Wenig Licht bei Zimmerpflanzen – Mythen, Messwerte & Fakten
Zimmerpflanzen für wenig Licht werden oft so dargestellt, als könnten sie überall wachsen. Das klingt praktisch, lässt aber den wichtigsten Punkt aus: Wenig Licht bedeutet meistens langsameres Wachstum, nicht müheloses Gedeihen. Eine dunklere Ecke kann für manche Arten funktionieren, verhält sich aber nicht wie ein heller Fensterplatz.
Keine grüne Pflanze bevorzugt Dunkelheit. Manche Pflanzen tolerieren reduziertes Innenlicht, weil sie langsam wachsen, Wasser oder Kohlenhydrate speichern oder natürlich aus schattigeren Lebensräumen stammen. Andere vergeilen, werden schwächer, blühen nicht mehr oder bauen ab, wenn das Licht zu stark sinkt.
Zimmerpflanzen für wenig Licht sind am besten als tolerante Zimmerpflanzen für reduziertes Innenlicht zu verstehen, nicht als Pflanzen für dunkle Räume ohne nutzbares Tageslicht. Dieser Leitfaden erklärt, was „wenig Licht“ drinnen wirklich bedeutet, wie Du Licht misst, welche Pflanzen mit dunkleren Plätzen zurechtkommen, welche dort nicht hingehören und wann Tageslicht-LEDs die sauberste Lösung sind.
Grundregel: Bei wenig Licht bleiben viele Pflanzen eher erhalten, als dass sie aktiv wachsen. Für sichtbaren Neuaustrieb, kompakten Wuchs, Blüten oder kräftigeres Wachstum bei panaschierten Pflanzen brauchen die meisten Zimmerpflanzen mehr tägliches Licht.
Weiches Innenlicht kann ruhig und pflanzenfreundlich wirken, ist aber nicht automatisch nutzbares Pflanzenlicht.
1. Realitätscheck: Wenig Licht ist trotzdem Licht
Unsere Augen passen sich schnell an. Pflanzen nicht. Eine Ecke, die für uns hell wirkt, kann auf Pflanzenhöhe trotzdem unter 300 Lux liegen. Das kann robuste Blattpflanzen eine Zeit lang ansehnlich halten, reicht aber selten für gleichmäßiges Wachstum.
Licht nimmt mit Abstand zum Fenster stark ab. Eine Pflanze 1 m näher ans Glas zu stellen, kann mehr verändern als Dünger, Topfgröße oder Gießroutine. Fensterausrichtung, Schatten von draußen, Balkonüberstände, gegenüberliegende Gebäude, Vorhänge, Bäume vor dem Fenster und kurze Wintertage bestimmen mit, wie viel Licht wirklich auf die Blätter trifft.
Wenig Licht ist nicht kein Licht. Räume ohne nennenswertes Tageslicht brauchen künstliches Licht, wenn echte Pflanzen wachsen sollen, statt langsam abzubauen.
Wenn eine Pflanze dauerhaft kippt, sich streckt, pausiert oder kleinere Blätter bildet, fang beim Licht an, bevor Du alles andere änderst. In vielen Wohnungen ist die Pflanze nicht hungrig, sondern unterbelichtet.
Eine schnelle Luxmessung erklärt oft, warum eine Pflanze monatelang gut aussieht, aber kaum wächst.
2. Lichtgrundlagen für Zimmerpflanzen
Lux, PPFD und DLI ohne Kopfschmerzen
Lux: Helligkeit, wie unsere Augen sie wahrnehmen. Mit Smartphone-App oder einfachem Lichtmesser leicht zu messen. Praktisch, um Plätze zu Hause zu vergleichen.
PPFD: pflanzennutzbarer Photonenfluss, gemessen in µmol·m⁻²·s⁻¹. Vor allem bei Pflanzenlampen relevant.
DLI: Daily Light Integral, also die gesamte nutzbare Lichtmenge pro Tag. DLI verbindet Lichtstärke und Dauer.
Lichtkompensationspunkt: der Punkt, an dem Photosynthese und Atmung sich gerade ausgleichen. Eine Pflanze kann dort leben, echtes Wachstum liegt aber darüber.
