Zimmerpflanzen von unten gießen: Wann es sinnvoll ist und wie es geht
Beim Gießen von unten stellst du den Pflanztopf für kurze Zeit ins Wasser, damit das Substrat über die Abzugslöcher Wasser aufnimmt. Sobald das Wasser die Wurzeln erreicht hat, nimmst du den Topf heraus und lässt ihn abtropfen.
Diese Methode ist besonders hilfreich, wenn sich ein ausgetrockneter Wurzelballen von oben nur schwer wieder befeuchten lässt oder wenn die Blätter und die Mitte der Pflanze beim Gießen trocken bleiben sollen. Wie gut sie funktioniert, hängt vom Topf, seinen Abzugslöchern, dem Substrat, dessen Trockenheitsgrad und der Lage der Wurzeln ab.
Es gibt keine feste Einweichzeit, die für jede Zimmerpflanze passt. Manche Töpfe nehmen Wasser schnell auf, andere brauchen länger. Entscheidend ist, ob das Wasser die Wurzeln erreicht hat.
In diesem Ratgeber geht es um das Gießen von unten bei Zimmerpflanzen in normalen Töpfen und Substraten: Der Topf wird dabei nur zum Wässern ins Wasser gestellt. Für Selbstbewässerungstöpfe, Dochtsysteme und andere Systeme mit Wasserspeicher sowie für LECA, PON und weitere Formen der Semi-Hydrokultur gelten eigene Gießregeln.
Wann das Gießen von unten sinnvoll ist
Wann es hilft, von unten zu gießen
Von unten zu gießen kann helfen, wenn sich ein ausgetrockneter Wurzelballen nur schwer wieder befeuchten lässt.
Torf, Kokosfasern, Rinde und andere organische Materialien können nach starkem Austrocknen Wasser schlechter aufnehmen. Wird Wasser schnell auf die Oberfläche gegossen, kann es am Topfrand oder durch einzelne Kanäle ablaufen und trockene Stellen zurücklassen. Beim Einweichen hat das Substrat länger Kontakt mit Wasser, sodass sich die Feuchtigkeit besser im Wurzelballen verteilen kann.
Auch langsames Gießen von oben in mehreren Durchgängen kann einen ausgetrockneten Topf wieder befeuchten. Nutze die Methode, mit der das Wasser die Wurzeln in diesem Topf zuverlässig erreicht.
Gießen von unten ist außerdem praktisch, wenn die Blätter trocken bleiben sollen. Das Wasser bleibt unterhalb des Laubs. Das kann bei Pflanzen mit behaarten Blättern, dichtem Blattwerk in der Pflanzenmitte oder Blättern, die schnell Wasserflecken bekommen, hilfreich sein. Einige Blattkrankheiten treten eher auf, wenn Blätter lange nass bleiben. Ob sich eine Krankheit entwickelt, hängt jedoch von mehreren Bedingungen ab.
Am einfachsten ist die Methode bei Töpfen, die sich problemlos anheben und abtropfen lassen. Sie sollten offene Abzugslöcher haben und ein Substrat enthalten, das Wasser gut aufnimmt.
Wann eine andere Gießmethode besser ist
Nutze eine andere Gießmethode, wenn beim Einweichen regelmäßig Wurzeln im oberen Topfbereich trocken bleiben, während das Substrat unten schon sehr nass ist. Langsames Gießen von oben erreicht diese Bereiche direkter.
Gießen von oben ist auch sinnvoll, wenn angesammelte Mineralien und Düngesalze aus dem Topf gespült werden sollen. Beim Einweichen gelangt zwar Wasser ins Substrat, die Mineralien werden aber kaum ausgewaschen.
Sehr große oder schwere Töpfe lassen sich oft nur umständlich einweichen und anschließend abtropfen. Auch ein sehr grobes Substrat nimmt aus einer flachen Wasserschale unter Umständen nur wenig Wasser auf.
Auch Sukkulenten und andere an Trockenheit angepasste Pflanzen können von unten gegossen werden. Ihr normaler Wasserbedarf bestimmt weiterhin, wann sie gegossen werden müssen und wie weit das Substrat vor der nächsten Wassergabe abtrocknen sollte.
Wie das Gießen von unten funktioniert
Im Substrat bleiben zwischen den einzelnen Bestandteilen kleine Hohlräume. Berührt der untere Bereich das Wasser, kann es durch Kapillarwirkung darin nach oben steigen.
