, Kokos- oder Rindenanteil sowie in Mischungen mit Kompost unterschiedliche Bedingungen rund um die Wurzeln erzeugen.

Auch die Bewässerungsart beeinflusst die Bewegung von Nährstoffen und die Reaktion der Pflanze. Spathiphyllum ‘Sensation’ zeigte je nach Substrat und Bewässerungsmethode unterschiedliche Reaktionen auf die Stickstoffversorgung.6

Die elektrische Leitfähigkeit (EC) gibt einen Anhaltspunkt dafür, wie hoch die Konzentration gelöster Salze in der Substratfeuchte ist. Wenn du den EC-Wert misst, ordne ihn anhand der Messmethode, des Substrats und der Kulturweise ein.

Mehr zu Düngern, Substratchemie und Salzansammlungen findest du in unserem Ratgeber zum Düngen von Zimmerpflanzen.

Wenn sich Pflanze oder Standortbedingungen verändern

Eine Gießroutine, die einige Monate lang gut funktioniert hat, kann später angepasst werden müssen, obwohl sich das Substrat selbst kaum verändert hat.

Die Pflanze kann deutlich gewachsen sein und mit ihren Wurzeln inzwischen den größten Teil des Topfes ausfüllen. Veränderungen bei Licht und Temperatur beeinflussen den Wasserverbrauch; auch die Temperatur direkt im Wurzelbereich wirkt sich auf die Wurzelaktivität aus.

Wenn der Topf plötzlich schneller oder langsamer abtrocknet, prüfe:

  • Größe und Zustand der Pflanze;
  • wie viel des Topfes von Wurzeln durchzogen ist;
  • die aktuellen Licht- und Temperaturbedingungen;
  • wie viel und wie häufig du gießt;
  • ob sich das Substrat gesetzt oder anderweitig verändert hat;
  • ob sich Topf oder Gießmethode geändert haben.

Fragen zu Substraten für Aronstabgewächse

Kann ich ein Aronstabgewächs in Kokossubstrat halten?

Ja. Substrate auf Kokosbasis können sich gut eignen, wenn Materialqualität, Bewässerung und Nährstoffversorgung zur Pflanze passen.

In Studien wuchsen Spathiphyllum und Anthurium gesund in Substraten auf Kokosbasis.6, 7 Wähle Kokosfaser in Gartenbauqualität von einem verlässlichen Anbieter, besonders wenn sie den Großteil des Substrats ausmachen soll, und passe die Düngung daran an.

Kann ich Orchideensubstrat für ein Aronstabgewächs verwenden?

Das hängt von der Zusammensetzung des Produkts ab.

Manche Orchideensubstrate bestehen überwiegend aus grober Rinde. Andere enthalten Kokosfaser, Torf, Perlit oder weitere Materialien. Prüfe die Zusammensetzung auf dem Etikett und beobachte, wie viel Wasser das fertige Substrat in deinem Topf speichert und an die Wurzeln abgibt.

Orchideensubstrat kann als Bestandteil einer Mischung sinnvoll sein, wenn die enthaltene Rinde oder anderes grobes Material die benötigte Struktur liefert.

Kann ich normale Zimmerpflanzenerde verwenden?

Ja.

Ein gutes universelles Zimmerpflanzensubstrat kann eine geeignete Grundlage sein. Prüfe, wie es Wasser aufnimmt, wie lange es in deinem Topf feucht bleibt und wie gut es seine Struktur behält.

Ergänze andere Materialien nur, wenn du eine bestimmte Eigenschaft gezielt verändern möchtest.

Kann ich Gartenerde in einem Topf verwenden?

Substrate für die Topfkultur sind darauf ausgelegt, im Wurzelbereich ein geeignetes Verhältnis von Wasser und Luft zu ermöglichen.

Gewöhnlicher mineralischer Gartenboden kann sich setzen und je nach Zusammensetzung sehr unterschiedlich Wasser halten. Wenn du ihn einfach mit leichten Substratbestandteilen mischst, wird das Ergebnis ebenfalls schwer vorhersehbar.

Für die meisten als Zimmerpflanzen gehaltenen Aronstabgewächse ist ein für die Topfkultur entwickeltes Substrat eine verlässliche Ausgangsbasis.

Brauchen Aronstabgewächse eine sehr grobe Substratmischung?

Aronstabgewächse brauchen einen Wurzelbereich, der die Wurzeln ausreichend mit Wasser versorgt, nach dem Gießen Luft an die Wurzeln lässt und seine Struktur behält.

Große Partikel können zu dieser Struktur beitragen. Wie viel davon sinnvoll ist, hängt von der gesamten Mischung, dem Topf und der Pflanze ab.

Kann ich ein Aronstabgewächs in einem Selbstbewässerungstopf halten?

Ja, wenn Pflanze und Substrat zu diesem Bewässerungssystem passen.

Ein Wasserreservoir verändert, wie Wasser in den Wurzelbereich gelangt. Beobachte nach der Umstellung, wie lange die Mischung feucht bleibt, und passe Substrat und Gießweise daran an.

Unser Ratgeber zu Selbstbewässerungstöpfen erklärt Reservoirsysteme, passende Substrate und häufige Probleme ausführlicher.

Können Aronstabgewächse in LECA oder Pon wachsen?

Einige häufig kultivierte Aronstabgewächse lassen sich in mineralischen Substraten oder Systemen für Semi-Hydroponik halten.

LECA und Pon gehören zu einer eigenen Kulturweise und brauchen eine darauf abgestimmte Wasser- und Nährstoffversorgung.

Hinweise zu mineralischen Substraten findest du in unserem Ratgeber zu Semi-Hydro-Substraten. Wenn du eine bereits eingewurzelte Pflanze aus herkömmlichem Topfsubstrat in ein Reservoirsystem umstellen möchtest, nutze unseren Ratgeber für den Umstieg auf Semi-Hydroponik.

Was nehme ich, wenn ich nicht weiß, welches Aronstabgewächs ich habe?

Beginne mit einem hochwertigen Substrat für die Topfkultur, das sich gleichmäßig befeuchten lässt, Wasser passend zum Bedarf der Pflanze speichert und abgibt und seine Struktur im Topf behält.

Beobachte, wie Pflanze und Wurzelbereich darauf reagieren. Eine genaue Bestimmung wird vor allem dann wichtiger, wenn die Pflanze eine besondere Wuchsform, deutlich ausgeprägte Phasen mit schnellerem und langsamerem Wachstum oder andere Eigenschaften hat, die ihr Wachstum im Topf beeinflussen.

Fazit

Ein Substrat eignet sich dann gut für ein Aronstabgewächs, wenn Pflanze, Wurzeln, Topf, Wasser und die verwendeten Materialien aufeinander abgestimmt sind.

Beobachte zuerst, was rund um die Wurzeln passiert, bevor du die Mischung veränderst. Wähle die Bestandteile gezielt danach aus, was du an der Mischung tatsächlich verändern möchtest. Stimme die Topfgröße auf das vorhandene Wurzelsystem ab und schone beim Umtopfen gesunde Wurzeln.

Mit einer passenden Mischung lässt sich besser einschätzen, wann die Pflanze wieder Wasser braucht, und die Wurzeln können unter den Bedingungen bei dir zu Hause gesund wachsen.

Quellen und weiterführende Literatur

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