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Artikel: Geigenfeige pflegen: So gedeiht Ficus lyrata

Geigenfeige pflegen: So gedeiht Ficus lyrata

Ficus lyrata, die Geigenfeige, ist ein tropischer Baum aus Afrika, der wegen seiner großen, ledrigen Blätter und seines hohen, aufrechten Wuchses als Zimmerpflanze kultiviert wird. An einem hellen Standort und mit gesunden Wurzeln kann sie sich zu einem stattlichen Zimmerbaum entwickeln und dich viele Jahre begleiten.

Die Pflege wird deutlich einfacher, wenn du beobachtest, wie die Pflanze tatsächlich wächst. Licht, Temperatur, Wurzelmasse, Topfgröße und Substrat beeinflussen, wie schnell sie Wasser und Nährstoffe verbraucht. Wenn die Pflanze größer wird oder sich ihre Umgebung verändert, kann sich deshalb auch ihr Bedarf an Wasser und Dünger ändern.

Sehr große Geigenfeige in einem weißen Pflanzgefäß neben einer Person in blauer Latzhose
Eine ausgewachsene Geigenfeige kann im Zimmer zu einer großen, stattlichen Pflanze heranwachsen.

Ficus lyrata im Überblick

Die Geigenfeige ist Ficus lyrata Warb. und gehört zur Familie der Maulbeergewächse (Moraceae). Die Art wurde 1894 wissenschaftlich beschrieben.1, 2

Ihr deutscher Name bezieht sich auf die Form der Blätter. Viele werden zur Spitze hin breiter und sind in der Mitte schmaler, sodass ihre Kontur an eine Geige oder Lyra erinnert. Die Blätter sind groß, fest und ledrig, haben deutlich ausgeprägte Adern und oft auffällig gewellte Ränder. Verletzte Blätter und Stängel geben weißen Milchsaft ab.

Nahaufnahme eines grünen Geigenfeigenblatts mit hellen, verzweigten Blattadern vor weißem Hintergrund
Die breite Blattfläche, die schmalere Mitte und die kräftigen Blattadern geben der Geigenfeige ihr unverwechselbares Aussehen.

Ficus lyrata stammt aus dem tropischen Westafrika und dem westlichen Zentralafrika und wächst dort im tropischen Regenwald. Die Art kann als frei stehender Baum wachsen. Sie kann zunächst auch weiter oben auf einem anderen Baum wachsen und später Wurzeln bis zum Boden bilden. Botanisch wird diese Wuchsweise als hemiepiphytisch bezeichnet.1

Wie groß sie im Zimmer wird, hängt unter anderem vom verfügbaren Platz, vom Wurzelraum, von der Sorte, vom Licht und vom Rückschnitt ab.

Verholzter Ast einer Geigenfeige mit großen grünen Blättern vor hellem Himmel
Ältere Pflanzen bilden im Freien verholzte Äste mit dichten Blattbüscheln.

In älteren gärtnerischen Quellen findet sich für die Geigenfeige gelegentlich der Name Ficus pandurata Sander. Der Zusatz „Sander“ ist dabei wichtig, denn Ficus pandurata Hance bezeichnet eine andere Art.1, 3

Geigenfeigen werden seit mehr als einem Jahrhundert als Zierpflanzen kultiviert. Sander & Sons stellten die Pflanze 1903 in Europa unter dem Namen Ficus pandurata aus. Bereits 1913 bot eine US-amerikanische Gärtnerei sie in mehreren Größen als Zimmer- und Verandapflanze an, darunter auch verzweigte Exemplare.4, 5

Wie Ficus lyrata im Zimmer wächst

Junge Geigenfeigen entwickeln häufig zunächst einen kräftigen, aufrechten Haupttrieb. Die Triebspitze hemmt das Austreiben vieler weiter unten liegender Knospen, sodass sie oft zunächst nur mit diesem Haupttrieb in die Höhe wachsen, bevor sie sich verzweigen.6

Mit zunehmendem Alter verholzt der Stamm und es können Seitenäste entstehen. Manche Pflanzen wurden bereits zurückgeschnitten, manche verzweigen sich von selbst, und in besonders voll wirkenden Töpfen stehen manchmal mehrere Stämme oder mehrere Einzelpflanzen zusammen.

Zwei hohe Geigenfeigen in schwarzen Kulturtöpfen mit kahlen unteren Stämmen und belaubten Kronen vor weißem Hintergrund
Junge Geigenfeigen werden häufig mit einem freien Stamm und dem Großteil der Blätter im oberen Bereich gezogen.

