Spinnmilben an Zimmerpflanzen erkennen und bekämpfen
Du drehst ein Blatt mit auffälligen Flecken um und siehst eine staubig wirkende Unterseite. Im hellen Licht bewegt sich ein winziger Punkt. Vielleicht ziehen sich feine Fäden entlang einer Blattader, um den Blattstiel oder zwischen zwei Blättern. Solche Spuren können auf Spinnmilben hinweisen. Ähnlich aussehen können aber auch Schäden durch Thripse, angetrocknete Sprührückstände oder Probleme mit dem Gießen, dem Licht oder den Wurzeln.
Schaffe zuerst genügend Abstand zu den anderen Pflanzen, sieh dir die beschädigten Blätter genau an und kontrolliere die Pflanzen direkt daneben. Wie du danach vorgehst, hängt davon ab, was du findest: einzelne Milben an einer gut erreichbaren Stelle, ausgeprägte Gespinste an einer dicht belaubten Pflanze oder erste Anzeichen an mehreren Pflanzen.
Verdächtige Schäden entdeckt? Das solltest du zuerst tun
Spinnmilben lassen sich oft gut eindämmen, besonders wenn du sie früh entdeckst. Beginne mit diesen fünf Schritten und entscheide danach anhand deiner Beobachtungen, wie du weiter vorgehst.
- Verhindere, dass die Blätter andere Pflanzen berühren. Schaffe Platz rund um die verdächtige Pflanze. Wenn eine große oder hängende Pflanze beim Umstellen an den übrigen Bestand streifen würde, räume zuerst die Nachbarpflanzen beiseite. Lass die betroffene Pflanze zunächst stehen und arbeite an Ort und Stelle.
- Sieh genau hin, bevor du reinigst. Fotografiere die Schäden und kontrolliere danach die Blattunterseiten bei hellem Licht von der Seite. Mit einer Lupe oder einer Makrolinse fürs Handy erkennst du Milben, Eier, leere Häutungsreste und feine Gespinste, die mit bloßem Auge leicht zu übersehen sind.
- Kontrolliere die Pflanzen direkt daneben. Beginne mit Pflanzen, deren Blätter die betroffene Pflanze berührt haben, mit Pflanzen auf demselben dicht belegten Regal oder derselben Vitrinenebene und mit allen Nachbarpflanzen, die neue helle Sprenkel zeigen.
- Entferne sichtbare Milben und Gespinste, wenn die Pflanze das verträgt. Mit einem sanften Wasserstrahl, einem feuchten Tuch auf breiten, festen Blättern oder durch das Entfernen stark eingesponnener Blätter kannst du erreichbare Milben und einen Teil der Gespinste entfernen.
- Entscheide, wie du vorgehen willst, bevor du etwas sprühst. Manche Mittel sollten nicht nacheinander verwendet werden, und viele können Raubmilben schädigen.
Für die erste Kontrolle reichen eine helle Lampe, weißes Papier, eine Lupe und ein Handy oder eine Kamera. Tücher, Schneidwerkzeug und einen Beutel für entfernte Blätter brauchst du erst, wenn du weißt, dass die Pflanze das Reinigen oder Zurückschneiden verträgt.
Hast du die Pflanze bereits behandelt oder Raubmilben ausgebracht? Fotografiere und kontrolliere sie zuerst. Lies anschließend die Produktanleitung, bevor du die Pflanze abspülst oder ein weiteres Mittel verwendest. Wasser kann bereits ausgebrachte Raubmilben von den Blättern spülen. Auch nach dem Abspülen oder Trocknen können Rückstände zurückbleiben, die den Nützlingen schaden.
Was Spinnmilben sind und was sie an Zimmerpflanzen anrichten
Spinnmilben sind winzige pflanzensaugende Milben aus der Familie Tetranychidae. Sie gehören zu den Spinnentieren und sind damit näher mit Spinnen und Zecken verwandt als mit Insekten. Viele ausgewachsene Spinnmilben sind deutlich kleiner als 1 mm und sehen ohne Vergrößerung nur wie bewegliche Punkte aus.
An Zierpflanzen können verschiedene Arten auftreten. Besonders weit verbreitet und gut untersucht ist die Gemeine Spinnmilbe Tetranychus urticae. Für die ersten Schritte reicht es meist zu wissen, dass es sich wahrscheinlich um Spinnmilben handelt. Die genaue Art musst du noch nicht kennen. Bevor du ein Mittel oder Raubmilben auswählst, kann eine genauere Bestimmung jedoch wichtig sein, weil manche Produkte nur gegen bestimmte Arten wirken.
Warum Blätter hell gesprenkelt, matt oder bronzefarben werden
Spinnmilben stechen einzelne Blattzellen an und saugen ihren Inhalt aus. Jede Fraßstelle kann einen winzigen hellen Punkt hinterlassen. Viele verstreute Punkte ergeben die feine Sprenkelung, die oft früh im Befall auffällt. Wenn die Milben weiterfressen, können diese Stellen zusammenfließen. Das Blatt verliert seinen Glanz, wirkt graugrün oder matt, vergilbt oder nimmt einen bronzefarbenen Ton an.
Geschädigte Zellen werden nach dem Ende des Fraßes nicht wieder grün. Alte Spuren bleiben deshalb auch an einer Pflanze sichtbar, die sich bereits erholt. Ein starker Befall kann so viel gesundes Blattgewebe zerstören, dass Blätter vertrocknen oder früh abfallen, das Wachstum nachlässt und die gesamte Pflanze geschwächt wird.
Wie das Schadbild aussieht, hängt von der Milbenart, der Pflanze, der Blattfarbe und der Stärke des Befalls ab. Helle Sprenkel sind ein wichtiger Hinweis, bestätigen Spinnmilben allein aber noch nicht.
Warum Gespinste entstehen
Viele Spinnmilben bilden dort, wo sie fressen, sehr feine Seidenfäden. Die ersten Fäden sind beinahe unsichtbar. Mit zunehmendem Befall werden entlang der Blattadern, rund um Blattstiele, zwischen aneinanderliegenden Blättern oder über größeren Pflanzenteilen immer mehr Fäden sichtbar. Das Gespinst schützt die Milben und kann ihre Ausbreitung erleichtern.
Dichte Gespinste sprechen meist für einen fortgeschrittenen Befall, auch wenn manche Spinnmilben weniger auffällige Fäden bilden. Gewöhnliche Spinnen bauen ebenfalls Netze rund um Pflanzen. Feines Gespinst wird deshalb vor allem dann aussagekräftig, wenn dieselben Blätter auch helle Sprenkel und Milben auf der Unterseite zeigen.
Warum eine Kontrolle nicht genügt
Eier, junge Milben und ausgewachsene Tiere können gleichzeitig auf derselben Pflanze vorkommen. Unter einem einzigen Blatt findest du mitunter runde helle Eier, leere Häutungsreste und lebende Milben nebeneinander.
Beim Abspülen oder Abwischen entfernst du einen Teil der frei sitzenden Milben und Gespinste. Eier oder Tiere in geschützten Winkeln können zurückbleiben. Die Pflanze wirkt dadurch schnell sauberer, obwohl noch Milben oder Eier zurückgeblieben sein können. Genau deshalb sind weitere Kontrollen wichtig.