Wie weit das Wasser steigt, hängt vom Topf und vom Substrat ab. Prüfe deshalb, bevor du den Topf aus dem Wasser nimmst, ob das Wasser die Wurzeln erreicht hat.
So gießt du eine Zimmerpflanze von unten
1. Prüfe, ob die Pflanze Wasser braucht
Orientiere dich zunächst am üblichen Wasserbedarf der Pflanze. Wenn du unsicher bist, wann sie wieder gegossen werden sollte, hilft dir unser Ratgeber zum Gießen von Zimmerpflanzen.
Das Topfgewicht ist einer der einfachsten Anhaltspunkte. Merke dir, wie sich derselbe Topf nach gründlichem Gießen anfühlt und wie leicht er ist, wenn das Substrat weit genug abgetrocknet ist. Mit der Zeit wird der Unterschied leicht erkennbar.
Du kannst das Topfgewicht mit weiteren Beobachtungen kombinieren:
- fühle an einer gut erreichbaren Stelle, ob das Substrat noch feucht ist;
- prüfe das Substrat nach Möglichkeit durch ein Abzugsloch;
- stecke an einer geeigneten Stelle ein Holzstäbchen ins Substrat;
- nutze einen Feuchtigkeitsmesser als zusätzlichen Anhaltspunkt.
Mit dem Finger oder einem Holzstäbchen kannst du prüfen, ob das Substrat an einer gut erreichbaren Stelle noch feucht oder bereits trocken ist. Ein Feuchtigkeitsmesser kann ebenfalls helfen, Veränderungen im selben Topf zu beobachten. Seine Messwerte können je nach Substrat und Mineralgehalt schwanken. Nutze ihn deshalb zusammen mit dem, was du sehen und fühlen kannst.
Wie viel Zeit zwischen zwei Wassergaben liegt, hängt von den Wachstumsbedingungen ab. Helleres Licht, Wärme, Luftbewegung, aktives Wachstum und ein stärker durchwurzelter Topf können den Wasserverbrauch erhöhen. Kühlere oder lichtärmere Bedingungen können den Wasserverbrauch senken. Auch Topfgröße, Topfmaterial und Substrat beeinflussen, wie schnell der Topf trocknet.
2. Sorge dafür, dass das Wasser das Substrat erreicht
Verwende einen Topf mit offenen Abzugslöchern.
Nimm den Innentopf bei Bedarf aus dem Übertopf und stelle ihn in eine saubere Schale, einen sauberen Behälter oder ein Becken.
Fülle so viel Wasser ein, dass es die Abzugslöcher und das direkt dahinterliegende Substrat erreicht.
Sieh dir auch den Topfboden selbst an. Manche Kulturtöpfe haben einen nach innen gewölbten Boden oder erhöhte Füße. Bei einem sehr niedrigen Wasserstand können die Abzugslöcher dadurch über dem Wasser liegen.
3. Lass den Topf Wasser aufnehmen
Gib dem Substrat Zeit, Wasser nach oben zu ziehen.
Der Wasserstand kann dabei sinken, und der Topf sollte merklich schwerer werden, wenn er Wasser aufnimmt.
Ein schwererer Topf zeigt, dass Wasser ins Substrat gelangt ist. Prüfe als Nächstes, ob es auch die Wurzeln erreicht hat.
Wenn der Topf kaum Wasser aufzunehmen scheint, prüfe zuerst Topfboden und Wasserstand:
- Berühren die Abzugslöcher das Wasser?
- Ist der Topfboden nach innen gewölbt?
- Sind die Abzugslöcher frei?
- Ist das Substrat sehr grob oder schwer wieder zu befeuchten?
4. Prüfe, ob das Wasser die Wurzeln erreicht hat
Fühle das Substrat nach Möglichkeit durch ein Abzugsloch oder prüfe eine andere erreichbare Stelle. Mit einem Holzstäbchen lässt sich erkennen, ob einzelne Bereiche noch trocken sind. Bei einem transparenten Topf kannst du sehen, welche Teile des Substrats feucht geworden sind.
Achte vor allem darauf, wo die Wurzeln wachsen.
Eine gut eingewurzelte Pflanze kann fast den gesamten Topf durchwurzelt haben. Ein frischer Steckling hat dagegen vielleicht nur wenige Wurzeln nahe der Oberfläche. Deshalb kann die sichtbare Substratoberfläche noch relativ trocken sein, obwohl tiefer liegende Wurzeln bereits genug Wasser haben.