Auch Blattgröße und Abstand zwischen den Blättern unterscheiden sich je nach Sorte und Wachstumsbedingungen. Gute Lichtverhältnisse und gesunde Wurzeln unterstützen ein kräftiges Wachstum. Kompakte Sorten bilden von Natur aus kürzere Abstände zwischen den Blättern.

Ältere untere Blätter können mit zunehmendem Alter des Baums oder nach einer Phase ungünstiger Bedingungen abfallen. Neuer Austrieb entsteht meist an aktiven Triebspitzen oder aus Knospen am Stamm. Die jüngsten Blätter geben dir deshalb gute Hinweise darauf, wie es der Pflanze aktuell geht.

Ficus lyrata ‘Bambino’

Ficus lyrata ‘Bambino’ ist eine kompakte Sorte, die 1992 in den Niederlanden als natürliche Mutation entstand. Ihre Blätter sitzen entlang des Stamms dicht beieinander; außerdem hat sie kürzere Blattstiele sowie kleinere und dickere Blätter.7

Durch den kompakten Wuchs eignet sich ‘Bambino’ gut für Räume mit weniger Platz. Wie schnell die Pflanze wächst, hängt weiterhin von Licht, Temperatur und der allgemeinen Pflege ab.

Auch Namen wie ‘Little Fiddle’, ‘Compacta’ und ‘Suncoast’ kommen im Handel vor. Wenn du eine bestimmte Sorte suchst, orientiere dich an der Sortenangabe der jeweiligen Pflanze.11, 22, 23

Kleine Geigenfeige in einem weißen zylindrischen Topf auf einer Fensterbank neben Bücherstapeln
Eine junge, kleinere Geigenfeige findet leicht Platz an einem hellen Fenster.

Der richtige Standort für Ficus lyrata

Stell deine Geigenfeige an einen wirklich hellen Standort im Zimmer. Sie sollte relativ nah an einem geeigneten Fenster stehen, damit sie über einen großen Teil des Tages viel Tageslicht erhält.

Zu wenig Licht kann das Wachstum verlangsamen, die Abstände zwischen den Blättern vergrößern und zu stärkerem Blattfall führen. Der Standort hat großen Einfluss darauf, wie gut die Pflanze ihre Blätter behält und weiterwächst.6

Wie hell es in einem Raum tatsächlich ist, hängt unter anderem von der Fensterrichtung, dem Abstand zum Glas, der Jahreszeit, der Tageslänge und umliegenden Gebäuden ab. Gesunde neue Blätter und gleichmäßiges Wachstum sind gute Hinweise darauf, dass der Standort passt.

Geigenfeige mit kahlem unteren Stamm in einem Terrakottatopf in einer eher dunklen Zimmerecke
Mit zunehmendem Abstand zum Fenster nimmt die Tageslichtmenge schnell ab.

Geigenfeigen können auch mit etwas direkter Sonne gut wachsen. Gewöhne die Pflanze schrittweise an direkte Sonne, wenn sie in der Gärtnerei bisher weniger intensives Licht bekommen hat. So gibst du den vorhandenen Blättern Zeit, sich anzupassen.

Eine warme, möglichst gleichmäßige Raumtemperatur bekommt Ficus lyrata gut. Längere Kälteperioden und extreme Hitze können die Blätter schädigen, auch während des Transports.8 Vermeide deshalb Standorte, die regelmäßig sehr kalt oder extrem heiß werden.

Normale Raumluftfeuchtigkeit reicht meist aus, wenn Licht, Temperatur und Gießen stimmen. Ist die Luft außergewöhnlich trocken, kann ein Luftbefeuchter die Luftfeuchtigkeit rund um die gesamte Pflanze erhöhen. Besprühen befeuchtet die Blätter dagegen nur kurzzeitig.

Kommt das Licht überwiegend von einer Seite, kann sich die Pflanzenspitze mit der Zeit zum Fenster neigen. Dreh den Topf gelegentlich, wenn du einen gleichmäßigeren Wuchs möchtest.

Wenn deine Geigenfeige bei dir ankommt

Eine frisch gelieferte Geigenfeige war bereits unterschiedlichen Bedingungen ausgesetzt. Licht in der Gärtnerei, Verpackung, Transporttemperatur und die Bedingungen bei dir zu Hause können beeinflussen, wie sie sich in den ersten Wochen verhält.

Sieh dir die Pflanze zuerst gründlich an. Kontrolliere Blattober- und -unterseiten, die Ansätze der Blattstiele am Stamm und dicht gedrängten Neuaustrieb. An diesen Stellen lassen sich Wollläuse, Schildläuse und andere Schädlinge besonders gut entdecken.