Wie schnell sich Spinnmilben vermehren, hängt von der Milbenart, der Pflanze und der Temperatur ab. Gemeine Spinnmilben entwickeln sich zum Beispiel bei wärmeren Bedingungen schneller. Warme oder trockene Luft erzeugt aber keine Spinnmilben. Die Tiere müssen die Pflanze zuerst erreichen.
Woher Spinnmilben kommen und wie sie sich ausbreiten
Eine neue Pflanze, ein Steckling oder eine Pflanze, die nach einem Aufenthalt draußen wieder ins Haus kommt, kann einen sehr kleinen, leicht zu übersehenden Befall mitbringen. Milben krabbeln von Blatt zu Blatt, wenn sich Pflanzen berühren, und können auch bei der normalen Pflanzenpflege weitergetragen werden. Hände, Tücher oder Werkzeuge, die du an einer befallenen Pflanze benutzt hast, können sie auf die nächste Pflanze übertragen, wenn du sie nicht vorher reinigst.
Spinnmilben krabbeln; sie fliegen und springen nicht von Pflanze zu Pflanze. Bei manchen Arten kann der Luftzug einzelne Milben an Seidenfäden weitertragen, besonders wenn sehr viele Tiere vorhanden sind oder die befallene Pflanze bereits stark geschwächt ist. In der Wohnung solltest du trotzdem zuerst Pflanzen kontrollieren, deren Blätter sich berühren oder die dicht beieinanderstehen.
Verschiedene Spinnmilbenarten bevorzugen unterschiedliche Pflanzen. Viele verbreitete Zierpflanzen können befallen werden.
Ein Spinnmilbenbefall ist kein Beweis für schlechte Pflege. Auch bei sorgfältiger Kontrolle kann eine Pflanze mit einem noch kaum sichtbaren Befall in die Sammlung gelangen.
Woran du erkennst, ob wirklich Spinnmilben dahinterstecken
Achte darauf, ob mehrere typische Anzeichen zusammen auftreten. Ein einzelnes blasses Blatt reicht nicht, ebenso wenig ein einziger beweglicher Punkt. Spinnmilben sind sehr wahrscheinlich die Ursache, wenn typische Blattschäden zusammen mit lebenden Milben, Eiern oder Häutungsresten und feinem Gespinst direkt an den betroffenen Blättern auftreten.
Kontrolliere zuerst die Blattunterseiten
Wähle Blätter mit frischen oder typischen Schäden und vergleiche sie mit einem gesund wirkenden Blatt derselben Pflanze. Beleuchte sie seitlich, damit winzige Körper und Seidenfäden Schatten werfen. Prüfe die Unterseiten, die größeren Blattadern, die Ansätze der Blattstiele, Falten, die Stellen, an denen Blatt und Stiel zusammentreffen, sowie dichtes Laub und eng stehende Triebe.
Eine Lupe mit etwa zehnfacher Vergrößerung hilft weit mehr als die Farbe allein. Zwischen hellen Eiern, leeren Häutungsresten und feinen Fäden kannst du runde oder ovale Milben erkennen. Spinnmilben können blassgelb, grünlich, orange, braun oder rot aussehen. Bei der Gemeinen Spinnmilbe Tetranychus urticae können dunkle Flecken auftreten. Zu Hause lassen sie sich jedoch meist nur schwer sicher beurteilen.
Fotografiere die ganze Pflanze, beide Seiten eines typisch geschädigten Blatts, sichtbare Gespinste und eine nahe gelegene Stelle, die noch unauffällig aussieht. So erkennst du spätere Veränderungen leichter. Klare Bilder helfen auch, wenn du später fachkundigen Rat zur Bestimmung brauchst.
Mit weißem Papier werden winzige Tiere sichtbarer
Halte ein weißes Blatt Papier unter ein verdächtiges Blatt und klopfe leicht dagegen. Winzige Milben oder Insekten, die auf der Pflanze kaum zu sehen waren, können auf das Papier fallen. Beobachte die Punkte bei hellem Licht und nutze möglichst eine Lupe.
Mit dem Klopftest erkennst du nur, dass sich an diesem Pflanzenteil etwas Winziges bewegt. Damit lässt sich weder die Art bestimmen noch sicher sagen, ob das Tier den Schaden verursacht hat oder ob die Pflanze frei von Milben ist. Nach dem Ausbringen von Raubmilben können auch Nützlinge auf das Papier fallen.
Mit gelben oder blauen Klebetafeln fängst du einige fliegende Schädlinge. Spinnmilben fliegen jedoch nicht und lassen sich damit weder zuverlässig erkennen noch überwachen. Untersuche deshalb immer die Pflanze selbst.
Häufige Verwechslungen
| Was du siehst | Woran du den Unterschied erkennen kannst |
|---|---|
| Spinnmilben | Feine helle Sprenkel, runde Eier oder helle Häutungsreste, Milben auf den geschädigten Blättern – besonders auf der Unterseite – und manchmal zartes Gespinst dicht an der Blattoberfläche. |
| Thripse | Silbrige, abgeschabte oder vernarbte Flächen, dunkle Kotpunkte nahe den Schäden, verformter Neuaustrieb oder Blüten sowie schmale Larven oder erwachsene Tiere. Auch Thripse können auf weißes Papier fallen. |
| Schildläuse | Erhabene, schild- oder wachsartige Gebilde, die fest an Stielen, Adern oder Blättern sitzen. Manche Arten hinterlassen zusätzlich klebrigen Honigtau und schwarzen Rußtau. |
| Staub, Kalkflecken oder angetrocknete Sprührückstände | Die Ablagerung lässt sich häufig abwischen oder auflösen. Sie bewegt sich nicht und verursacht keine neuen hellen Sprenkel im Blattgewebe, kann darunter sitzende Schädlinge aber verdecken. |
| Gewöhnliches Spinnennetz | Gröbere Fäden können Topf, Regal und Pflanze überspannen, ohne dass die Blätter dazu passend gesprenkelt sind oder sich auf ihren Unterseiten Milben finden. |
| Probleme mit Gießen, Wurzeln, Nährstoffen oder Licht | Vergilbung, Flecken oder Verbrennungen treten ohne Milben, Eier, Häutungsreste oder feines Spinnmilbengespinst auf. Das Muster lässt sich oft durch Veränderungen in der Pflege oder am Standort erklären. |
| Flachmilben oder falsche Spinnmilben | Diese winzigen pflanzensaugenden Milben können bronzefarbene Flächen, Narben, kleine Vertiefungen oder abgestorbene Stellen verursachen, meist ohne das feine Gespinst typischer Spinnmilben. Für eine sichere Bestimmung kann fachkundige Hilfe nötig sein. |
| Weichhautmilben, Cyclamenmilben oder andere winzige pflanzensaugende Milben | Die Schäden treten häufig am verformten, rauen, verdickten oder stockenden Neuaustrieb auf; sichtbares Gespinst fehlt meist. Auch hier kann eine fachkundige Bestimmung nötig sein. |
| Milben im Substrat | Sie laufen meist durch feuchtes Substrat oder zersetzendes Material, ohne dazu passende helle Fraßsprenkel auf den Blättern zu verursachen. |
| Ausgebrachte Raubmilben | Sie können sich nach dem Ausbringen auf den Blättern bewegen. Nutze die Bilder und Hinweise in der Produktanleitung und achte auf neue Blattschäden und frisches Spinnmilbengespinst, statt allein nach der Bewegung zu urteilen. |
Auch wenn du Spinnmilben gefunden hast, können an derselben Pflanze zusätzlich Thripse, Schildläuse oder ein Pflegeproblem vorkommen. Dann musst du möglicherweise zwei Ursachen gleichzeitig angehen. Prüfe vorher, ob das Pflanzenschutzmittel mit dem weiteren Produkt oder den Raubmilben verträglich ist.
