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Weiche Stängel, schwarze Wurzeln? Deine Pflanze fault – was jetzt?


Wenn deine Pflanze buchstäblich auseinanderfällt


Du willst gießen – aber irgendwas stimmt nicht. Die Blätter hängen schlaff runter, obwohl die Erde noch feucht ist. Du berührst den Stängel ganz leicht, und zack – er fällt dir einfach entgegen. Und unten im Topf? Schwarze, matschige Wurzeln, die riechen, als hättest du Blumenerde mit Kompost vermischt. Wenn dir das bekannt vorkommt, hast du es mit Wurzelfäule zu tun. Und nein, du bist damit nicht allein.


Wurzelfäule gehört zu den häufigsten, aber auch am meisten unterschätzten Problemen bei Zimmerpflanzen. Es geht nicht einfach nur um „zu viel Wasser“. Es ist ein schleichender oder plötzlicher Zerfall der Wurzeln – ausgelöst durch ungünstige Bedingungen und Mikroorganismen, die genau auf solche Schwächen lauern. Wenn man nicht rechtzeitig reagiert, wird’s für die Pflanze schnell kritisch.


Aber keine Panik: Wurzelfäule kann man behandeln – und noch besser, man kann sie vermeiden. In diesem Guide erfährst du:


  • Was Wurzelfäule eigentlich ist – ohne Panik, aber mit Fakten

  • Welche Pflanzen besonders anfällig sind

  • Wie du die ersten Warnzeichen erkennst

  • Was wirklich hilft – und wie du deine Pflanzen langfristig schützt


Alle Tipps basieren auf Erfahrung, wissenschaftlichem Hintergrund und echten Lösungen – besonders nützlich für alle mit Aroiden, Marantengewächsen, Sukkulenten, Farnen oder Hoyas. Kein Ratespiel, kein Drama – einfach klare Infos, die funktionieren.




Detailaufnahme einer behandschuhten Hand, die schwarze, kranke Wurzeln einer Zimmerpflanze auf einem Tisch auseinanderzieht.
Wurzelfäule bleibt oft lange unbemerkt. Nur durch einen Blick auf das Wurzelsystem erkennst du, was unter der Erde wirklich los ist.

Inhalt:





 

1. Was Wurzelfäule wirklich ist (und was sie nicht ist)


Der Begriff klingt simpel – aber hinter „Wurzelfäule“ steckt mehr als nur zu nasse Erde. Es ist ein schrittweiser, biologischer Zusammenbruch des Wurzelsystems – oft begleitet von faulenden Stängeln. Die Pflanze bekommt keinen Sauerstoff mehr, das Milieu kippt, und Mikroben übernehmen. Es handelt sich dabei nicht um eine konkrete Krankheit, sondern um ein ganzes Syndrom, ausgelöst durch Stress (wie Staunässe) und mikrobiellen Befall.



Was dabei im Boden passiert

Wurzeln brauchen Sauerstoff – immer. Wenn die Erde dauerhaft zu nass ist, wird der Sauerstoff verdrängt. Es entstehen sauerstoffarme (anaerobe) Bedingungen, die perfekt für krankheitserregende Mikroorganismen sind, zum Beispiel:


  • Oomyceten (Wasserschimmel): z. B. Pythium, Phytophthora

  • Pilze: z. B. Rhizoctonia, Fusarium

  • Bakterien: z. B. Pectobacterium, Dickeya


Diese Keime sitzen oft schon im Substrat und schlagen zu, wenn die Wurzeln geschwächt sind – durch Staunässe, Kältestress oder mechanische Schäden. Sie zersetzen das Gewebe, bis aus gesunden Wurzeln matschige Reste werden.




Zwei Arten von Wurzelfäule


Die zeitliche Entwicklung kann ganz unterschiedlich aussehen – je nachdem, was der Auslöser war:


  • Akute Wurzelfäule: Plötzlicher Zusammenbruch nach Umtopfen, Kälteeinbruch oder Gießfehler. Stängel lösen sich auf, Wurzeln sind schwarz oder komplett weg.