Merk dir vorhandene Flecken, Risse oder Verfärbungen. So kannst du später besser erkennen, ob sie unverändert bleiben oder ob neue Schäden hinzukommen.

Ast einer Geigenfeige mit mehreren großen grünen Blättern vor einer hellen Wand; ein unteres Blatt zeigt braune Schäden am Rand
Halte bereits vorhandene Spuren bei der Ankunft fest, damit du später erkennst, ob neue Schäden entstehen.

Prüfe das Substrat, bevor du gießt. Eine Pflanze kann trocken, gleichmäßig feucht oder sehr nass ankommen. Entscheide deshalb anhand der tatsächlichen Feuchtigkeit im Topf, was sie braucht.

Stell sie hell und gib ihr Zeit, sich an die neue Umgebung zu gewöhnen. Umtopfen, Rückschnitt und Düngen können warten, bis es einen klaren Grund dafür gibt. Bei geschädigten Wurzeln, Substrat in schlechtem Zustand, starkem Schädlingsbefall oder einem instabilen Topf solltest du jedoch früher handeln.

Transportschäden können erst nach der Ankunft deutlicher sichtbar werden. Kälte- oder Hitzeschäden können während des Transports entstanden sein und sich erst später vollständig zeigen.8

Alte Schäden können sichtbar bleiben. Entscheidend ist, dass keine neuen hinzukommen und der neue Austrieb gesund aussieht.

So gießt du Ficus lyrata

Prüfe das Substrat vor jedem Gießen. Wie viel Zeit zwischen zwei Wassergaben vergeht, hängt von den Bedingungen rund um die Pflanze ab.

Prüfe auch unter der trockenen Oberfläche, wie feucht das Substrat noch ist. Mit einem Holzstäbchen kannst du die Feuchtigkeit tiefer im Topf prüfen. Zusätzlich lohnt es sich, ein Gefühl für das Topfgewicht zu entwickeln: Vergleiche, wie schwer er sich direkt nach dem Gießen anfühlt und wie viel leichter er wird, wenn das Substrat deutlich abgetrocknet ist.

Verschiedene Töpfe und Substrate trocknen unterschiedlich schnell. Beurteile deshalb sowohl die Feuchtigkeit tiefer im Substrat als auch das Topfgewicht, bevor du gießt.

Wie schnell das Substrat im Topf trocknet, hängt vor allem von diesen Faktoren ab:

  • Licht und Temperatur;
  • Größe der Pflanze und des Wurzelsystems;
  • Topfgröße und Substrat;
  • wie aktiv die Pflanze gerade wächst.

Wenn du die Pflanze an einen dunkleren oder kühleren Platz stellst, kann das Substrat deutlich langsamer trocknen.

Sobald das Substrat unterhalb der Oberfläche merklich abgetrocknet ist, gießt du gründlich. Befeuchte das Substrat gleichmäßig und lass überschüssiges Wasser unten aus dem Topf ablaufen. Entferne anschließend Wasser, das sich im Übertopf oder Untersetzer gesammelt hat.

Bleibt das Substrat im Topf plötzlich viel länger nass als sonst, prüfe sowohl die Umgebung als auch die Wurzeln. Weniger Licht, niedrigere Temperaturen, geschädigte Wurzeln und eine größere Menge frischen Substrats nach dem Umtopfen können das Abtrocknen verlangsamen.

Auch lange Phasen starker Trockenheit belasten Ficus lyrata.9 Gieße gründlich und lass das Substrat zwischen den Wassergaben so weit abtrocknen, dass im Wurzelbereich wieder genügend Luft bleibt.

Normales Leitungswasser ist in vielen Haushalten gut geeignet. Ist dein Leitungswasser sehr hart oder salzhaltig, können sich mit der Zeit Mineralien im Substrat anreichern.

Mehr dazu, woran du trockenes Substrat erkennst, sowie zu Topfgewicht und Wasserqualität findest du in unserem Ratgeber zum Gießen von Zimmerpflanzen.

Töpfe, Substrat und Umtopfen

Person hält eine ausgetopfte Geigenfeige mit dichtem, zylindrischem Wurzelballen und sichtbarem Substrat
Ist der Topf dicht durchwurzelt, ist es Zeit zum Umtopfen. Einzelne Wurzeln können schon vorher aus den Abzugslöchern wachsen.

Gesunde Wurzeln der Geigenfeige brauchen sowohl Feuchtigkeit als auch Luft. Wähle ein Substrat, das genug Wasser speichert, überschüssiges Wasser aber gut abfließen lässt und im Wurzelbereich locker und luftig bleibt.