Wenn du weiterhin unsicher bist
Halte die Pflanze von ihren Nachbarn fern und wende nicht sofort ein weiteres Mittel an. Sieh noch einmal genauer hin, wenn die Tiere zu klein für eine sichere Beurteilung sind, vor allem stark verformter Neuaustrieb betroffen ist, bronzefarbene oder vernarbte Stellen ohne Gespinst entstehen oder du trotz wiederholter Kontrollen keine Milben findest, die zum Schadbild passen.
Fotografiere die ganze Pflanze, beide Seiten der geschädigten Blätter und die neuesten Spuren. Notiere außerdem, welche Mittel du bereits verwendet hast. Klare Nahaufnahmen und eine Liste der bisherigen Behandlungen helfen einer fachkundigen Person deutlich mehr als ein entferntes Foto eines gelben Blatts. Das ist besonders wichtig, bevor du eine Raubmilbenart kaufst, die nur gegen bestimmte Milben geeignet ist, oder nach einer erfolglosen Behandlung ein weiteres Mittel einsetzt.
Für die sichere Bestimmung einer Spinnmilbenart können Mikroskopie oder Laborverfahren nötig sein. Du musst nicht jede Milbe allein anhand ihrer Farbe bestimmen können.
Wie stark ist die Pflanze befallen und wie weit haben sich die Milben verbreitet?
Beurteile zuerst die betroffene Pflanze und danach den Rest der Sammlung. Eine einzelne Pflanze kann bereits dicht eingesponnen sein, während ihre Nachbarn noch unauffällig wirken. Umgekehrt können mehrere Pflanzen einen kleinen, noch frühen Befall haben, bevor eine davon deutlich geschädigt aussieht.
Wie sieht die betroffene Pflanze aus?
Du vermutest Spinnmilben, hast aber noch keine gefunden: Die Schäden passen möglicherweise zu Spinnmilben, doch du siehst weder lebende Milben noch Eier, Häutungsreste oder dazu passendes Gespinst.
Du findest wenige Milben an einer gut erreichbaren Stelle: Die Anzeichen beschränken sich auf einen kleinen Bereich, den du vollständig kontrollieren und reinigen kannst. Gespinst fehlt oder ist nur vereinzelt vorhanden.
Neue Schäden breiten sich an der Pflanze aus: An mehreren Blättern oder Wachstumspunkten entstehen frische Sprenkel, bei den Kontrollen tauchen weiterhin Milben auf, Blätter werden matt oder bronzefarben oder feine Fäden sind leichter zu finden.
Die Pflanze ist stark befallen oder kaum zu reinigen: Größere Bereiche sind eingesponnen, Vergilbung oder bronzefarbene Schäden sind weit verbreitet, Blätter vertrocknen oder fallen ab, der Neuaustrieb ist geschädigt, du findest sehr viele Milben oder die Pflanze ist zu dicht gewachsen oder zu empfindlich für eine gründliche Kontrolle.
Damit kannst du besser einschätzen, wie viel von der Pflanze du tatsächlich erreichst und ob gründliches Reinigen allein sinnvoll ist.
Wie weit könnten sich die Milben ausgebreitet haben?
Nur die erste Pflanze zeigt Anzeichen: Pflanzen, deren Blätter die betroffene Pflanze berührt haben, und ihre unmittelbaren Nachbarn bleiben auch nach genauer Kontrolle unauffällig.
Auch Nachbarpflanzen könnten betroffen sein: Ihre Blätter haben die befallene Pflanze berührt, sie standen dicht auf demselben Regal oder du hast für sie dasselbe noch ungereinigte Tuch oder Werkzeug benutzt.
Mehrere Pflanzen in einem Bereich zeigen Anzeichen: Auf demselben Regal, derselben Vitrinenebene oder derselben Fensterbank findest du an mehr als einer Pflanze lebende Milben, frisches Gespinst oder passende neue Schäden.
Spinnmilben tauchen in getrennten Teilen der Sammlung auf: Frische Anzeichen finden sich an verschiedenen Stellen. Möglicherweise wurde eine Pflanze übersehen, Milben wurden bei der Pflege weitergetragen oder sie gelangten mit mehreren Pflanzen in die Sammlung.
Kontrolliere Nachbarpflanzen in dieser Reihenfolge
- Pflanzen, deren Blätter die betroffene Pflanze berührt haben;
- Pflanzen auf demselben dicht belegten Regal oder derselben Vitrinenebene;
- Pflanzen, die du danach mit demselben ungereinigten Tuch oder Werkzeug gepflegt hast;
- nahe Pflanzen mit neuen hellen Sprenkeln;
- dicht gewachsene Pflanzen, deren Blattunterseiten schwer einsehbar sind; und
- den übrigen Bestand, vom betroffenen Bereich ausgehend.
Teile eine große Sammlung in überschaubare Gruppen ein, zum Beispiel nach Regal, Vitrine oder Fenster. Eine kurze Notiz darüber, welche Bereiche du bereits kontrolliert hast, verhindert, dass einzelne Pflanzen übersehen werden.
Kontrolliere jede Pflanze, deren Blätter die betroffene Pflanze berührt haben oder die dicht daneben stand. Richte die Behandlung jeder Pflanze danach aus, welche Anzeichen sie zeigt. Manche Raubmilbenprodukte sind zur Vorbeugung gedacht. Setze sie nur dann vorbeugend ein, wenn die Produktanleitung dies ausdrücklich vorsieht. Eine Pflanze muss nicht automatisch behandelt werden, nur weil ihre Blätter die befallene Pflanze möglicherweise berührt haben.
Besprühe nicht vorsorglich jede Nachbarpflanze. Das kann empfindliche Blätter schädigen, Raubmilben töten und später die Einschätzung erschweren, welche Pflanzen noch befallen sind.
Sobald du weißt, welche Pflanzen betroffen sind, wähle die einfachste Methode, die du konsequent umsetzen kannst.