  • Chronische Wurzelfäule: Viel schleichender Verlauf. Die Pflanze stagniert, Blätter werden gelb, Wurzeln sterben Stück für Stück ab – oft über Wochen unbemerkt.




Wurzelfäule ist nicht gleich „zu viel Wasser“

„Zu viel gegossen“ ist oft nur der Auslöser – nicht die Ursache. Du kannst durchaus regelmäßig gießen, wenn dein Substrat durchlässig genug ist und Sauerstoff an die Wurzeln kommt. Fäulnis entsteht erst, wenn das System dauerhaft sauerstoffarm bleibt – zum Beispiel durch zu dichte Erde, falsche Topfgröße oder schlechte Drainage.



Kurz und knapp:

  • Wurzelfäule ist ein mikrobieller Prozess, kein Gießfehler.

  • Krankheitserreger fühlen sich in verdichteter, dauerhaft nasser Erde besonders wohl.

  • Die Fäulnis beginnt oft unbemerkt – deshalb ist schnelles Handeln so wichtig.



 

2. Warum Zimmerpflanzen Wurzelfäule bekommen (und es liegt nicht nur am Gießen)


Wenn eine Pflanze Wurzelfäule hat, geben sich viele sofort selbst die Schuld: „Ich hab zu viel gegossen.“ Aber so einfach ist es selten. In den meisten Fällen ist es nicht allein das Wasser – sondern ein Zusammenspiel aus falschem Substrat, unpassendem Topf, schlechten Lichtverhältnissen und stagnierender Luft. Selbst erfahrene Pflanzenfans tappen da regelmäßig rein.


Zeit also, mit ein paar Mythen aufzuräumen – und zu zeigen, wo das Risiko wirklich lauert.


Typische Gießfehler, die Wurzelfäule auslösen können


  • Gießen nach Plan, nicht nach Bedarf

    Wenn du gießt, weil „es wieder Zeit ist“ – und nicht, weil die Erde wirklich trocken ist – bekommen die Wurzeln kaum Luft.

  • „Vorsorglich“ gießen bei schlaffen Blättern

    Viele Anzeichen von Wurzelfäule ähneln Durst – aber Wasser draufkippen verschärft das Problem nur.

  • Nur von unten gießen – ohne Drainagekontrolle

    Wenn sich unten im Topf Wasser staut, fangen die Wurzeln an zu ersticken. Und du merkst es oft zu spät.


📌 Willst du wissen, wie richtiges Gießen wirklich funktioniert? Dann wirf einen Blick in unseren Bewässerungs-Guide für Zimmerpflanzen – dort findest du alles, was du brauchst.




Substrat: Der unsichtbare Hauptgrund


  • Torfhaltige Erde, die tagelang nass bleibtDie meisten Fertigmischungen aus dem Gartencenter sind für draußen gedacht – nicht für tropische Zimmerpflanzen, die Luft an den Wurzeln brauchen.

  • Verdichtetes, altes SubstratMit der Zeit verliert Erde ihre Struktur – sie wird dicht, speichert zu viel Wasser und lässt kaum noch Sauerstoff durch.

  • Unpassende Erde für den PflanzentypSukkulenten brauchen mineralisches Substrat. Marantengewächse mögen es feucht – aber nicht sumpfig.


📌 In unserem Substrat-Guide erfährst du, welches Pflanzensubstrat zu welcher Art passt – und warum das so wichtig ist.




Topf-Probleme, die keiner sieht – bis es zu spät ist


  • Töpfe ohne AbflusslöcherKlassiker. Selbst die beste Erde wird gefährlich, wenn überschüssiges Wasser nicht abfließen kann.

  • Zu große TöpfeKleine Pflanze, großer Topf = zu viel ungenutzte Erde, die lange nass bleibt. Ein Fäulnis-Magnet.