Wie lange das Substrat feucht bleibt, hängt von seiner Struktur und Verdichtung, davon, wie dicht die Wurzeln den Topf ausfüllen, sowie von der Form des Gefäßes ab.10 Mit zunehmendem Alter des Substrats und wachsender Wurzelmasse kann sich die Zeit bis zum Abtrocknen verändern.

Ein geeignetes Substrat sollte:

  • sich gleichmäßig befeuchten lassen;
  • überschüssiges Wasser gut abführen;
  • genug Feuchtigkeit für die Wurzeln speichern;
  • auch mit der Zeit eine lockere Struktur behalten.

Rinde, mineralische Bestandteile, Kokosfasern, torffreie Faserstoffe und andere Komponenten können Teil einer passenden Mischung sein. Wichtig ist, dass die fertige Mischung im Topf gleichmäßig Wasser aufnimmt, überschüssiges Wasser gut ablaufen lässt und locker bleibt.

Verwende einen Topf mit Abzugslöchern, durch die überschüssiges Wasser frei ablaufen kann. Große Exemplare brauchen außerdem ein stabiles Gefäß, das das Gewicht der Pflanze sicher trägt.

Topfe die Pflanze um, wenn die Wurzeln mehr Platz brauchen oder das alte Substrat nicht mehr in gutem Zustand ist. Anzeichen dafür sind:

  • der Topf ist dicht mit Wurzeln gefüllt;
  • zwischen den Wurzeln ist kaum noch Substrat vorhanden;
  • das Substrat ist verdichtet oder zersetzt;
  • Wasser läuft nur noch schlecht ab;
  • die Pflanze steht nicht mehr stabil.

Einzelne Wurzeln können aus den Abzugslöchern wachsen, bevor der Topf vollständig durchwurzelt ist. Topfe die Pflanze um, wenn der Topf dicht durchwurzelt ist oder das Substrat selbst ausgetauscht werden muss.

Wähle einen Topf, der den Wurzeln etwas zusätzlichen Platz gibt.

Hände verteilen Substrat um eine kleine Geigenfeige in einem Terrakottatopf
Beim Umtopfen kannst du gut prüfen, wie dicht die Wurzeln den bisherigen Topf ausgefüllt haben.

Wird die Pflanze zu hoch für ihren Standort, kannst du ihre Krone durch Rückschnitt neu formen und den Wurzeln trotzdem genügend Raum für gesundes Wachstum geben.

Düngen und regelmäßige Pflege

Verwende einen Volldünger für Zimmerpflanzen nach Herstellerangabe, solange deine Geigenfeige aktiv neue Blätter bildet. Wenn das Wachstum langsamer wird, reduzierst du auch die Düngung.11

Ficus lyrata ist immergrün. Im Zimmer kann sich das Wachstum verlangsamen, wenn weniger Licht zur Verfügung steht oder die Temperatur sinkt. Dann nimmt die Pflanze meist auch weniger Wasser und Nährstoffe auf. Orientiere dich deshalb im Jahresverlauf am tatsächlichen Wachstum der Pflanze.

Auf den großen Blättern fällt Staub schnell auf. Wisch sie bei Bedarf vorsichtig mit einem weichen, feuchten Tuch ab. Dabei kannst du gleich die Blattunterseiten und die Ansätze der Blattstiele am Stamm auf Schädlinge kontrollieren.12

Für die normale Blattreinigung reicht klares Wasser aus.

Ficus lyrata schneiden und formen

Lass den Hauptstamm stehen, wenn dir der hohe, aufrechte Wuchs der Pflanze gefällt.

Möchtest du die Pflanze niedriger halten und im oberen Bereich stärker verzweigen lassen, kannst du die Spitze des Hauptstamms abschneiden. Daraufhin können weiter unten liegende Knospen austreiben und Seitenäste bilden. Jede Pflanze reagiert etwas anders, deshalb solltest du den neuen Knospen Zeit zur Entwicklung geben.

Hohe Geigenfeige mit schlankem Stamm und großen grünen Blättern vor einer grauen Betonwand
Ein hoher Einzelstamm ist bei einer jungen Geigenfeige eine ganz normale Wuchsform.

Überlege dir vor dem Schnitt, wo sich die Pflanze später verzweigen soll. Verwende ein sauberes, scharfes Werkzeug und schneide durch gesundes Stammgewebe.

An der Schnittstelle tritt weißer Milchsaft aus. Halte ihn von Augen und Mund fern und wasch ihn nach der Arbeit von der Haut ab. Handschuhe sind sinnvoll, wenn der Milchsaft deine Haut reizt; die RHS führt Ficus lyrata als möglichen Auslöser von Hautreaktionen.13

Stütze die Pflanze bei Bedarf vorübergehend mit einem Stab, etwa nach dem Umtopfen oder solange ein junger, biegsamer Stamm noch an Stabilität gewinnt. Entferne oder lockere die Stütze, sobald die Pflanze sicher von selbst steht.