Für den Alltag ist Lux der praktischste Startpunkt. Lux ist nicht perfekt, weil es auf menschliches Sehen und nicht auf Photosynthese ausgelegt ist, liefert aber einen guten Realitätscheck. Eine Handy-App kann ungenau sein, zeigt Dir aber trotzdem, ob ein Platz eher bei 250 Lux oder bei 2.000 Lux liegt.
Grobe Lichtbereiche für Innenräume
Lichtbereich drinnen
Typische Lux auf Pflanzenhöhe
Was das meist bedeutet
Sehr wenig Licht
Unter 500 Lux
Erhaltungsmodus für robuste Arten; wenig bis kein sichtbares Wachstum.
Wenig bis mittleres Innenlicht
500–2.000 Lux
Langsames Wachstum bei toleranten Blattpflanzen, vor allem am oberen Ende.
Helles indirektes Innenlicht
2.000–5.000 Lux
Gleichmäßigeres Wachstum bei vielen tropischen Zimmerpflanzen.
Hohes Innenlicht
5.000+ Lux
Besserer Ausgangspunkt für Blütenbildung, kompakten Wuchs, Hoyas, viele Sukkulenten und anspruchsvollere Sammlerpflanzen.
Nutze diese Bereiche als praktische Entscheidungshilfe für Innenräume, nicht als exakte biologische Grenzwerte. Die Reaktion hängt von Art, Jahreszeit, Lichtspektrum, Beleuchtungsdauer, Fensterabstand und Eingewöhnung ab.
Lichtdauer ist genauso wichtig wie Helligkeit
Eine Pflanze, die 1.000 Lux für 4 Stunden bekommt, erhält nicht dieselbe tägliche Lichtmenge wie eine Pflanze mit 1.000 Lux für 12 Stunden. Deshalb verlangsamt sich Wachstum im Winter oft auch dann, wenn die Pflanze am gleichen Platz bleibt. Die Tage sind kürzer, der Sonnenstand ändert sich und die tägliche Photonenmenge sinkt.
Eine Tageslicht-LED mit Zeitschaltuhr kann den Unterschied machen zwischen einer Pflanze, die einfach nur dasteht, und einer Pflanze, die wieder neuen Austrieb bildet.
Panaschierung und wenig Licht
Bei panaschierten Pflanzen muss man sauber formulieren. Mehr Licht erzeugt nicht mehr Panaschierung. Die Stabilität des Musters ist genetisch. Ausreichend Licht unterstützt Wachstum; es erzwingt keine zusätzlichen weißen, cremefarbenen, gelben oder rosafarbenen Bereiche.
Bei schwachem Licht können instabile panaschierte Pflanzen grüner austreiben, weil grünes Gewebe mehr Photosyntheseleistung trägt. Fixe Panaschierungen müssen nicht zurückgrünen, können aber stocken, weil weniger grünes Gewebe insgesamt weniger Energie liefert. Mehr dazu findest Du in Panaschierung: Wissenschaft, Licht und warum Licht keine Farben schafft.
3. So misst Du Innenlicht
Der einfachste Weg zur passenden Pflanze ist: erst den Platz messen. Lege ein Luxmeter oder Dein Smartphone auf Pflanzenhöhe, miss mittags und später am Nachmittag und wiederhole das an einem dunkleren Tag. Der niedrigere Wert ist wichtiger als der hellste Moment.
Miss genau dort, wo die Pflanze stehen soll, nicht direkt am Fenster.
Halte Smartphone oder Messgerät ungefähr auf Blatthöhe.
Prüfe denselben Platz zu unterschiedlichen Tageszeiten.
Geh 1 m näher ans Fenster und miss erneut.
Wiederhole die Messung im Winter, bevor Du die Pflanze für plötzlich schwierig hältst.
Was Du mit dem Messwert machst
Meist unter 500 Lux: wähle eine Pflanze für den Erhaltungsmodus wie Glücksfeder (ZZ Plant), Aspidistra, Bogenhanf oder ergänze eine Tageslicht-LED.
500–1.500 Lux: wähle tolerante Blattpflanzen und rechne mit langsamem Wachstum.
1.500–3.000 Lux: viele tropische Blattpflanzen haben bessere Chancen auf gleichmäßiges Wachstum.
3.000+ Lux: besserer Ausgangsbereich für Hoyas, Blütenbildung, viele panaschierte Sammlerpflanzen und kräftigeres Wachstum drinnen.
