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Passiflora (Passionsblume)

Nahaufnahme eines einzelnen Blatts von Passiflora coriacea an einer Ranke

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Passifloraceae (Passionsblumengewächse)

Passiflora (Passionsblume)

Auf einen Blick

Passionsblumen (Passiflora) – blühende Kletterpflanzen mit Tempo

  • Einsatz: Schnellwachsende Kletterpflanze für Balkon, Wintergarten und sehr helle Fenster; sie wird wegen ihrer auffälligen Blüten und als Sichtschutz gezogen, nicht als kleine Zimmerpflanze.
  • Licht: Für gute Blüte braucht sie mehrere Stunden kräftige Sonne oder sehr helles Licht; bei weicherem Licht bleibt zwar das Grün, die Blüte fällt aber deutlich schwächer aus.
  • Stütze: Ein Rankgerüst, Drähte oder ein Rahmen sind Pflicht; ohne Struktur verheddern sich die Triebe, und Blüten sind seltener und schlechter sichtbar.
  • Gießen: Während des aktiven Wachstums gleichmäßig feucht halten und im Winter trockener führen; Staunässe bei kühlen Bedingungen endet schnell in Wurzelfäule.
  • Klima: Mag eine warme Wachstumsphase und eine frostfreie Überwinterung; schütz Töpfe vor Kälte, Wind und abrupten Temperaturschwankungen.
  • Früchte: Manche Formen setzen bei viel Licht und erfolgreicher Bestäubung essbare Früchte an, aber betrachte Fruchtansatz als Bonus, nicht als Zusage.
Botanisches Profil

Passiflora (Passionsblumen) – botanisches Profil für Kletterpflanzen mit Nebenkrone

Passiflora ist die Typusgattung der Passifloraceae und umfasst etwa 500 bis 600 Arten, überwiegend kletternde Pflanzen. Linnaeus beschrieb Passiflora 1753; historische Quellen führen Passiflora incarnata als Typusart des ursprünglichen Gattungskonzepts. Passionsblumen sind für ihre vielschichtigen Blüten mit markanter Nebenkrone bekannt, und viele Arten bilden fleischige Früchte wie Passionsfrüchte.

  • Ordnung: Malpighiales
  • Familie: Passifloraceae
  • Tribus: Passifloreae
  • Gattung: Passiflora L.
  • Typusart: Passiflora incarnata L.
  • Chromosomen: Mehrere Grundzahlen (x ≈ 6, 9, 10, 12) mit häufigen somatischen Zahlen von 2n = 12, 18, 20, 24, 36 und 72; das spiegelt verschiedene dysploide und polyploide Linien wider.

Verbreitung und Habitat: Passiflora ist überwiegend neotropisch verbreitet, vom Südosten der USA und Mexiko über Mittelamerika und Karibik bis in weite Teile Südamerikas; dazu kommen weitere Linien in Südostasien, Ozeanien und einzelnen Fundorten der Alten Welt. Die Arten wachsen an Waldrändern, in Sekundärvegetation, Galeriewäldern, Buschland und auf Felsstandorten und nutzen in warmen, frostfreien bis leicht frostgefährdeten Klimaten umgebende Vegetation oder Fels als Stütze.

  • Lebensform: Meist mehrjährige, rankentragende Kletterpflanzen und sparrig wachsende Sträucher; eine Minderheit wächst als kleine Bäume oder eher krautige Reben.
  • Blattansatz: Wechselständige Blätter mit achselständigen Ranken; die Blattspreiten reichen von ganzrandig bis unterschiedlich gelappt oder tief eingeschnitten, oft mit extrafloralen Nektarien und sehr variablen Formen, die zur Abwehr von Fraßfeinden beitragen.
  • Blattgröße: Die Blattgröße schwankt je nach Art stark, von kleinen, schmalen Spreiten bis zu großen, deutlich gelappten Blättern von über 20 cm Länge.
  • Textur und Farbe: Meist eher dünne bis mäßig feste grüne Blätter, manchmal blaugrün oder panaschiert; die Oberflächen können Drüsen, Haare oder farbige Flecken tragen, die mit Abwehrmimikry und Nektarabgabe zusammenhängen.
  • Auffällige Anpassung: Hoch spezialisierte Blütenstrukturen – Nebenkronfäden, Androgynophor und komplexe Nektarien – haben sich zusammen mit unterschiedlichen Bestäubern entwickelt und ermöglichen eine starke adaptive Aufspaltung in viele ökologische Nischen.