Gesunde Stammstücke, die beim Rückschnitt anfallen, lassen sich zur Vermehrung nutzen, wenn sie mindestens einen geeigneten Knoten enthalten.

Ficus lyrata vermehren

Stammstecklinge

Für die Vermehrung zu Hause brauchst du ein gesundes Stammstück mit mindestens einem Knoten. Ein Knoten ist die Stelle, an der ein Blatt am Stamm ansetzt und aus der sich ein neuer Trieb entwickeln kann.

  1. Wähle einen gesunden Stammabschnitt mit einem oder mehreren Knoten.
  2. Schneide sauber knapp unterhalb eines Knotens.
  3. Entferne alle Blätter, die später unter der Oberfläche des Anzuchtsubstrats liegen würden.
  4. Lass mindestens ein gesundes Blatt oberhalb des Substrats stehen.
  5. Setze den Steckling in ein sauberes, luftiges Anzuchtsubstrat.
  6. Halte das Substrat während der Wurzelbildung leicht und gleichmäßig feucht.
  7. Stell den Steckling an einen hellen, warmen Standort mit möglichst gleichmäßigen Bedingungen.
  8. Zieh den Steckling nicht immer wieder aus dem Substrat und beweg ihn nicht unnötig, nur um die Wurzelbildung zu kontrollieren.

Ein Stammsteckling mit einem Knoten kann Wurzeln bilden und zu einer neuen Pflanze heranwachsen. Ausreichend gesundes Blattgewebe am Steckling kann die Bewurzelung unterstützen.14

Wie lange die Bewurzelung dauert, hängt von Temperatur, Zustand der Pflanze, Substrat und dem jeweiligen Steckling ab.

Bewurzelungshormon ist nicht zwingend notwendig. Wenn du eines verwendest, halte dich an die Anleitung des Produkts.

Abmoosen

Abmoosen eignet sich besonders gut, wenn eine Geigenfeige sehr hoch geworden ist und du den bereits entwickelten, belaubten oberen Teil erhalten möchtest.14

  1. Wähle einen gesunden Stammabschnitt unterhalb des Teils, den du behalten möchtest.
  2. Verletze den Stamm nahe einem Knoten vorsichtig und nur oberflächlich.
  3. Umgib die verletzte Stelle mit feuchtem Sphagnum-Moos oder einem anderen sauberen, feuchtigkeitsspeichernden Material.
  4. Decke das Material so ab, dass es am Stamm anliegt und die Feuchtigkeit hält.
  5. Kontrolliere es gelegentlich und halte das Bewurzelungsmaterial feucht.
  6. Warte, bis sich ein gut entwickeltes Wurzelnetz gebildet hat.
  7. Schneide den Stamm unterhalb des bewurzelten Bereichs ab.
  8. Topfe den bewurzelten oberen Teil ein und stütze ihn, während die neuen Wurzeln anwachsen.

Kann man Ficus lyrata aus einem einzelnen Blatt vermehren?

Für eine zuverlässige Vermehrung zu Hause solltest du ein Stammstück mit mindestens einem Knoten verwenden. An diesem Knoten kann sich der neue Trieb entwickeln.

Unter Laborbedingungen lassen sich in Gewebekultur aus Blattgewebe der Geigenfeige neue Triebe und Wurzeln erzeugen.15

Wenn du zu Hause eine vollständige neue Pflanze ziehen möchtest, nimm deshalb einen Stammsteckling mit Knoten.

Probleme bei Ficus lyrata

Schau dir zuerst an, wie sich das Problem entwickelt.