  • Plastiktopf in Übertopf ohne BelüftungWenn unten Wasser steht, merkst du’s nicht – bis die Wurzeln längst im Faulwasser schwimmen.


📌 In unserem Umtopf-Guide zeigen wir dir, worauf du bei Topfwahl, Belüftung und Drainage achten solltest.




Raumbedingungen, die Fäulnis begünstigen


  • Wenig Licht = langsameres VerdunstenWenn kaum Licht da ist, verdunstet weniger Wasser – die Erde bleibt ewig feucht.

  • Kühle Temperaturen = niedriger WasserbedarfPflanzen nehmen bei Kälte deutlich weniger Wasser auf – die Erde wird dadurch schnell zum Feuchtbiotop.

  • Stauende Luft = Mikroben-PartyIn stickiger Umgebung vermehren sich Pilze und Bakterien schneller – vor allem in feuchtem Substrat.



Unterschätzte Überträger von Fäulnis-Erregern


  • Trauermücken übertragen z. B. Pythium

  • Ungewaschene Werkzeuge oder Töpfe schleppen Sporen mit

  • Neue Pflanzen können Erreger im Substrat versteckt mitbringen – auch wenn sie gesund aussehen



Fazit:

Wurzelfäule entsteht fast nie durch einen einzelnen Fehler. Es ist meist ein Zusammenspiel mehrerer Stressfaktoren – und genau die kannst du vermeiden, wenn du Substrat, Gießen, Topf und Standort aufeinander abstimmst.




Nahaufnahme von Ctenanthe-Blättern mit Symptomen von Überwässerung wie Vergilbung und Einrollen.
Nicht jeder Blattschaden kommt von Schädlingen oder Trockenheit – Ctenanthe und andere Marantengewächse zeigen Fäulnis oft zuerst über subtile Blattveränderungen.

3. Wurzelfäule nach Pflanzentyp: Wer besonders empfindlich ist – und warum


Nicht jede Pflanze reagiert gleich auf zu viel Feuchtigkeit. Manche haben dicke Speicherwurzeln und halten ein bisschen Nässe locker aus. Andere kippen schon um, wenn das Substrat nur leicht zu feucht bleibt. Entscheidend ist, wie die Pflanze Wasser speichert, wie ihre Wurzeln gebaut sind und welches Substrat sie braucht.


Hier kommt ein Überblick, welche Pflanzenarten besonders anfällig für Wurzelfäule sind – und worauf du achten solltest:


➜ Aronstabgewächse

(Monstera, Philodendron, Epipremnum, Anthurium, Syngonium usw.)


  • Wurzeltyp: Dicke, schwammartige Wurzeln mit hohem Sauerstoffbedarf

  • Häufiger Fehler: Zu torfige Erde + zu wenig Licht = Stillstand im Topf

  • Größtes Risiko: Wurzelfäule durch Pythium oder Phytophthora in verdichteten, dauerhaft feuchten Mischungen

🪴 Pflege-Tipp:Verwende durchlässige, grobe Aroidenmischungen mit Rinde, Perlite und Kokoschips. Niemals in zu großen Töpfen halten. Lass die obere Erdschicht immer gut antrocknen, bevor du erneut gießt.



Marantengewächse (Prayer Plants)

(Calathea, Goeppertia, Maranta, Ctenanthe)

  • Wurzeltyp: Feine, empfindliche Wurzeln, die Feuchtigkeit mögen – aber Luft brauchen

  • Häufiger Fehler: Dauerfeuchte Erde ohne Drainage

  • Größtes Risiko: Pilzbefall durch verdichtetes, sauerstoffarmes Substrat


🪴 Pflege-Tipp:Feuchte Erde ist okay – aber nur, wenn das Substrat locker und belüftet ist. Tontöpfe helfen, überschüssige Feuchtigkeit schneller loszuwerden. Vermeide Kälte und stehendes Wasser.