So wählst du die passende Methode
Die Tabelle zeigt dir, welcher nächste Schritt zu deiner Situation passt. Ein kleiner Befall an einer gut erreichbaren Stelle lässt sich zunächst durch gründliches Reinigen und häufige Kontrollen angehen. Sind bereits deutliche Gespinste vorhanden, sitzen die Milben an vielen Pflanzenteilen, sind mehrere Pflanzen betroffen oder entstehen nach dem Reinigen neue Schäden, solltest du zusätzlich eine passende Behandlung beginnen.
| Methode | Geeignet, wenn | Wichtig |
|---|---|---|
| Reinigen und kontrollieren | Du findest nur wenige Milben in einem gut erreichbaren Bereich oder möchtest ihre Zahl vor einer weiteren Behandlung verringern. | Du entfernst nur die Milben, die du erreichst. Achte danach auf neue Schäden. |
| Ein zugelassenes Mittel gegen Milben verwenden | Lebende Milben oder neue Schäden treten weiterhin auf und es gibt ein für deine Pflanze und den Innenraum zugelassenes Mittel. | Halte dich an das Etikett. Rückstände können später eingesetzte Raubmilben schädigen. |
| Lebende Raubmilben einsetzen | Du hast Spinnmilben sicher erkannt, die Bedingungen passen zur gewählten Raubmilbe und früher eingesetzte Mittel gefährden sie nicht. | Bringe die Raubmilben nach Erhalt zügig aus und halte dich an die Anleitung. |
Beschränke dich nur dann auf das Reinigen, wenn der Befall klein ist und du alle betroffenen Stellen gründlich erreichen kannst. Bei einem fortgeschrittenen Befall oder wenn du viele Stellen nicht erreichst, reinigst du nur so weit, wie es die Pflanze verträgt, und beginnst gleichzeitig mit einer passenden Behandlung.
Entferne zunächst sichtbare Milben und Gespinste
So reinigst du unterschiedliche Pflanzen
Durch Abspülen oder Abwischen kannst du einen Teil der frei sitzenden Milben, Häutungsreste und Gespinste entfernen. Bei der nächsten Kontrolle erkennst du dann leichter, ob neue Spuren hinzugekommen sind. Wähle immer eine Methode, die die Pflanze verträgt.
Feste Blätter: Spüle sie vorsichtig mit sauberem Wasser ab und stütze dabei Blätter und Stiele. Richte den sanften Strahl auf die Unterseiten und geschützten Stellen, ohne das Gewebe zu quetschen. Decke das Substrat bei Bedarf ab und lasse überschüssiges Wasser gut ablaufen.
Breite, glatte Blätter: Wische sie mit einem weichen, feuchten Tuch ab. Nutze immer wieder eine saubere Stelle des Tuchs, damit du Milben abnimmst, statt sie von Blatt zu Blatt zu verteilen.
Empfindliche, filzige, bereifte oder schnell fleckig werdende Blätter: Wische sie nur ab, wenn du sicher weißt, dass die Oberfläche das verträgt. Auch Nässe kann manche Blätter schädigen. Gezieltes Zurückschneiden oder eine andere Behandlung ist mitunter schonender.
Hängende oder kletternde Pflanzen: Arbeite Trieb für Trieb oder Abschnitt für Abschnitt. Halte bereits kontrollierte Triebe möglichst von den noch ungeprüften getrennt. Sieh dir jede Blattunterseite, die Ansätze der Blattstiele, Klammern, Bänder sowie alle Stellen an Rankhilfen und Stützen an, die Blätter oder Stiele berühren.
Eine Pflanze, die sich nicht umstellen lässt: Räume die Nachbarpflanzen weg, schütze den Arbeitsbereich und reinige die betroffene Pflanze abschnittsweise. Solange sie getrennt steht, braucht sie weiterhin passendes Licht und ihre gewohnte Pflege.
Pflanzenvitrinen und Terrarien: Kontrolliere jede Pflanze im geschlossenen Bereich. Achte darauf, wo Blätter an Stützen oder an anderen Pflanzen anliegen und welche Werkzeuge du für mehrere Pflanzen benutzt. Verneble oder versprühe keine selbst gemischte Lösung in der gesamten Vitrine oder im Terrarium. Die Pflanzen und eventuell bereits eingesetzten Raubmilben vertragen möglicherweise nicht dasselbe Mittel.
Entferne ein stark eingesponnenes, stark welkendes oder absterbendes Blatt, wenn du dadurch besser an die übrige Pflanze gelangst und noch ausreichend gesundes Laub verbleibt. Gib abgeschnittenes Material sofort in einen Beutel oder geschlossenen Behälter, bevor du es durch den Raum trägst, und reinige anschließend das Schneidwerkzeug.
Kontrolliere Untersetzer, Übertöpfe, Klammern und Stützen, die befallene Blätter berührt haben. Entferne sichtbare Fäden und herabgefallenes Pflanzenmaterial und wische abwaschbare Flächen sauber. Konzentriere dich vor allem auf die Pflanze. Das Reinigen dieser Flächen ist nur eine zusätzliche Vorsichtsmaßnahme.
Möchtest du zusätzlich Raubmilben einsetzen? Lies vor einem gründlichen Abbrausen oder Rückschnitt die Produktanleitung. Die richtige Reihenfolge hängt von der Raubmilbenart, der Stärke des Befalls und davon ab, wie das Produkt geliefert wird. Nach dem Ausbringen solltest du die Pflanze nur noch abspülen oder besprühen, wenn die Anleitung dies ausdrücklich erlaubt.
Wann Reinigen allein ausreichen kann
Du kannst es zunächst mit gründlichem Reinigen versuchen, wenn du nur wenige Milben gefunden hast, alle betroffenen Stellen erreichst, die Pflanze die Behandlung verträgt und die Nachbarpflanzen unauffällig bleiben.
Kontrolliere anfangs häufig. Sieh dir dieselben fotografierten Blätter, den angrenzenden Neuaustrieb und einige zunächst unauffällige Stellen erneut an. Entferne sichtbare Spinnmilben und frisches Gespinst wieder, sobald sie auftauchen.
Reinige weiter, solange du immer weniger Milben findest, keine neuen Schäden entstehen und benachbarte Blätter unauffällig bleiben. Beginne zusätzlich mit einer passenden Behandlung, wenn neue Sprenkel oder Gespinste auftreten, Milben an unerreichbaren Stellen sitzen, weitere Pflanzen betroffen sind oder die wiederholte Reinigung die Pflanze belastet.
Wenn Reinigen nicht ausreicht
Entscheide dich entweder für ein zugelassenes Mittel gegen Milben oder für geeignete Raubmilben. Bei einem fortgeschrittenen Befall oder wenn du viele Stellen nicht erreichst, reinigst du nur so weit, wie es die Pflanze verträgt, und beginnst gleichzeitig mit der gewählten Behandlung. Bei einem kleineren Befall setzt du eine Behandlung ein, wenn trotz sorgfältiger Reinigung weiterhin lebende Milben, frisches Gespinst oder neue Sprenkel auftreten.
Ein zugelassenes Mittel gegen Spinnmilben verwenden
Wenn gründliches Reinigen nicht mehr genügt, kann ein geeignetes Pflanzenschutzmittel helfen. Suche nach einem Mittel, das in deinem Land gegen Spinnmilben an Zierpflanzen im Innenraum zugelassen ist. Prüfe anschließend auf dem Etikett, ob du es an deiner Pflanze und in Innenräumen anwenden darfst.