  • Bleibt der Schaden unverändert oder breitet er sich weiter aus?
  • Ist nur ein Blatt betroffen oder ein großer Teil der Pflanze?
  • Was hat sich in letzter Zeit verändert?
  • Wie feucht oder trocken ist das Substrat?
  • Siehst du Schädlinge?
  • Sieht der jüngste Austrieb gesund aus?
Häufige Symptome bei Geigenfeigen und was du zuerst prüfen solltest
Was du siehst Was du prüfen solltest Was du zuerst tun solltest
Blätter fallen ab Standortwechsel in letzter Zeit, Lichtverhältnisse, Feuchtigkeit im Topf, Wurzeln und Schädlinge Überlege, was sich ungefähr zu dem Zeitpunkt verändert hat, als der Blattfall begann
Blätter hängen schlaff Feuchtigkeit tiefer im Topf, Zustand der Wurzeln und starke Hitze in letzter Zeit Prüfe Substrat und Wurzeln, bevor du gießt
Braune oder dunkle Flecken Ob die Flecken trocken, weich oder ausgeblichen sind, ob sie sich ausbreiten, starke Sonne in letzter Zeit, Hitze oder Kälte sowie die Wurzeln Achte auf neue Flecken und kontrolliere die Wurzeln
Gelbe Blätter Blattalter, Licht, Wurzeln, Feuchtigkeit und Schädlinge Beobachte, welche Blätter sich verändern und ob die Vergilbung weitergeht
Rote oder rötliche Flecken Junge Blätter, ob sich die Flecken verändern oder ausbreiten, sowie Veränderungen bei Licht, Temperatur oder Gießen in letzter Zeit Beobachte die folgenden Blätter während ihrer Entwicklung
Kleine Blätter oder stockendes Wachstum Licht, Wurzeln, Düngung, Temperatur und Sorte Wenn du eine klare Ursache findest, behebe sie und beobachte die folgenden Blätter
Zwei kleine Geigenfeigen in Terrakottatöpfen auf einem Holztisch; die größere Pflanze hat mehrere braune, trockene Blätter
Trockene braune Blätter können verschiedene Ursachen haben. Prüfe deshalb die ganze Pflanze, bevor du ihre Pflege veränderst.

Blattfall

Dass gelegentlich ein älteres unteres Blatt abfällt, kann normal sein. Verliert die Pflanze in kurzer Zeit mehrere Blätter, solltest du genauer hinsehen.

Wenn mehrere Blätter abfallen, überlege zuerst, was sich ungefähr zur selben Zeit verändert hat. Ein Standortwechsel, deutlich weniger Licht, Transportschäden, geschädigte Wurzeln oder ein aktiver Schädlingsbefall können eine Rolle spielen. Sehr wenig Licht kann bei Ficus lyrata ebenfalls zu Blattfall führen.6, 8

Schlaffe Blätter

Schlaffe Blätter fühlen sich weniger fest an als gewohnt.

Prüfe Substrat und Wurzeln, bevor du gießt. Trockenes Substrat kann die Blätter hängen lassen, aber auch geschädigte Wurzeln können dazu führen, dass weniger Wasser bis in die Blätter gelangt. Bei Hitze kann der Wasserbedarf außerdem schnell steigen.

Braune oder dunkle Flecken

Trockene, helle oder ausgeblichene Stellen können entstehen, wenn die Pflanze plötzlich deutlich mehr direkte Sonne bekommt. Eine weiche Stelle, die sich weiter vergrößert, kann auf eine Krankheit oder ein anderes anhaltendes Problem hindeuten. Auch Schäden beim Verpacken oder durch den Umgang mit der Pflanze können dunkler werden, wenn verletztes Gewebe abstirbt.

Achte darauf, ob neue Flecken entstehen und ob ähnliche Schäden auf mehreren Blättern auftreten. Wenn du ein Wurzelproblem vermutest, kontrolliere die Wurzeln und prüfe, wie lange das Substrat feucht bleibt.

Gelbe Blätter

Einzelne ältere Blätter können mit der Zeit gelb werden. Zu wenig Licht, geschädigte Wurzeln, Probleme beim Gießen und Krankheiten können ebenfalls Vergilbungen verursachen.

Schau dir an, welche Blätter betroffen sind, wie schnell sich die Vergilbung ausbreitet und ob die jüngsten Blätter gesund bleiben.

Rote oder rötliche Flecken

Auf jungen Blättern der Geigenfeige können aus verschiedenen Gründen kleine rote Flecken auftreten.

Beobachte, wie sie sich verändern, während das Blatt ausreift. Prüfe, ob auch die folgenden Blätter dasselbe Muster entwickeln und ob sich kürzlich etwas bei Licht, Temperatur oder Gießen verändert hat.

Kleine Blätter oder stockendes Wachstum

Kleine neue Blätter können entstehen, wenn die Pflanze zu wenig Licht bekommt, die Wurzeln kaum noch Platz im Topf haben oder eine aktiv wachsende Pflanze zu wenig Nährstoffe erhält. Kompakte Sorten bilden außerdem von Natur aus kleinere Blätter.

Prüfe Licht, Wurzeln und Düngung und korrigiere, was offensichtlich nicht passt. An den folgenden Blättern kannst du sehen, wie die Pflanze darauf reagiert.

Wenn du bei der Kontrolle weiche, dunkle oder zerfallende Wurzeln findest, erklärt unser Ratgeber zu Wurzelfäule, wie du den Schaden einschätzt und was du als Nächstes tun kannst.