Sukkulenten & Caudex-Pflanzen

(Aloe, Avonia, Sansevieria/Dracaena, Zamioculcas)

  • Wurzeltyp: Wasserspeichernde Wurzeln oder knollige Caudexe, die bei Staunässe kollabieren

  • Häufiger Fehler: „Universal-Erde“ mit zu hohem Wasserhaltevermögen

  • Größtes Risiko: Bakterielle Weichfäule, die sich bei hoher Luftfeuchtigkeit explosionsartig ausbreitet


🪴 Pflege-Tipp:Nur mineralisches, sandiges Substrat verwenden – mit hohem Anteil an Bims, Lava oder grobem Sand. Erst gießen, wenn alles komplett durchgetrocknet ist. Kein Wasser im Rosettenzentrum stehen lassen!



Farne

(Schwertfarn, Asplenium, Rotschleierfarn, Microsorum)

  • Wurzeltyp: Rhizome oder faserige Wurzelgeflechte mit gleichmäßigem Feuchtebedarf

  • Häufiger Fehler: Zu nasses Substrat ohne Sauerstoffzufuhr

  • Größtes Risiko: Fäulnis durch durchnässte Erde und falsches Gießen von unten


🪴 Pflege-Tipp:Luftige Spezialsubstrate für Farne verwenden. Besser häufiger kleine Wassergaben als seltene Gießschübe. Für gute Luftzirkulation rund um den Topf sorgen.



Epiphyten

(Hoya, Orchideen, Rhipsalis usw.)

  • Wurzeltyp: Luft- oder Halb-Luftwurzeln, die in der Natur schnell abtrocknen

  • Häufiger Fehler: Wie normale Grünpflanzen behandeln und in dichter Erde versenken

  • Größtes Risiko: Stamm- und Wurzelfäule durch Staunässe in Topf oder Moos


🪴 Pflege-Tipp:Nur in sehr lockere, grobe Substrate pflanzen – z. B. Rinde, Perlite oder spezielle Epiphytenerde. Gründlich wässern, aber nie dauerhaft feucht halten. Sphagnummoos nie über längere Zeit nass lassen.



Kurz gesagt:

Auch Pflanzen, die als „feuchtigkeitsliebend“ gelten, kommen nicht mit Dauernässe oder Luftmangel klar. Wer die natürliche Herkunft und den Wurzelaufbau seiner Pflanze kennt, kann Wurzelfäule von Anfang an vermeiden.




Adenium mit faulendem Stammansatz und durchnässtem Substrat – deutlich sichtbare Bodenzerstörung durch Staunässe.
Zu viel Wasser in dichter Erde ist ein stiller Killer. Fäulnis beginnt an den Wurzeln und frisst sich hoch – oft bevor die Blätter reagieren.

4. Wurzelfäule erkennen: Frühzeitig handeln, bevor’s ernst wird


Wurzelfäule ist ein stiller Killer. Oft sieht die Pflanze oberirdisch noch ganz okay aus – während unter der Erde längst das Chaos tobt. Wenn du weißt, worauf du achten musst, kannst du rechtzeitig eingreifen und den Schlimmsten verhindern.


Hier sind die wichtigsten Warnzeichen – über und unter der Erde.


Was du oben siehst: Erste Anzeichen an der Pflanze

Oft sind es kleine Veränderungen, die auf den ersten Blick harmlos wirken – aber nicht zum Licht oder Gießverhalten passen. Wenn dir eins davon auffällt, solltest du genauer hinschauen:


  • Schlappe Blätter trotz feuchter Erde

    Der Klassiker: Die Pflanze sieht durstig aus, aber der Topf ist schwer und die Erde noch nass. Das ist ein fettes Warnsignal.

  • Gelbe Blätter im unteren Bereich

    Nicht jede Gelbfärbung bedeutet gleich Fäulnis – aber wenn es an der Basis beginnt und nach oben wandert, solltest du aufmerksam werden.