Ein geeignetes und zugelassenes Mittel finden
In der EU werden Pflanzenschutzmittel von den einzelnen Mitgliedstaaten zugelassen. Nutze die Datenbank oder die Informationen der zuständigen Behörde deines Landes und lies danach immer das Etikett des konkreten Produkts. Die Europäische Kommission erklärt das Zulassungsverfahren in der EU.
Prüfe vor dem Kauf, ob auf dem Etikett:
- Spinnmilben oder die konkrete Milbenart genannt sind, gegen die du vorgehen möchtest;
- die Anwendung an Zierpflanzen im Innenraum erlaubt ist;
- das Mittel für den privaten Gebrauch zugelassen ist, sofern zwischen privater und beruflicher Anwendung unterschieden wird; und
- deine Pflanzenart nicht von der Anwendung ausgeschlossen wird.
Ein allgemeines Mittel gegen Insekten oder Zimmerpflanzenschädlinge wirkt nicht automatisch gegen Milben. Das Etikett muss Spinnmilben nennen und die Anwendung an deiner Pflanze im Innenraum erlauben.
Diese Hinweise gelten für Zierpflanzen. Verwende ein Mittel an Kräutern, fruchttragenden Pflanzen oder anderen essbaren Kulturen nur, wenn das Etikett genau diese Kultur und Anwendung erlaubt.
Sobald du sicher bist, dass es sich um Spinnmilben handelt, kannst du in unserer Auswahl zur Schädlingsbekämpfung nach einem passenden Produkt suchen. Prüfe vor der Entscheidung immer das Etikett des Mittels oder, bei Raubmilben, die jeweilige Produktanleitung.
Vor der Anwendung das Etikett lesen
Auf dem Etikett steht, wie viel du verwenden darfst, wie das Mittel anzuwenden ist, welche Pflanzenteile du benetzen musst und wann du die Anwendung wiederholen darfst. Dort erfährst du auch, wie viele Anwendungen erlaubt sind und ob bestimmte Pflanzen oder Situationen ausgeschlossen sind. Außerdem findest du Angaben zu Lagerung, Entsorgung und Lüften sowie zur Sicherheit von Kindern, Haustieren und Aquarien und dazu, ab wann der behandelte Raum wieder genutzt werden darf.
Manche Mittel wirken nur, wenn sie die Milben direkt treffen. Benetze deshalb alle Pflanzenteile so gründlich, wie es das Etikett vorgibt. Spinnmilben sitzen häufig unter den Blättern und in Falten; ein kurzer Sprühnebel von oben erreicht sie dort womöglich nicht. Erhöhe niemals eigenmächtig die Konzentration und durchnässe die Pflanze nicht stärker als angegeben.
Verlangt das Etikett einen Verträglichkeitstest an einem kleinen Pflanzenteil, halte dich an die dort beschriebene Methode und Wartezeit. Beides kann sich je nach Produkt und Pflanze unterscheiden.
Bewahre die Verpackung auf und notiere dir Produktname, Wirkstoff, Anwendungsdatum und was laut Etikett als Nächstes ansteht. So vermeidest du eine versehentliche Doppelbehandlung und hast alle Angaben zur Hand, falls du später Raubmilben einsetzen möchtest.
Wenn das Mittel die Pflanze offenbar schädigt
Wende zunächst nichts Weiteres an. Prüfe, welches Mittel du verwendet hast, wie du es angemischt hast und wo und wann du es ausgebracht hast. Notiere auch, welche Blätter benetzt wurden. Spritzschäden können sich als verbrannte, ausgebleichte oder wässrig wirkende Flecken, vertrocknete Blattränder oder als Flecken genau in den besprühten Bereichen zeigen. Das Muster unterscheidet sich je nach Pflanze und Produkt.
Halte dich an die Hinweise auf dem Etikett. Sorge weiterhin für passende Lichtverhältnisse und gieße nach Bedarf. Ist die Reaktion unklar, frage beim Hersteller oder Händler nach oder hol dir Rat bei einer Gärtnerei mit Erfahrung im Pflanzenschutz. Suche gleichzeitig weiter nach lebenden Milben. So kannst du besser einschätzen, ob neue Flecken oder Schäden vom Mittel oder vom weiteren Fraß stammen.
Lebende Raubmilben einsetzen
Raubmilben sind winzige Jäger, die auf den Blättern Spinnmilben und andere Pflanzenmilben fressen. Sie sind keine Zimmerpflanzenschädlinge und richten an der Pflanze normalerweise keinen Schaden an. Menschen und Haustiere befallen sie nicht. Bei manchen lebenden Produkten gibt es Hinweise zu Allergien oder zur Handhabung; befolge deshalb die mitgelieferte Anleitung.
Bei einem bestätigten Spinnmilbenbefall können Raubmilben eine gute Wahl sein. Prüfe vor der Bestellung, ob die gewählte Raubmilbenart gegen die Spinnmilben auf deiner Pflanze geeignet ist. Kontrolliere außerdem, ob Temperatur und Luftfeuchtigkeit am Standort zur Produktanleitung passen und ob kein zuvor verwendetes Mittel die Nützlinge schädigt. Raubmilben wirken nach und nach. Sie müssen lebend und in gutem Zustand ankommen und zeitnah ausgebracht werden.
Phytoseiulus persimilis ist eine spezialisierte Raubmilbe, die häufig eingesetzt wird, wenn bereits ein aktiver Befall mit der Gemeinen Spinnmilbe oder bestimmten verwandten Tetranychus-Arten besteht. Sie ist stark auf Spinnmilben als Nahrung angewiesen.
Neoseiulus californicus frisst ebenfalls Spinnmilben, kann aber zusätzlich andere Nahrungsquellen nutzen. Je nach Produkt eignet sie sich bereits für einen frühen Befall oder für Sammlungen, in denen Spinnmilben wiederholt auftreten.
Das sind zwei verbreitete Beispiele; daneben gibt es weitere Nützlinge gegen Milben. Prüfe bei jedem Produkt, gegen welche Milben es eingesetzt werden kann und ob es für den Einsatz an Zimmerpflanzen im Innenraum vorgesehen ist.
Einen allgemeinen Einstieg in die biologische Schädlingsbekämpfung findest du in unserem Ratgeber zu Nützlingen an Zimmerpflanzen.
Vor der Bestellung von Raubmilben
Prüfe, ob:
- die gewählte Raubmilbe gegen die Spinnmilben auf deiner Pflanze geeignet ist;
- das Produkt für einen frühen oder fortgeschrittenen Befall oder zur Vorbeugung vorgesehen ist;
- Temperatur und Luftfeuchtigkeit am Standort den Angaben in der Anleitung entsprechen;
- kürzlich verwendete Mittel die Raubmilben nicht schädigen;
- der Anbieter in dein Land liefert und bestätigt, dass das Produkt dort für den Einsatz an Zimmerpflanzen im Innenraum vorgesehen ist; und
- jemand die Lieferung annehmen und die Raubmilben bald darauf ausbringen kann.