Schädlinge und Krankheiten

Schädlinge

Wollläuse können Geigenfeigen befallen, besonders an Blattansätzen und geschützten Stellen am Stamm.16 Achte auf weiße, watteartige Ansammlungen an den Stellen, an denen die Blattstiele am Stamm ansetzen, auf Blattunterseiten, an Stämmen und in dichtem Neuaustrieb.

Schildläuse können wie kleine braune, beige oder helle Erhebungen aussehen, die fest an Blättern oder Stämmen sitzen.

Spinnmilben verursachen häufig feine helle Sprenkel und können bei stärkerem Befall zarte Gespinste an Blättern und Blattstielen bilden. Thripse können Narben und Verformungen an jungen Blättern verursachen und hinterlassen oft kleine dunkle Kotpunkte.13

  1. Stell die betroffene Pflanze möglichst getrennt von deinen anderen Zimmerpflanzen.
  2. Kontrolliere benachbarte Pflanzen.
  3. Wisch oder spül so viele sichtbare Schädlinge wie möglich ab.
  4. Kontrolliere die Pflanze regelmäßig auf neu auftretende Schädlinge.

Wenn du ein Pflanzenschutzmittel verwendest, wähle ein Produkt, das laut Etikett für den betreffenden Schädling und für Zierpflanzen im Innenraum vorgesehen ist. Befolge die Angaben auf dem Etikett genau, auch zu Anwendung, Wiederholungsabständen und Sicherheitsmaßnahmen.

Krankheiten

An Geigenfeigen können bakterielle Blattflecken auftreten.17, 18 Da mehrere Krankheiten ähnlich aussehende Schäden verursachen können, ist es wichtig zu beobachten, wie sich die Flecken verändern und über die Pflanze ausbreiten.

Achte auf neue Flecken, auf bereits vorhandene Stellen, die größer werden, oder auf ähnliche Schäden, die an weiteren Blättern oder Stängeln auftauchen. Treten weiterhin neue Schäden auf, solltest du die Ursache genauer prüfen.

Halte betroffene Blätter trocken, solange du die Entwicklung beobachtest, und reinige Werkzeuge, bevor du sie an einer anderen Pflanze verwendest.

Wenn die Pflanze zunehmend schwächer wird und das Substrat lange nass bleibt, kontrolliere die Wurzeln. Gesunde Wurzeln sollten sich fest anfühlen. Weiche, abgestorbene oder zerfallende Wurzeln zusammen mit sehr nassem Substrat und Schäden an der Pflanzenbasis sprechen dafür, dass die Wurzeln geschädigt sind oder das Substrat zu lange nass bleibt.

Wenn eine Behandlung nötig ist, wähle ein Produkt, das laut Etikett für die betreffende Krankheit und für Zierpflanzen im Innenraum vorgesehen ist. Befolge die Angaben auf dem Etikett genau.

Ist Ficus lyrata giftig?

Halte die Geigenfeige außer Reichweite von Haustieren, die regelmäßig an Zimmerpflanzen kauen.

Das Ankauen von Pflanzenteilen kann bei Hunden und Katzen Maul und Verdauungssystem reizen. Mögliche Anzeichen sind Speicheln, Erbrechen oder Durchfall. Die meisten gemeldeten Fälle verlaufen mild.19, 20

Kleiner schwarz-weißer Hund liegt auf einem braunen Ledersofa; dahinter stehen Zimmerpflanzen in Töpfen
Stell die Geigenfeige außer Reichweite von Haustieren, die gern an Zimmerpflanzen knabbern.

Wenn dein Haustier an der Pflanze gekaut hat und Beschwerden entwickelt oder du nicht weißt, wie viel es aufgenommen hat, wende dich für eine Einschätzung an eine Tierärztin oder einen Tierarzt.

Für Menschen ist vor allem der weiße Milchsaft relevant, der aus angeschnittenem oder verletztem Gewebe austritt. Halte ihn von Augen und Mund fern, wasch ihn nach dem Schneiden von der Haut ab und trag Handschuhe, wenn der Milchsaft deine Haut reizt.13

Feigen, Blüten und Bestäubung bei Ficus lyrata

Was wie eine einzelne Feige aussieht, ist botanisch ein hohler Blütenstand, ein sogenanntes Sykonium. In seinem Inneren sitzen zahlreiche winzige Blüten.

Der spezialisierte Bestäuber von Ficus lyrata ist die Feigenwespe Agaon spatulatum.21

Ast einer Geigenfeige im Freien mit großen grünen Blättern und einer Gruppe runder grüner Feigen
Ausgewachsene Pflanzen können im Freien Gruppen grüner Sykonien bilden – die Strukturen, die wir als Feigen erkennen.