Ist das Substrat unten bereits sehr nass, während Wurzeln weiter oben noch trocken sind, beende das Einweichen und gieße diese Bereiche langsam von oben.
5. Nimm den Topf heraus und lass ihn abtropfen
Nimm den Topf aus dem Wasser, sobald die Wurzeln genug Wasser bekommen haben.
Lass überschüssiges Wasser ungehindert ablaufen. Leere anschließend Schale, Untersetzer oder Übertopf, bevor du die Pflanze zurückstellst.
Wenn überschüssiges Wasser gut ablaufen kann, gelangt nach dem Gießen wieder Luft an die Wurzeln.
Warum Töpfe Wasser unterschiedlich aufnehmen
Topfhöhe und Topfgröße
In einem hohen Topf kann das Substrat unten deutlich nasser werden als weiter oben. Berücksichtige das, wenn du prüfst, ob alle Wurzeln genug Wasser bekommen haben.
Größere Töpfe enthalten außerdem mehr feuchtes Substrat und können länger zum Abtrocknen brauchen. Kleine Töpfe trocknen oft deutlich schneller.
Abzugslöcher und Topfboden
Beim Gießen von unten gelangt das Wasser durch die Abzugslöcher in den Topf.
Bei einem tief nach innen gewölbten Topfboden oder nur wenigen kleinen Abzugslöchern erreicht eine flache Wasserschicht die Öffnungen möglicherweise kaum. Nimmt ein Topf wenig Wasser auf, lohnt sich deshalb zuerst ein Blick auf den Topfboden.
Kunststoff, glasierte Keramik und Terrakotta
Durch Kunststoff und glasierte Keramik geht über die Topfwände nur sehr wenig Wasser verloren.
Unglasierte Terrakotta ist porös. Deshalb verdunstet Wasser auch durch die Topfwand. Terrakottatöpfe trocknen nach dem Gießen häufig schneller.
Feine, grobe und stark ausgetrocknete Substrate
Feine oder faserige Substrate auf Torf- oder Kokosbasis ziehen Wasser häufig gut nach oben. Grobe, rindenreiche Mischungen haben größere Zwischenräume und nehmen aus einer flachen Wasserschale unter Umständen deutlich weniger Wasser auf.
Auch sehr trockene organische Substrate können Wasser nur noch schwer aufnehmen. Es kann dann durch einzelne leicht durchlässige Bereiche fließen, während andere Stellen trocken bleiben.
Passiert das immer wieder, prüfe, ob das Substrat bereits stark zersetzt ist oder sich nur noch schwer wieder befeuchten lässt. Dann kann Umtopfen in frisches Substrat sinnvoll sein.
Wo die Wurzeln wachsen
Mit zunehmender Durchwurzelung kann sich Wasser anders im Substrat verteilen.
Bei einer frisch eingetopften Pflanze oder einem neuen Steckling solltest du den Bereich prüfen, in dem das noch kleine Wurzelsystem tatsächlich sitzt. Wasser am Topfboden erreicht diese Wurzeln möglicherweise nicht.
Probleme beim Gießen von unten lösen
| Was du bemerkst | Was dahinterstecken kann | Was du zuerst tun kannst |
|---|---|---|
| Unten ist das Substrat nass, aber Wurzeln weiter oben bleiben trocken | Der Topf kann sehr hoch sein, die Abzugslöcher können nur wenig Kontakt mit dem Wasser haben oder das Substrat kann Wasser nur schlecht nach oben leiten. | Beende das Einweichen, sobald das Substrat unten bereits sehr nass ist, und gieße die trockenen Bereiche langsam von oben. |
| Der Topf nimmt fast kein Wasser auf | Das Wasser erreicht möglicherweise die Abzugslöcher nicht, der Topfboden ist nach innen gewölbt oder das Substrat nimmt von unten nur wenig Wasser auf. | Prüfe den Topfboden und stelle sicher, dass das Wasser die Abzugslöcher erreicht. |
| Wasser läuft von oben direkt durch, wird von unten aber ebenfalls schlecht aufgenommen | Das Substrat kann so trocken sein, dass es Wasser abweist. Es kann auch alt, zersetzt oder ungleichmäßig geworden sein. | Befeuchte das Substrat schrittweise in mehreren langsamen Durchgängen und prüfe seinen Zustand, wenn das Problem bestehen bleibt. |
| Der Topf bleibt deutlich länger als sonst schwer | Möglicherweise bleibt Wasser im Topf stehen, das Substrat hält zu viel Wasser oder die Pflanze verbraucht weniger als zuvor. | Entferne stehendes Wasser und prüfe Abzugslöcher, Substrat und Wurzeln, bevor du erneut gießt. |
| Die Pflanze welkt, obwohl der Topf noch feucht ist | Die Wurzeln können geschädigt sein, das Substrat kann zu lange nass bleiben oder eine Krankheit kann eine Rolle spielen. | Prüfe Wurzeln und Substrat, bevor du zusätzliches Wasser gibst. |
| Weiße Ablagerungen kehren immer wieder zurück | Mineralien aus Dünger oder Gießwasser bleiben im Topf zurück. | Prüfe deine Düngung und dein Gießwasser. Haben sich Salze angesammelt, lass frisches Wasser von oben durch das Substrat laufen und anschließend vollständig abtropfen. |
| Nur die Oberfläche sieht nach dem Einweichen trocken aus | Tiefer liegende Wurzeln können bereits genug Wasser bekommen haben. | Prüfe das Substrat weiter unten, bevor du den Topf länger im Wasser stehen lässt. |
Wann du anders gießen musst
LECA, PON und Systeme mit Wasserspeicher
Bei LECA, PON und ähnlichen Formen der Semi-Hydrokultur steht den Wurzeln deutlich länger Wasser zur Verfügung.