Blütenstand und Frucht: Die Blüten sitzen einzeln oder in kleinen Gruppen in den Blattachseln und sind meist auffällig, mit mehrreihiger Nebenkrone über einer fünfzähligen Blütenhülle und einem zentralen Androgynophor mit Staubblättern und dreilappigem Fruchtknoten. Die Früchte sind nicht aufspringende Beeren – also die bekannten Passionsfrüchte – mit zahlreichen samenumhüllten Kernen in aromatischem Fruchtfleisch; verbreitet werden sie durch Vögel, Säugetiere und Menschen.

Details & Pflege

Passiflora: kräftige Kletterpflanzen mit Ranken und besonderen Blüten

Passiflora wächst zielstrebig. Die Triebe klettern schnell, Ranken greifen nach allem in der Nähe, und eine gut platzierte Pflanze kann ein Rankgitter innerhalb einer Saison füllen. Viele Arten werden wegen ihrer Blüten kultiviert, manche tragen bei passender Bestäubung auch dekorative Früchte.

In einer Sammlung passt Passiflora zu hellen Plätzen und zu Dir, wenn Du gern Triebe führst und regelmäßig schneidest. Gib ihr früh einen Rahmen, dann wird sie zu einem lebendigen Sichtschutz für Balkon, Terrasse oder sonnige Wand.

Wo Passiflora gut passt

  • Licht: starkes Licht ist entscheidend; ein sonniger Außenplatz in der warmen Saison ist oft ideal.
  • Platz: plane schnelles Längenwachstum und regelmäßiges Anbinden ein.
  • Gefäße: große Töpfe puffern Hitze und Austrocknung und machen das Gießen verlässlicher.

Rankhilfe, Schnitt und Gießen

Gib ihr ein Rankgitter, Drähte oder einen Obelisken, damit die Triebe eine klare Richtung haben. Während des aktiven Wachstums gründlich gießen und erneut gießen, sobald der Topf teilweise abgetrocknet ist; schnelles Wachstum bedeutet schnellen Wasserverbrauch. Rückschnitt hält die Pflanze ordentlich und kann frische Triebe fördern, wenn sie wieder wachstumsbereit ist.

  • Düngung: regelmäßige Düngung unterstützt Knospen und lange Triebe, wenn das Wachstum kräftig ist.
  • Topfmischung: gute Durchlässigkeit ist wichtig, sie sollte bei warmem Wetter aber trotzdem Feuchtigkeit halten.
  • Wind: ein geschützter Platz hilft gegen abgebrochene Triebe und Knospenfall.

Erwartungen an die Überwinterung

Kältetoleranz hängt von der genauen Passiflora ab. Viele werden als Kübelpflanzen frostfrei gehalten und treiben kräftig wieder los, wenn Licht und Temperaturen steigen. Ein heller, kühler Innenplatz kann das Wachstum bremsen und die Pflanze trotzdem gut durch den Winter bringen.

Die Blüte hängt von Licht, Wärme und der jeweiligen Passiflora ab. Drinnen sind Blüten weniger berechenbar; sommerliche Außenbedingungen geben meist die besten Chancen.

Häufige Probleme

  • Blattläuse und Milben: frische Triebe ziehen Schädlinge an; Triebspitzen kontrollieren und früh behandeln.
  • Echter Mehltau: stehende Luft und schwankende Bedingungen können ihn begünstigen; Luftbewegung verbessern und spätes Gießen über die Blätter vermeiden.
  • Wenige Blüten: meist ein Lichtthema; prüfe, ob die Pflanze genug Sonne bekommt und gut versorgt ist.
  • Knospenfall: folgt oft auf Hitze, Trockenheit oder Wind; Feuchtigkeit gleichmäßiger halten und Schutz geben.

Häufige Fragen zu Passiflora