Frage beim Anbieter nach, wenn die Produktinformationen nicht eindeutig sind. Für die erste Kontrolle und Reinigung musst du die genaue Spinnmilbenart meist nicht kennen. Vor dem Ausbringen solltest du jedoch sicher sein, dass die gewählte Raubmilbe gegen die Spinnmilben auf deiner Pflanze geeignet ist.
Frühere Spritzmittel immer angeben
Pflanzenschutzmittel, Öle und Seifenpräparate können Raubmilben direkt töten oder Rückstände hinterlassen, die ihnen schaden. Auch nach dem Abspülen oder Trocknen können schädliche Rückstände auf den Blättern bleiben.
Teile dem Anbieter genau mit, welches Mittel du wann verwendet hast. So kann der Anbieter prüfen, ob das Mittel mit der geplanten Raubmilbe verträglich ist.
Eine Gärtnerei oder die Person, der die Pflanze vorher gehörte, kann sie behandelt haben, ohne dass du davon weißt. Ist die Vorgeschichte unbekannt, kontrolliere die Pflanze weiter und entferne sichtbare Milben, sofern die Blätter eine Reinigung vertragen. Frage den Anbieter um Rat oder wähle eine andere Behandlung. Allein durch Warten oder Abspülen lässt sich nicht feststellen, ob die Rückstände für Raubmilben ungefährlich sind.
Vor der Ankunft alles vorbereiten
Möchtest du die Pflanze reinigen und anschließend Raubmilben ausbringen, lies vor dem Abbrausen oder Zurückschneiden die Produktanleitung. Erledige diese Arbeiten nur dann vor dem Ausbringen, wenn die Anleitung oder der Anbieter diese Reihenfolge empfiehlt.
Halte dich an die Angaben zu Lieferung, Lagerung, Ausbringung, Menge, möglichen Wiederholungen und Standortbedingungen. Lebende Produkte sind nur begrenzt haltbar. Bereite Pflanze und Einsatzort deshalb vor der Lieferung vor.
Lass die Raubmilben und das mitgelieferte Trägermaterial wie Kleie oder Vermiculit nach dem Ausbringen an ihrem Platz, sofern die Anleitung nichts anderes vorgibt. Spüle die Pflanze nicht ab und wende kein weiteres Mittel an, ohne vorher die Verträglichkeit zu prüfen.
Raubmilben verringern die Zahl der Spinnmilben nach und nach. Alte Blattschäden bleiben sichtbar. Achte deshalb darauf, ob neue Schäden und frisches Spinnmilbengespinst ausbleiben und ob du immer weniger Spinnmilben findest. Raubmilbenarten, die sich ausschließlich von Spinnmilben ernähren, können verschwinden, sobald kaum noch Beute vorhanden ist. Raubmilben, die zusätzlich andere Nahrung nutzen, bleiben mitunter länger.
Häufige Hausmittel: Was du wissen solltest
Abbrausen oder Abwischen entfernt einen Teil der Milben und Gespinste. Beurteile den Erfolg bei den späteren Kontrollen und nicht danach, wie sauber die Blätter unmittelbar danach aussehen.
Geschirrspülmittel ist nicht dasselbe wie ein fertig formuliertes Seifenpräparat, das gegen Pflanzenschädlinge zugelassen ist. Bei selbst gemischten Lösungen gibt es keine Konzentration, die jede Zimmerpflanze verträgt. Sie können Flecken oder Verbrennungen verursachen.
Bei Neem kommt es auf das konkrete Produkt an. Ein fertig formuliertes Neemprodukt, das für den Schädling und die Anwendung zugelassen ist, hat ein eigenes Etikett. Reines Neemöl und selbst gemischte Lösungen sind damit nicht gleichzusetzen.
Alkohol und Mischungen mit ätherischen Ölen unterscheiden sich stark in ihrer Konzentration und können Pflanzen schädigen. Sie eignen sich nicht als allgemein gültige Rezepte für Zimmerpflanzen.
Eine höhere Luftfeuchtigkeit kann manche Spinn- und Raubmilben beeinflussen, beseitigt aber keinen fortgeschrittenen Befall. Pflege die Pflanze weiterhin unter den für sie passenden Bedingungen und wähle eine Methode, die direkt gegen die Milben wirkt.
Woran du erkennst, ob die Behandlung wirkt
Die Schäden an bereits betroffenen Blättern bleiben sichtbar. Vergleiche die Pflanze deshalb mit früheren Fotos und achte vor allem auf neue Schäden. Wie lange die Bekämpfung dauert, hängt von der gewählten Methode, der Stärke des Befalls, der Pflanze und den Bedingungen am Standort ab.
Vergleichsfotos aufnehmen
Fotografiere vor dem Reinigen, der Anwendung eines Mittels oder dem Ausbringen von Raubmilben:
- den am stärksten geschädigten Bereich;
- ein Blatt an der Grenze zwischen geschädigtem und noch unauffälligem Gewebe;
- sichtbare Gespinste;
- die direkt benachbarten Pflanzen, deren Blätter die betroffene Pflanze berührt haben könnten; und
- Flecken oder Schäden, die möglicherweise vom verwendeten Mittel stammen.
Notiere das Datum und was du gemacht hast. Halte auch fest, welches Mittel oder welche Raubmilben du verwendet hast. Eine kurze Notiz im Handy genügt.
Immer dieselben Stellen erneut kontrollieren
Prüfe den ursprünglichen Befallsherd, mehrere benachbarte Blätter und einige Stellen, die zu Beginn unauffällig waren. Sieh dir die Blätter von oben und unten an. Kontrolliere die Pflanze so oft, wie es die Anleitung des Mittels oder Raubmilbenprodukts vorsieht, und sieh früher nach, sobald dir eine sichtbare Veränderung auffällt.
Achte darauf, ob:
- du an denselben Stellen weniger Spinnmilben findest;
- nach dem Entfernen des alten Gespinsts keine neuen Fäden entstehen;
- sich die Schäden nicht über den fotografierten Bereich hinaus ausbreiten;
- anfangs unauffällige Blätter weiterhin unauffällig bleiben;
- neuer Austrieb während der Wachstumsphase gesund erscheint; und
- an den direkt benachbarten Pflanzen keine eindeutigen Spinnmilbenspuren auftreten.
Alte Schäden bleiben auch nach dem Ende des Fraßes sichtbar
Gesprenkeltes oder bronzefarbenes Gewebe nimmt seine ursprüngliche Farbe nicht wieder an. Ein stark geschädigtes Blatt kann weiter vergilben oder abfallen, weil seine Zellen bereits verletzt waren. Alte Fäden und leere Häutungsreste bleiben mitunter in einer Falte oder rund um einen Blattstiel hängen.
Entscheidend sind lebende Spinnmilben, frisches Gespinst und Schäden, die sich in zuvor unauffälliges Gewebe ausbreiten. Ein altes Blatt kann sich noch verschlechtern, obwohl der Fraß bereits beendet ist.