Bei diesen Systemen musst du anders gießen und düngen. Entscheidend ist unter anderem, wie viel Wasser im Speicher bleibt und wie der Dünger eingesetzt wird.
Für Pflanzgefäße mit Wasserspeicher findest du weitere Informationen in unserem Ratgeber zu Selbstbewässerungstöpfen. Wenn du Pflanzen in LECA, PON oder anderen mineralischen Substraten hältst, erklärt unser Ratgeber zu mineralischen Substraten und Semi-Hydrokultur, wie diese Materialien Wasser speichern und weiterleiten.
Orchideen in Rinde und Substraten mit viel Sphagnum
Grobe Orchideenrinde enthält große Lufträume und leitet aus einer flachen Wasserschale oft nur wenig Wasser nach oben.
Rinde und Wurzeln direkt einzuweichen kann gut funktionieren, weil dadurch ein größerer Teil des Wurzelbereichs mit Wasser in Kontakt kommt. Lass den Topf anschließend gründlich abtropfen und richte dich weiterhin nach dem Wasserbedarf der jeweiligen Orchidee.
Langfaseriges Sphagnum kann viel Wasser halten. Prüfe deshalb vor dem nächsten Gießen, wie feucht es noch ist.
Sämlinge und frisch bewurzelte Stecklinge
Ein Sämling oder frischer Steckling hat möglicherweise nur wenige Wurzeln, oft direkt in der Nähe der Stelle, an der er eingesetzt wurde.
Stelle sicher, dass das Wasser diese Wurzeln erreicht. Ist nur das Substrat unten im Topf nass, hilft das einer jungen Pflanze wenig, wenn ihr kleines Wurzelsystem deutlich weiter oben sitzt.
Lass das Gefäß nach dem Gießen gut abtropfen.
Epiphyten und Bromelien
Manche Bromelien speichern Wasser zwischen ihren Blättern, während viele Epiphyten mit frei liegenden Wurzeln oder in sehr luftigen Substraten wachsen.
Je nach Pflanze muss das Wasser die Blätter, frei liegende Wurzeln oder das Material um die Wurzeln erreichen. Welche Gießmethode passt, hängt von der jeweiligen Art und davon ab, wie sie gehalten wird.
Dünger, Wasserqualität und Salzablagerungen
Kannst du beim Gießen von unten düngen?
Ja. Wenn eine Düngung ansteht und der verwendete Zimmerpflanzendünger zum Mischen mit Wasser vorgesehen ist, kannst du einen wasserlöslichen Dünger ins Einweichwasser geben.
Halte dich an die Düngeempfehlungen für die jeweilige Pflanze und das verwendete Produkt. Es gibt keine Düngerkonzentration, die für alle von unten gegossenen Zimmerpflanzen gleichermaßen passt.
Bei häufiger Düngung können sich Mineralien nach und nach ansammeln, weil sie beim Gießen von unten kaum aus dem Substrat gespült werden.
Warum sich Salze ansammeln können
Sowohl Dünger als auch Gießwasser bringen gelöste Mineralien in den Topf.
Während die Pflanze Wasser aufnimmt und ein Teil davon verdunstet, bleibt ein Teil dieser Mineralien zurück. Bei wiederholtem Gießen von unten können sie sich verstärkt im oberen Bereich des Substrats ansammeln.