Schnellcheck: Wenn der Platz die meiste Zeit unter 500 Lux bleibt, erwarte dort keine Blüten, kein schnelles Wachstum und keinen dichten, kompakten Aufbau. Wähle eine tolerante Pflanze oder ergänze eine Lampe mit Zeitschaltuhr.
Innenlicht vs. Außenlicht
Sommersonne draußen: oft mehrere zehntausend Lux.
Helle Fensterbank drinnen: meist nur ein Bruchteil von Außenlicht.
Ein bis zwei Meter vom Fenster entfernt: oft viel dunkler, als es aussieht.
Vorhänge, getöntes Glas, Balkone und Baumschatten: können nutzbares Licht stark reduzieren.
Deshalb vergeilen Zimmerpflanzen drinnen manchmal, obwohl ein Raum hell wirkt. Innenlicht ist schwächer, im Winter kürzer und anders als Außenlicht.
Der Abstand zum Fenster verändert Pflanzenwachstum schnell. Schon eine kleine Verschiebung kann eine Pflanze vom Stillstand in langsames Wachstum bringen.
4. Beste Zimmerpflanzen für dunklere Räume
Die besten Zimmerpflanzen für wenig Licht sind keine Pflanzen, die Dunkelheit lieben. Es sind Pflanzen, die eine reduzierte Lichtmenge tolerieren, ohne schnell einzubrechen. Für dunklere Innenräume eignen sich vor allem langsame Arten, schattentolerante Blattpflanzen oder Pflanzen mit Speicherorganen, die knappe Phasen besser überstehen.
Pflanzengruppe
Beste Rolle bei wenig Licht
Was Du erwarten kannst
Bessere Bedingungen
Glücksfeder
Robuste Wahl für dunklere Standorte; Aronstabgewächs mit dicken Speicherstrukturen
Bleibt in dunkleren Räumen oft lange ansehnlich, wächst aber meist sehr langsam.
Helles indirektes Licht oder Zusatzlicht für neuen Austrieb.
Aspidistra
Klassiker für dunklere Plätze
Toleriert wenig Licht besser als viele Zimmerpflanzen, kann sich aber lange kaum verändern.
Mäßig helles, gefiltertes Licht für verlässlichere neue Blätter.
Bogenhanf
Robuste, langsam wachsende Blattpflanze
Toleriert dunklere Plätze, wächst dort aber langsamer und die Zeichnung kann weniger klar wirken.
Helles indirektes bis stärker gefiltertes Licht für kräftigeren Wuchs.
Haushalt mit Haustieren: prüfe jede Pflanze einzeln vor dem Kauf; viele klassische Pflanzen für wenig Licht sind reizend oder giftig, wenn sie angeknabbert werden.
Du willst Blüten oder schnelles Wachstum: Verlass Dich nicht auf wenig Licht; nutze helles indirektes Licht oder LEDs.
Taxonomie-Hinweis: Glücksfeder ist ein Aronstabgewächs, weil Zamioculcas zamiifolia zu Araceae gehört. Bogenhanf und Aspidistra sind ebenfalls nützliche Pflanzen für wenig Licht, aber keine Aronstabgewächse; beide gehören zu Asparagaceae.
Haustier-Hinweis: Viele typische Zimmerpflanzen für wenig Licht, darunter Glücksfeder, Aglaonema, Dieffenbachia, Spathiphyllum und viele Philodendron-Arten, können Haustiere reizen, wenn sie angeknabbert werden. Prüfe jede Pflanze einzeln, bevor sie in einen Haushalt mit Tieren zieht.
Glücksfeder ist eine der besseren Optionen für dunklere Plätze drinnen, aber „noch grün“ ist nicht dasselbe wie aktives Wachstum.
5. Pflanzen, die nicht in echtes Schwachlicht gehören
Manche Pflanzen werden oft zu weit vom Licht entfernt platziert, weil sie in eingerichteten Räumen gut aussehen. Das heißt aber nicht, dass der Platz langfristig funktioniert. Wenn der Standort die meiste Zeit unter 500 Lux bleibt und Du keine Pflanzenlampe nutzen möchtest, vermeide Pflanzen mit deutlich höherem täglichen Lichtbedarf.