  • Plötzlicher Blattverlust

    Vor allem bei Calathea, Farnen oder Hoyas. Wenn die Wurzeln verrotten, kann die Pflanze ihre Blätter nicht mehr halten.

  • Weicher, matschiger Stängelansatz (Stamm- oder Kronenfäule)

    Wenn der Stängel direkt über der Erde weich wird, ist der Schaden meist schon weit fortgeschritten. Jetzt zählt jede Minute.

  • Kein Wachstum, obwohl alles ideal scheint

    Die Pflanze steht still, obwohl Licht, Wasser und Temperatur stimmen? Kann sein, dass die Wurzeln längst nicht mehr arbeiten.




Was unter der Erde passiert: So erkennst du es beim Umtopfen

Manchmal hilft nur eins: aus dem Topf holen und nachsehen. Klingt dramatisch, ist aber oft die einzige Möglichkeit, um Fäulnis sicher zu erkennen.


  • Wurzeln sind braun, schwarz oder gräulichGesunde Wurzeln sind hell – weiß, beige oder leicht gelblich. Alles Dunkle ist verdächtig.

  • Matschige oder hohle Wurzeln, die zerfallenWenn du leicht an einer Wurzel ziehst und sich die äußere Schicht wie weiche Spaghetti ablöst – eindeutig faul.

  • Fauliger, unangenehmer GeruchWenn’s aus dem Topf muffig, sauer oder nach Schwefel riecht: keine gute Nachricht.

  • Zerfallener WurzelballenWenn große Teile der Wurzeln einfach fehlen oder sich auflösen – und die Erde dabei noch triefend nass ist – ist die Diagnose klar.



So prüfst du die Wurzeln richtig


  1. Pflanze vorsichtig aus dem Topf nehmen

  2. Alte Erde abschütteln oder abspülen

  3. Wurzelballen mit lauwarmem Wasser säubern

  4. Bei Bedarf mit einer sauberen Schere aufschneiden: Gesunde Wurzeln sind innen fest und weiß



Tipp aus der Praxis:

Wenn du dir unsicher bist – schau lieber früher nach als zu spät. Wurzelfäule frisst sich schnell nach oben. Früh erkannt bedeutet oft: gerettet. Zu spät erkannt? Dann hilft nur noch radikaler Rückschnitt oder Stecklingsvermehrung.



Zwei Hände halten ein abgestorbenes Astrophytum mit sichtbarer Stammfäule und schwarzem Gewebe.
Sukkulenten speichern Wasser in Wurzeln und Stängeln – deshalb reagieren sie extrem empfindlich auf schnell fortschreitende Fäulnis durch Pilze oder Bakterien.



5. Die Übeltäter hinter der Wurzelfäule: Was da wirklich wütet


Wurzelfäule ist nicht einfach „zu viel gegossen“. Das Problem entsteht, wenn krankmachende Mikroorganismen geschwächte, sauerstoffarme Wurzeln angreifen – und zwar mit voller Wucht. Welche Mikroben beteiligt sind, entscheidet darüber, wie schnell die Fäulnis voranschreitet, wie schlimm sie wird und wie du dagegen vorgehen kannst.


Hier ein Überblick der wichtigsten Erreger, die bei Zimmerpflanzen regelmäßig zuschlagen:



Oomyceten: Wasserschimmel mit Tempo

Beispiele: Pythium spp., Phytophthora spp.Klingen harmlos, sind aber knallharte Pflanzenkiller – vor allem bei Aroiden, Calathea, Sukkulenten und Farnen.Fun Fact: Es sind keine echten Pilze, sondern sogenannte Wasserschimmel.


  • So verbreiten sie sich:Ihre Sporen schwimmen aktiv durchs Substrat – überall dort, wo es richtig nass und sauerstoffarm ist.