Ob daraus ein Problem entsteht, hängt vom Dünger, vom Gießwasser, vom Substrat und von der Pflanze selbst ab.
Welche Rolle dein Gießwasser spielt
Wenn dein Leitungswasser regelmäßig mineralische Krusten auf Töpfen hinterlässt, kann auch das Wasser selbst zu Ablagerungen im Substrat beitragen. Wasserhärte entsteht hauptsächlich durch Calcium und Magnesium. Die Alkalinität, die häufig mit Hydrogencarbonaten zusammenhängt, kann den pH-Wert des Substrats mit der Zeit erhöhen. Auch Natrium, Chlorid und die Gesamtmenge gelöster Salze können eine Rolle spielen.
Du musst dein Wasser nicht testen, nur weil du eine Zimmerpflanze von unten gießt. Solche Angaben sind vor allem dann nützlich, wenn Ablagerungen immer wieder auftreten oder du die Ursache eines anhaltenden Pflanzenproblems eingrenzen möchtest.
Was weiße Ablagerungen bedeuten
Weiße oder helle Ablagerungen auf dem Substrat, auf Terrakottatöpfen, an Abzugslöchern sowie in Untersetzern oder Übertöpfen zeigen, dass beim Verdunsten des Wassers Mineralien zurückbleiben.
Sie sind ein hilfreicher Hinweis. Berücksichtige, wie häufig du düngst, welches Wasser du verwendest und in welchem Zustand die Pflanze ist, bevor du entscheidest, ob angesammelte Salze im Wurzelbereich zum Problem geworden sind.
Auf Terrakotta sind Ablagerungen oft besonders gut sichtbar, weil Wasser auch durch die Topfwand verdunstet.
Was Blattsymptome verraten können
Zu viele Salze im Wurzelbereich können zu braunen Blattspitzen, Vergilbung und schwachem Wachstum beitragen. Dieselben Symptome kommen jedoch auch bei vielen anderen Pflanzenproblemen vor.
Bevor du etwas änderst, prüfe außerdem:
- wie feucht oder trocken der Wurzelbereich ist;
- den Zustand der Wurzeln;
- wie du düngst;
- welches Wasser du verwendest;
- sichtbare Mineralablagerungen.
Wann du von oben durchgießen solltest
Haben sich Mineralien im Substrat angesammelt, gieße langsam frisches Wasser von oben hindurch und lass es unten wieder ablaufen.
Wenn nur wenig Wasser aus den Abzugslöchern tropft, werden möglicherweise kaum Mineralien ausgewaschen. Gib dem Wasser genug Zeit, durch das Substrat zu fließen und vollständig abzulaufen.
Du musst das Substrat nicht nach einem festen Zeitplan durchspülen. Wie oft das sinnvoll ist, hängt von deinem Dünger, deinem Gießwasser, dem Substrat und der Pflanze ab.
Durchgießen von oben ist auch sinnvoll, wenn beim Einweichen regelmäßig Wurzeln im oberen Topfbereich trocken bleiben.
Wurzelgesundheit und Hygiene
Kann das Gießen von unten dazu führen, dass eine Pflanze zu nass steht oder Wurzelfäule bekommt?
Wurzelprobleme können entstehen, wenn ein Topf zu lange sehr nass bleibt und zu wenig Luft an die Wurzeln gelangt. Das Gießen von unten kann trotzdem gut funktionieren, wenn überschüssiges Wasser anschließend zuverlässig ablaufen kann.
Wurzeln brauchen Wasser und Luft. Probleme werden wahrscheinlicher, wenn:
- Wasser im Übertopf stehen bleibt;
- Abzugslöcher verstopft sind;
- das Substrat verdichtet oder stark zersetzt ist;
- die Pflanze nur sehr wenig Wasser verbraucht;
- die Wurzeln bereits geschädigt sind.
Prüfe die Wurzeln, wenn die Pflanze welkt, obwohl das Substrat noch feucht ist, der Topf deutlich länger als sonst sehr nass bleibt, Wurzeln dunkel und weich werden oder der Topf unangenehm riecht.
Hilfe bei Diagnose und Behandlung findest du in unserem Ratgeber zu Wurzelfäule.
Können mehrere Pflanzen dasselbe Wasser zum Einweichen nutzen?