Sukkulenten und Kakteen: Die meisten brauchen viel mehr Licht als typischer Innenschatten liefert. Bei wenig Licht vergeilen sie oft, werden schwach oder bauen ab.
Echeveria und kompakte Rosetten-Sukkulenten: Besonders ungeeignet für dunklere Räume, weil ihre Form stark von kräftigem Licht abhängt.
Die meisten Hoyas: Triebe können bei mittlerem Licht grün bleiben, aber kompakter Wuchs und Blüten brauchen hellere Bedingungen.
Blühende Orchideen: Blätter können bei weniger Licht halten, aber Blüten brauchen meist einen helleren, gefilterten Platz.
Stark panaschierte Sammlerpflanzen: Weniger grünes Gewebe macht Schwachlicht schwieriger. Viele stocken ohne helles indirektes Licht oder Zusatzlicht.
Große, schnell wachsende Tropenpflanzen: Pflanzen wie Strelitzia und viele große Ficus-Typen brauchen meist mehr Licht, als ein tiefer Raum bietet.
Wann eine echte Pflanze nicht sinnvoll ist
Wenn ein Platz kein Tageslicht bekommt und Du keine Lampe mit Zeitschaltuhr nutzen möchtest, sind konservierte, getrocknete oder künstliche Dekorationen die ehrlichere Wahl. Eine echte Pflanze wird dort nicht lange wie ein lebendiges Gestaltungselement funktionieren.
6. Mythen über Zimmerpflanzen für wenig Licht
Mythos 1: Pflanzen für wenig Licht wachsen im Dunkeln
Keine grüne Pflanze wächst ohne nutzbares Licht. Glücksfeder, Bogenhanf und Aspidistra können bei schwachem Licht lange ansehnlich bleiben, aber sie leben nicht von Dunkelheit. Sie wachsen langsam, nutzen Reserven und reduzieren Aktivität.
Mythos 2: Pflanzen für wenig Licht bevorzugen Schatten
Schattentoleranz ist keine Schattenvorliebe. Die meisten toleranten Zimmerpflanzen wachsen bei hellerem gefiltertem Licht besser. Wenig Licht bedeutet nur, dass sie langsamer abbauen als Pflanzen aus offenen, sonnigen Lebensräumen.
Mythos 3: Luftfeuchtigkeit ersetzt Licht
Luftfeuchtigkeit kann Stress bei Farnen, Gebetspflanzen und Terrarium-Pflanzen reduzieren, ersetzt aber keine Photonen. Ein feuchter Raum ohne Fenster braucht trotzdem LEDs, wenn Pflanzen wachsen sollen.
Mythos 4: Dünger behebt Lichtmangel
Dünger ersetzt keine Energie. Bei wenig Licht verlangsamen sich Wachstum, Wasserverbrauch und oft auch Nährstoffaufnahme. Mehr Dünger kann Salzaufbau fördern, ohne das eigentliche Problem zu lösen.
Mythos 5: Wenn sie jetzt gut aussieht, passt der Standort
Schwachlicht-Schäden entwickeln sich oft langsam. Eine Pflanze kann alte Blätter monatelang halten, bevor kleinere neue Blätter, längere Internodien, Blattfall oder schwache Triebe auffallen.
7. So funktioniert wenig Licht drinnen besser
Wähle fürs Überleben oder fürs Wachstum
Bevor Du eine Pflanze für einen dunkleren Platz auswählst, entscheide, ob Du einen stabilen grünen Akzent oder aktives Wachstum möchtest. Das sind nicht dieselben Ziele. Wenn Du eine Pflanze willst, die mit sehr wenig Veränderung ansehnlich bleibt, wähle eine robuste Art für den Erhaltungsmodus. Wenn Du neue Blätter, rankendes Wachstum, Blüten, kompakte Triebe oder kräftigeren Wuchs bei panaschierten Pflanzen möchtest, plane von Anfang an helleres indirektes Licht oder LEDs ein.
Näher ans Licht, bevor Du die Pflege änderst
Eine Pflanze, die sich streckt, kleiner wächst, kippt oder keinen Neuaustrieb bildet, braucht meist mehr tägliches Licht, bevor sie mehr Dünger braucht. Stelle sie näher ans Fenster, nutze einen helleren, aber gefilterten Platz oder ergänze eine Tageslicht-LED.