Nach dem Ausbringen von Raubmilben
Der Klopftest auf weißem Papier lässt sich nach dem Ausbringen schwerer deuten, weil neben Spinnmilben auch Nützlinge von der Pflanze fallen können. Einige Raubmilben, darunter erwachsene Phytoseiulus persimilis, bewegen sich oft auffallend schnell. Geschwindigkeit, Farbe und Bewegung reichen zur sicheren Unterscheidung jedoch nicht aus.
Nutze die Bilder und Hinweise zur Bestimmung in der Produktanleitung. Achte vor allem darauf, ob neue Fraßschäden und frisches Spinnmilbengespinst entstehen und ob zunächst unauffälliges Gewebe weiterhin unbeschädigt bleibt. Prüfe die Anleitung, bevor du die Methode wechselst, denn eine sich bewegende Milbe kann zu den von dir ausgebrachten Nützlingen gehören.
Kleie, Vermiculit oder anderes Trägermaterial kann auf der Pflanze sichtbar bleiben. Sieh in der Anleitung nach, bevor du es entfernst, und frage den Anbieter, wenn du Raub- und Spinnmilben nicht unterscheiden kannst.
Wenn sich der Befall nicht bessert
Treten weiterhin neue Sprenkel, frische Fäden oder Spinnmilben auf, prüfe vor einem Wechsel vier Punkte.
- Stimmt die Diagnose noch? Spinnmilben sind möglicherweise nicht das einzige Problem. Auch Thripse, Schildläuse, andere Milben oder ein zusätzliches Pflege- oder Standortproblem können beteiligt sein.
- Hast du die gesamte Pflanze erreicht? Kontrolliere dichtes Laub, eng stehende Triebe, Blattfalten, Blattunterseiten und nahe Pflanzen, an denen noch Milben sitzen könnten.
- War das Mittel oder die Raubmilbe für den Befall geeignet? Prüfe, ob Spinnmilben auf dem Etikett genannt werden, die Anwendung an deiner Pflanze im Innenraum erlaubt ist und du die Anleitung korrekt befolgt hast. Bei Raubmilben müssen die Art der Spinnmilbe, die Bedingungen am Standort und die Stärke des Befalls zum Produkt passen. Bedenke außerdem, ob ein früher angewendetes Mittel ihre Wirkung beeinträchtigt haben könnte.
- Könnten die neuen Flecken von der Behandlung stammen? Vergleiche sie mit den Bereichen, auf die das Mittel gelangt ist, und suche weiterhin nach lebenden Milben.
Spinnmilben können mit der Zeit gegen manche Wirkstoffe resistent werden. Wirkt ein geeignetes Mittel trotz korrekter Anwendung nicht, erhöhe weder die Dosis noch wende es früher erneut an. Halte dich an das Etikett und lass dich beraten, welches andere zugelassene Mittel infrage kommt.
Kläre zuerst, warum die Methode nicht wirkt, bevor du sie wechselst. Setze keine stärkere selbst gemischte Lösung an, wiederhole ein Produkt nicht früher als erlaubt und kombiniere nicht mehrere Behandlungen auf Verdacht. Dadurch kann die Pflanze Schaden nehmen, und bei neuen Flecken lässt sich die Ursache noch schwerer erkennen.
Wann darf die Pflanze zurück in die Sammlung?
Halte sie getrennt, solange du neue Fraßspuren, frisches Spinnmilbengespinst oder immer mehr Spinnmilben findest.
Bevor du die Pflanze wieder zu den anderen stellst, sollten alle folgenden Bedingungen erfüllt sein:
- Alle in der Anleitung des Mittels oder Raubmilbenprodukts vorgesehenen Anwendungen und Kontrollen sind abgeschlossen.
- Wiederholte Kontrollen zeigen keine neuen Sprenkel und kein frisches Spinnmilbengespinst.
- Du findest keine lebenden Spinnmilben mehr.
- Nach dem Ausbringen von Raubmilben lassen sich noch sichtbare Tiere anhand der Produktanleitung als Nützlinge erkennen, und es entstehen keine neuen Fraßschäden.
- Du hast die direkt benachbarten Pflanzen sowie alle Stützen und Untersetzer erneut kontrolliert, die mit befallenen Pflanzenteilen in Berührung kamen.
- Nach der Rückkehr hat die Pflanze genügend Platz, damit du sie weiterhin gut kontrollieren kannst.
Sieh auch nach der Rückkehr gelegentlich unter die Blätter. So entdeckst du einen übersehenen Restbefall frühzeitig, auch wenn Spinnmilben später erneut mit einer anderen Pflanze eingeschleppt werden können.
Unterstütze die Pflanze bei der Erholung
Sobald keine neuen Fraßschäden mehr entstehen, beginnt die Erholungsphase. Beurteile den Fortschritt am gesunden Neuaustrieb und daran, dass keine frischen Schäden hinzukommen. Die Schäden an älteren Blättern können dauerhaft sichtbar bleiben.
Noch funktionsfähige Blätter behalten
Ein gesprenkeltes Blatt mit viel grünem Gewebe versorgt die Pflanze weiterhin. Lass es stehen, solange es noch stabil ist und die Kontrolle anderer Pflanzenteile nicht behindert. Entferne es, wenn es sehr stark geschädigt oder dicht eingesponnen ist und die Pflanze den Verlust verkraften kann.
Verwende ein sauberes Schneidwerkzeug und entferne bei einer geschwächten Pflanze nicht den Großteil des Laubs auf einmal.
Zur gewohnten Pflege zurückkehren
Pflege die Pflanze wieder wie gewohnt: Sorge für passende Lichtverhältnisse und Temperaturen und gieße nach Bedarf. Vermeide dauerhaft nasses Substrat, starke Trockenheit, eine plötzliche Umstellung auf starke Sonneneinstrahlung und einen zu dunklen Standort, solange die Pflanze getrennt steht.
Versuche nicht, die Erholung mit viel Dünger zu erzwingen. Dünge nur während des aktiven Wachstums und entsprechend den normalen Ansprüchen der Pflanze. Zusätzlicher Dünger repariert keine geschädigten Zellen und kann die Wurzeln belasten.
Nur umtopfen, wenn es noch einen anderen Grund gibt
Die hier behandelten verbreiteten Spinnmilben fressen vor allem an Blättern und anderen oberirdischen Pflanzenteilen. Lass die Wurzeln in Ruhe, solange es keinen anderen Grund zum Umtopfen gibt, etwa Probleme mit dem Wasserabzug, den Wurzeln oder der Topfgröße. Milben, die du hauptsächlich in feuchtem Substrat siehst, können zu einer anderen Gruppe gehören. Umtopfen ist keine übliche Maßnahme gegen Spinnmilben.
Den Neuaustrieb beobachten
Vorhandene Schäden können während der gesamten Lebensdauer des Blatts sichtbar bleiben. Wenn sich alte Schäden nicht weiter ausbreiten und neue Blätter ohne frische Sprenkel wachsen, sind das gute Zeichen für die Erholung.
Wie lange die Pflanze braucht, hängt von ihrer Art, dem verbliebenen gesunden Laub, ihrer Wachstumsphase und dem Zustand der Wurzeln ab. Eine schnell wachsende Pflanze ersetzt beschädigte Blätter möglicherweise zügig. Eine langsam wachsende oder stark entlaubte Pflanze benötigt oft deutlich länger.