Geigenfeigen werden im Zimmer wegen ihrer Blätter kultiviert und bilden unter normalen Wohnbedingungen nur selten Blütenstände oder Feigen. An ausgewachsenen Pflanzen im Freien können sich dagegen Sykonien bilden; aus bestäubten Feigen können anschließend keimfähige Samen entstehen.

Quellen

Botanik, Nomenklatur und Geschichte

  1. Royal Botanic Gardens, Kew. Ficus lyrata. Plants of the World Online. Kew Plants of the World Online
  2. International Plant Names Index. Ficus lyrata Warb. IPNI
  3. Royal Botanic Gardens, Kew. Ficus pandurata Hance. Plants of the World Online. Kew Plants of the World Online
  4. The Gardeners’ Chronicle (1903). Ficus pandurata, ausgestellt von F. Sander & Sons in Gent. Archiv des Gardeners’ Chronicle
  5. Robert Craig Company (1913). Christmas catalogue, mit Ficus pandurata als Zimmer- und Verandapflanze. Gärtnereikatalog von 1913

Wachstum, Pflege und Vermehrung

  1. Torres Amaro, J., Sangronis Herrera, J. & Hernández, A. (2012). Response of transgenic lines of Ficus lyrata Warb. carrying PSAG12::ipt chimeric gene under different growing environments. Bioagro 24(1):57–60. SciELO
  2. US Plant Patent PP9323. Ficus lyrata ‘Bambino’. Google Patents
  3. Buck, T. L. & Blessington, T. M. (1982). Postharvest effects of temperatures during simulated transit on quality factors of two Ficus species. HortScience 17(5). Studie
  4. Xiao, X., Ré Jorge, L., Volf, M. et al. (2024). The effect of drought-induced leaf traits on Ficus leaf palatability is species specific. Ecosphere 15(5):e4831. DOI
  5. Bilderback, T. E. & Fonteno, W. C. (1987). Effects of container geometry and media physical properties on air and water volumes in containers. Journal of Environmental Horticulture 5(4):180–182. DOI
  6. Chase, A. R. (1988). Effect of fertilizer rate on growth of Ficus lyrata and susceptibility to Pseudomonas cichorii. HortScience 23(1):151–152. DOI
  7. Katoch, A. & Kulshrestha, U. C. (2022). Assessment of indoor air pollution through fine particle capturing potential and accumulation on plant foliage in Delhi, India. Aerosol and Air Quality Research 22:220014. DOI
  8. Royal Horticultural Society. Ficus lyrata: Hinweise zu Kultur, Schädlingen und Umgang mit der Pflanze. RHS
  9. Poole, R. T. & Conover, C. A. (1984). Propagation of ornamental Ficus by cuttings. HortScience 19(1):120. HortScience
  10. Abdolinejad, R. & Salehi Salmi, M. (2023). Indirect regeneration in Ficus lyrata Warb. and metabolite profiles influenced by nitric oxide and plant growth regulators. BMC Plant Biology 23:325. PubMed Central

Schädlinge, Krankheiten und Sicherheit

  1. Hogendorp, B. K., Cloyd, R. A. & Swiader, J. M. (2009). Silicon-based fertilizer applications have no effect on the reproduction and development of the citrus mealybug, Planococcus citri, feeding on fiddleleaf fig, Ficus lyrata (Warb.). HortScience 44(6):1616–1621. DOI
  2. Chase, A. R. (1987). Leaf and petiole rot of Ficus lyrata cv. Compacta caused by Pseudomonas cichorii. Plant Pathology 36(2):219–221. DOI
  3. Chase, A. R. (1993). Efficacy of fosetyl-Al for control of some bacterial diseases on ornamentals. Plant Disease 77:771–776. Plant Disease
  4. ASPCA Animal Poison Control Center. Hinweise zur Haustiersicherheit bei Geigenfeigen. ASPCA
  5. Animal Poisons Centre. Geigenfeige und Haustiere. Animal Poisons Centre

Biologie der Feigen

  1. FigWeb. Ficus lyrata und ihr Bestäuber Agaon spatulatum. FigWeb

Sortennamen

  1. Fang, J., Chen, J., Henny, R. J. & Chao, C.-C. T. (2007). Genetic relatedness of ornamental Ficus species and cultivars analyzed by amplified fragment length polymorphism markers. Journal of the American Society for Horticultural Science 132(6):807–815. Fachartikel
  2. Royal Horticultural Society. Ficus lyrata ‘Suncoast’. RHS

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