Topf drehen: hilft gegen einseitiges Wachsen zum Licht.
Blätter reinigen: Staub reduziert die Lichtaufnahme.
Helle Umgebung nutzen: helle Wände und Oberflächen können etwas Licht zurück zur Pflanze reflektieren.
Im Winter anpassen: kürzere Tage bedeuten oft: näher ans Glas oder unter LEDs.
Wenig Licht verlangsamt Wachstum und Wasserverbrauch. Substrat bleibt länger feucht, Wurzeln verbrauchen Sauerstoff langsamer und der Nährstoffbedarf sinkt. Die Pflege sollte zu diesem langsameren Tempo passen.
Gießfalle bei wenig Licht: Je dunkler der Standort, desto länger bleibt Substrat feucht. In dunkleren Räumen entsteht Überwässerung meist durch zu häufiges Gießen, nicht durch zu viel Wasser auf einmal.
Gießen: Prüfe das Substrat vor dem Gießen. Gieße nicht nach starrem Kalender.
Düngen: Dünge nur leicht, wenn die Pflanze aktiv wächst.
Topfgröße: Vermeide übergroße Töpfe an dunkleren Standorten, weil überschüssiges Substrat zu lange nass bleibt.
Umtopfen: Warte, bis die Wurzeln wirklich mehr Platz brauchen.
Luftfeuchtigkeit: Nutze Luftbefeuchter, Gruppieren oder eine Vitrine, wenn es zur jeweiligen Pflanze passt.
Tageslicht-LEDs nutzen, wenn der Raum nicht genug Licht liefert
Künstliches Licht ist kein Trick. Drinnen ist es oft die kontrollierteste Möglichkeit, Pflanzen eine brauchbare tägliche Lichtmenge zu geben.
Spektrum: Wähle breitbandige weiße Tageslicht-LEDs mit etwa 4.000–6.500 K.
Dauer: Nutze eine Zeitschaltuhr, bei Blattpflanzen an lichtarmen Standorten meist etwa 12–14 Stunden täglich.
Abstand: Platziere Lampen nah genug, oft 15–45 cm über den Blättern, je nach Strahlstärke und Wärmeentwicklung.
Eingewöhnung: Erhöhe Dauer oder Intensität schrittweise, damit die Pflanze nicht gestresst wird.
Abdeckung: Beleuchte die Pflanze möglichst gleichmäßig, statt nur einzelne Blätter mit einem harten Lichtkegel zu treffen.
Wenn eine Pflanzenlampe zu weit entfernt ist, kann sie für Deine Augen hell wirken und trotzdem kaum nutzbares Licht zur Pflanze bringen. Starte näher, prüfe Wärmeentwicklung und passe den Abstand langsam an.
Praktischer LED-Test: Wenn eine Pflanze nach einer Lampe mit Zeitschaltuhr kürzere Internodien, festere Blätter und gleichmäßigeren Neuaustrieb bildet, war der alte Standort nicht einfach „wenig Licht“, sondern unterbelichtet.
Vergeilende Sukkulenten: ein klares Zeichen, dass die Pflanze deutlich mehr Licht braucht.
Lichtintensität fällt quer durch den Raum stark ab. Eine Pflanze, die am Fenster wächst, hält weiter innen oft nur noch ihre bestehenden Blätter.
8. Häufige Fragen zu Zimmerpflanzen für wenig Licht
Können Pflanzen in einem Raum ohne Fenster überleben?
Nicht zuverlässig ohne künstliches Licht. Nutze breitbandige weiße Tageslicht-LEDs mit Zeitschaltuhr, wenn der Raum kein nennenswertes Tageslicht bekommt.
Was ist der Unterschied zwischen wenig Licht und hellem indirektem Licht?
Wenig Licht ist meist ein Überlebens- oder Erhaltungsbereich. Helles indirektes Licht gibt vielen tropischen Zimmerpflanzen genug tägliches Licht für gleichmäßigeres Wachstum, ohne das Risiko direkter Sonnenverbrennung.
Warum wächst meine Zimmerpflanze für wenig Licht nicht?
Sie liegt möglicherweise nahe am Lichtkompensationspunkt, an dem die Energieproduktion nur die Grundversorgung deckt. Stelle sie näher ans Fenster oder ergänze LEDs, wenn Du sichtbares Wachstum möchtest.