Schütze den Rest deiner Sammlung
Auch wenn der akute Befall unter Kontrolle ist, solltest du weiterhin Pflanzen prüfen, deren Blätter die betroffene Pflanze berührt haben, die mit ihr auf demselben Regal standen oder deren dichtes Laub schwer einsehbar ist. So kannst du einen kleinen Befall entdecken, bevor er sich erneut ausbreitet.
Pflanzen und Kontaktstellen weiter kontrollieren
Bei einer großen Sammlung hilft eine kurze Notiz zu jeder betroffenen Pflanze: wo sie steht, wann du die ersten Milben gefunden hast, was du bisher unternommen hast, was als Nächstes ansteht und was du bei der letzten Kontrolle gesehen hast. Gruppiere die Pflanzen nach Regal, Vitrine oder Fenster, damit du erkennst, welche Bereiche bereits geprüft wurden.
Sieh dir bei späteren Kontrollen auch Klammern, Bänder, Rankhilfen, Moosstäbe, Untersetzer und Übertöpfe an, die mit befallenen Blättern in Berührung gekommen sind. Entferne frische Fäden und hängen gebliebenes Pflanzenmaterial. Wende ein Mittel nur dann an einer Stütze oder im Substrat an, wenn das Etikett diese Verwendung erlaubt.
In einer Pflanzenvitrine oder einem Terrarium stehen die Pflanzen dicht beieinander und werden oft mit denselben Werkzeugen gepflegt. Kontrolliere deshalb jede Pflanze darin. Halte Temperatur, Licht und Luftfeuchtigkeit in einem Bereich, der zu den Pflanzen passt, und beachte zusätzlich die Anleitung des Raubmilbenprodukts oder des verwendeten Mittels. Richte die Behandlung jeder Pflanze danach aus, welche Anzeichen sie zeigt, statt eine selbst gemischte Lösung in der gesamten Vitrine oder im Terrarium zu versprühen.
Eine Verschleppung bei der Pflege vermeiden
Benutze saubere Werkzeuge und wische nicht mehrere Pflanzen mit demselben Tuch ab. Verpacke abgeschnittenes Laub, bevor du es durch den Raum trägst. Pflege möglichst zuerst Pflanzen ohne Anzeichen eines Befalls und erst danach die befallene Pflanze. Wasche anschließend die Hände und reinige die Werkzeuge.
Neue Pflanzen und Stecklinge
Kontrolliere Blattunterseiten, Ansätze der Blattstiele und verdächtige helle Stellen, bevor eine neue Pflanze den übrigen Bestand berührt. Halte sie nach Möglichkeit getrennt, bis du sie mehr als einmal geprüft und nichts Auffälliges gefunden hast. Bleibt etwas verdächtig, lass die Pflanze länger getrennt stehen.
Stelle einen Neuzugang so auf, dass du beide Blattseiten gut erreichen kannst.
Ein Steckling kann Milben oder Eier dorthin tragen, wo du Jungpflanzen bewurzelst. Kümmere dich zuerst um den aktiven Befall. Warte, bis die Mutterpflanze gesunden, unauffälligen Neuaustrieb bildet, und kontrolliere ihn sorgfältig, bevor du weitere Stecklinge schneidest. Auch ein unauffällig wirkender Steckling kann Milben mitbringen.
Musst du eine unersetzliche Pflanze retten, halte den Steckling vom übrigen Bestand fern und kontrolliere ihn ebenso sorgfältig wie die Mutterpflanze.
Wenn Spinnmilben zurückkehren oder das Entsorgen sinnvoll ist
Wenn Spinnmilben erneut auftreten: Sobald wieder frische Schäden entstehen, beginne die Kontrolle der Sammlung noch einmal von vorn. Möglicherweise wurde eine Nachbarpflanze übersehen, Milben sitzen in dichtem Laub oder zwischen eng stehenden Trieben, die gewählte Methode hat nicht alle Stellen erreicht oder die Tiere kamen mit einer weiteren Pflanze hinzu. Notiere, wo du jetzt lebende Milben und neue Schäden findest, und prüfe alle bisherigen Anwendungen, bevor du Raubmilben ausbringst oder ein weiteres Mittel einsetzt.
Wann das Entsorgen sinnvoll sein kann: Es kann sinnvoll sein, eine Pflanze aufzugeben, wenn große Teile der Pflanze von Gespinsten überzogen sind und sie deutlich abbaut oder du sie wegen ihres dichten oder empfindlichen Wuchses nicht gründlich untersuchen kannst. Dasselbe gilt, wenn keine geeignete Behandlung verfügbar ist, du sie am getrennten Standort nicht angemessen pflegen kannst oder eine einzelne Pflanze eine deutlich größere, wertvolle Sammlung gefährdet.
Unser Ratgeber Kranke Zimmerpflanze isolieren, behandeln oder entsorgen hilft dir bei dieser Entscheidung.
Verpacke die Pflanze, bevor du sie durch die Sammlung trägst. Reinige den unmittelbaren Standort und kontrolliere die Nachbarpflanzen. Wenn du die am stärksten befallene Pflanze entfernst, verringerst du die Zahl der Milben in der Sammlung. Einzelne Tiere können allerdings bereits an anderer Stelle sitzen.
Häufige Fragen zu Spinnmilben
Sind Spinnmilben für Menschen oder Haustiere gefährlich?
Spinnmilben ernähren sich von Pflanzen und leben nicht als Parasiten auf Menschen oder Haustieren. Pflanzenschutzmittel und andere Behandlungen können jedoch eigene Sicherheitsvorgaben haben. Beachte deshalb die Angaben auf dem Etikett zu Menschen, Tieren, Lebensmitteln, Aquarien, behandelten Räumen und dem Zeitpunkt, ab dem der Raum wieder genutzt werden darf.
Was bedeutet „Rote Spinne“ oder „rote Spinnmilbe“?
Diese Bezeichnungen werden uneinheitlich für verschiedene Milben sowie für rote oder orangefarbene Entwicklungs- und Farbformen verwendet. Sie stehen nicht zuverlässig für eine bestimmte Art. Spinnmilben können blass, grünlich, orange, braun oder rot aussehen; ihre Färbung verändert sich zudem mit dem Alter und den Umweltbedingungen.
Quellen und weiterführende Literatur
Bestimmung und Biologie
- Razuvaeva, A. V., Ulyanova, E. G., Skolotneva, E. S. & Andreeva, I. V. (2023). Species identification of spider mites (Tetranychidae: Tetranychinae): a review of methods. Vavilov Journal of Genetics and Breeding, 27(3), 240–249. DOI
- Bensoussan, N., Santamaria, M. E., Zhurov, V., Diaz, I., Grbić, M. & Grbić, V. (2016). Plant-Herbivore Interaction: Dissection of the Cellular Pattern of Tetranychus urticae Feeding on the Host Plant. Frontiers in Plant Science, 7, 1105. DOI
Diagnose und praktische Bekämpfung
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Zugelassene Mittel und biologische Bekämpfung
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