Erreger von Wurzelkrankheiten können sich über gemeinsam genutztes Wasser verbreiten. Wenn du dieselbe saubere Schale für mehrere gesund wirkende Pflanzen verwendest, weiche Pflanzen mit Anzeichen einer Erkrankung an den Wurzeln oder am Pflanzenansatz separat ein. Schütte deren Einweichwasser weg und reinige die Schale, bevor du sie erneut benutzt.
Häufige Fragen zum Gießen von unten
Wie lange sollte ich eine Zimmerpflanze von unten gießen?
Lass den Topf Wasser aufnehmen und prüfe anschließend, ob das Wasser die Wurzeln erreicht hat. Sobald das der Fall ist, nimm die Pflanze heraus und lass den Topf abtropfen.
Wie schnell ein Topf Wasser aufnimmt, hängt von seiner Höhe und vom Substrat ab. Auch wie trocken das Substrat vor dem Einweichen war, wie viel vom Topfboden tatsächlich im Wasser steht und wie stark der Topf durchwurzelt ist, beeinflusst die Dauer.
Wird das Substrat unten bereits sehr nass, während Wurzeln weiter oben trocken bleiben, beende das Einweichen und gieße diese Bereiche langsam von oben.
Wie oft kann ich von unten gießen?
Du kannst von unten gießen, wenn die Pflanze Wasser braucht und diese Methode ihre Wurzeln zuverlässig befeuchtet.
Licht, Temperatur, Luftbewegung, Wurzelwachstum, Topfgröße und Substrat beeinflussen, wie schnell die nächste Wassergabe nötig wird.
Gieße von oben durch, wenn Wurzeln nahe der Oberfläche gezielter gegossen werden müssen oder angesammelte Mineralien aus dem Substrat gespült werden sollen.
Muss die Substratoberfläche beim Gießen von unten nass werden?
Die Oberfläche kann relativ trocken bleiben, obwohl tiefer liegende Wurzeln bereits genug Wasser bekommen haben.
Prüfe, wo die Wurzeln wachsen. Ein neuer Steckling mit oberflächennahen Wurzeln braucht Wasser deutlich näher an der Oberfläche als eine gut eingewurzelte Pflanze, deren Wurzeln den ganzen Topf durchziehen.
Kann ich Sukkulenten von unten gießen?
Ja.
Warte, bis die Sukkulente Wasser braucht, befeuchte die Wurzeln gründlich, lass den Topf abtropfen und das Substrat anschließend so weit abtrocknen, wie es die jeweilige Sukkulente braucht, bevor du erneut gießt.
Entscheidend ist, dass überschüssiges Wasser gut abläuft und das Substrat vor der nächsten Wassergabe ausreichend abtrocknet.
Sorgt das Gießen von unten für tiefere oder kräftigere Wurzeln?
Die Verteilung des Wassers im Topf kann beeinflussen, wo sich Wurzeln entwickeln. Das Gießen von unten sorgt jedoch nicht automatisch für tiefere oder kräftigere Wurzeln.
Gesunde Wurzeln brauchen ausreichend Wasser, Luft und Nährstoffe sowie ein Substrat, in dem sie sich gut entwickeln können.
Hilft das Gießen von unten gegen Trauermücken?
Beim Gießen von unten kann die oberste Substratschicht in manchen Töpfen trockener bleiben. Trauermückenlarven können jedoch weiterhin tiefer im feuchten organischen Substrat leben.
Bekämpfe einen bestehenden Befall gezielt und halte das Substrat nicht feuchter, als die Pflanze es braucht. In unserem Ratgeber zu Trauermücken findest du Hilfe zur Erkennung und Bekämpfung.
Das Wichtigste für die Praxis
Das Gießen von unten ist unkompliziert, sobald du prüfst, wie weit das Wasser im jeweiligen Topf tatsächlich steigt.
Prüfe zuerst, ob die Pflanze Wasser braucht. Stelle sicher, dass die Abzugslöcher Kontakt mit dem Wasser haben, und gib dem Substrat Zeit, es aufzunehmen. Kontrolliere anschließend, ob das Wasser die Wurzeln erreicht hat, und lass den Topf abtropfen.
Bleiben Wurzeln im oberen Topfbereich trocken, gieße sie von oben. Haben sich Mineralien angesammelt, lass frisches Wasser durch das Substrat laufen. Bleibt der Topf deutlich länger nass als sonst, prüfe Abzugslöcher, Substrat und Wurzeln, bevor du erneut gießt.
Sobald du weißt, wie der jeweilige Topf Wasser aufnimmt und danach wieder trocknet, kannst du das Gießen von unten viel leichter einschätzen.
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