Kann Glücksfeder unter Bürobeleuchtung leben?
Glücksfeder kann unter vielen Bürobeleuchtungen ansehnlich bleiben, besonders wenn das Licht lange eingeschaltet ist. Wachstum bleibt aber meist langsam, solange die Lichtintensität niedrig ist.
Warum blüht mein Einblatt nicht?
Meist ist Licht der begrenzende Faktor. Spathiphyllum kann bei weniger Licht Blätter halten, braucht für Blüten aber eine höhere tägliche Lichtmenge.
Brauchen panaschierte Pflanzen mehr Licht?
Sie brauchen genug Licht, um Wachstum zu tragen, besonders wenn große Blattbereiche weniger Chlorophyll enthalten. Mehr Licht erzeugt keine stärkere Panaschierung, aber zu wenig Licht kann Wachstum deutlich bremsen.
Kann Dünger schlechtes Licht ausgleichen?
Nein. Dünger liefert Nährstoffe, keine Energie. Ohne genug Licht kann zusätzlicher Dünger mehr Probleme schaffen als Fortschritt.
Sind Sukkulenten Pflanzen für wenig Licht?
Nein. Die meisten Sukkulenten und Kakteen brauchen deutlich stärkeres Licht als typischer Innenschatten bietet. Ohne helles Sonnenlicht oder starke Pflanzenlampen vergeilen sie oft, werden schwach oder bauen ab.
Welche Pflanze für wenig Licht ist am einfachsten für Anfänger?
Glücksfeder, Aspidistra und Bogenhanf gehören zu den verzeihendsten Optionen für dunklere Räume. Auch sie wachsen mit mehr Licht besser, kommen mit lichtarmen Bedingungen aber besser zurecht als viele andere Zimmerpflanzen.
9. Wichtigste Punkte
Erst messen: Ein Platz, der hell aussieht, kann auf Pflanzenhöhe trotzdem unter 500 Lux liegen.
Wenig Licht heißt Erhaltungsmodus: Viele Pflanzen bleiben dort am Leben, aber nur wenige wachsen dort gut.
Pflanze zum Platz wählen: Glücksfeder, Aspidistra und Bogenhanf tolerieren dunklere Standorte besser als Sukkulenten, Hoyas, Orchideen und viele panaschierte Sammlerpflanzen.
Pflege reduzieren: Wenig Licht bedeutet langsameres Gießen, vorsichtigeres Düngen und mehr Zurückhaltung bei großen Töpfen.
LEDs gezielt nutzen: Tageslicht-LEDs mit Zeitschaltuhr können einen lichtarmen Platz in einen brauchbaren Standort für Zimmerpflanzen verwandeln.
„Zimmerpflanze für wenig Licht“ sollte nie „Pflanze für Dunkelheit“ bedeuten. Es heißt: eine Pflanze mit genug Toleranz, um reduziertes Licht auszuhalten, ohne schnell einzubrechen. Wenn Du den Unterschied zwischen Überleben und Wachstum kennst, wird die Auswahl viel einfacher: robuste Arten für dunklere Plätze, wachstumsstärkere Pflanzen näher ans Tageslicht und LEDs dort, wo der Raum nicht genug tägliche Photonen liefert.
Ein sicherer Startpunkt? Beginne bei dunkleren Plätzen mit Glücksfeder, Aspidistra, Bogenhanf, Aglaonema oder Chamaedorea elegans. Für Wachstum, Blüten, kompakte Triebe oder panaschierte Sammlerpflanzen plane helles indirektes Licht oder eine Tageslicht-LED von Anfang an ein.
10. Quellen und weiterführende Literatur
Kew Science, Plants of the World Online: akzeptierte Taxonomie für Zamioculcas zamiifolia und Dracaena trifasciata.
University of Minnesota Extension: Lichtbereiche für Zimmerpflanzen, Verhalten bei wenig Licht und Gießhinweise für lichtärmere Bedingungen.
Sugano, Ishii und Tanabe, 2024: kontrollierte Studie zu Zierpflanzen in Innenräumen unter büroähnlicher weißer LED-Beleuchtung.
ASPCA Animal Poison Control: Informationen zur Haustiersicherheit häufiger Zimmerpflanzen, darunter Glücksfeder, Einblatt, Efeutute und Bogenhanf.
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