  • Typische Symptome:

    • Schnell absterbende Wurzeln

    • Plötzliche Welke trotz nasser Erde

    • Schwarze, schleimige Wurzelmasse

    • Fauler Stängelgrund (Kronenfäule)

  • Warum sie so gefährlich sind:Sie überleben monatelang im Substrat – und werden durch Gießwasser, Werkzeuge oder Trauermücken weitergetragen.


🛠️ Was hilft:Alle befallenen Wurzeln konsequent entfernen. Frisches, luftiges Substrat verwenden. Falls nötig, ein Fungizid gegen Oomyceten einsetzen – herkömmliche Pilzmittel wirken hier nicht.




Echte Pilze: Langsam, aber hartnäckig

Beispiele: Rhizoctonia solani, Fusarium spp.Diese Pilze schlagen meist bei geschwächten Pflanzen zu – oft nach Umtopfen, Temperaturschwankungen oder Lichtmangel.


  • Verbreitung:Durch Erde, Luft, Werkzeuge – vor allem in feuchter, warmer Umgebung

  • Typische Symptome:

    • Braune bis rötliche Trockenstellen an Wurzeln

    • Stammfäule („collar rot“)

    • Welke ohne sichtbare Matsche

    • Eventuell weiße Pilzfäden an der Basis

  • Warum sie so fies sind:Sie entwickeln sich langsam und bleiben lange unbemerkt. Selbst trockenes Substrat kann noch infektiös sein.


🛠️ Was hilft:Alle betroffenen Pflanzenteile abschneiden. Töpfe und Werkzeuge gründlich desinfizieren. Luftzirkulation verbessern, Luftfeuchte senken. Bei Bedarf gezielt fungizid behandeln.




Bakterien: Schnell, stinkend, tödlich

Beispiele: Pectobacterium spp., Dickeya spp.Seltener, aber besonders zerstörerisch – vor allem bei Hoyas, Orchideen, Farnen, Sukkulenten und Dracaena.


  • So verbreiten sie sich:Durch kleine Verletzungen oder aufgeweichtes Gewebe – und lieben hohe Luftfeuchtigkeit. Auch Insekten wie Trauermücken übertragen sie.

  • Typische Symptome:

    • Extrem schnelles Weichwerden des Gewebes

    • Plötzlicher Zusammenbruch von Stamm oder Caudex

    • Schwefelartiger, fauliger Gestank

    • Wässrig durchtränkte Stellen, die sich schnell ausbreiten

  • Warum sie so kritisch sind:Bakterien zerstören Zellen von innen heraus – und gegen sie wirken keine Fungizide.


🛠️ Was hilft:Sofort alles Matsche-Gewebe entfernen. Pflanze isolieren. Werkzeuge, Hände, Oberflächen desinfizieren. Bei starkem Befall: Stecklinge nehmen und neu bewurzeln.



Schnell-Check: Welche Erreger, welche Pflanzen, was tun?

Erregertyp

Typische Pflanzen

Übertragung

Symptome

Behandlung

Oomyceten

Aroiden, Calathea, Farne

Wasser, Erde, Werkzeuge

Schwarz, schleimig, Welke

Frisch topfen, spezielles Fungizid

Pilze

Hoya, Farne, Dracaena

Erde, Luft, Stress

Trockene Läsionen, Pilzfäden

Rückschnitt, Desinfektion, Luft

Bakterien

Hoya, Orchideen, ZZ, Sukkul.

Wasser, Wunden, Insekten

Weichfäule, stinkt stark

Isolieren, befallenes Gewebe raus



Eine Rhipsalis baccifera wird per Hand in frisches Substrat umgetopft, Erde liegt auf dem Tisch.
Der erste Schritt zur Rettung? Raus aus nasser, kontaminierter Erde – und rein in ein sauberes, luftiges Substrat.


6. Wurzelfäule behandeln: So rettest du deine Pflanze Schritt für Schritt


Du hast matschige Wurzeln oder ein zusammengefallenes Stämmchen entdeckt? Dann ist jetzt keine Zeit für Panik, sondern für gezieltes Handeln. Viele Pflanzen lassen sich retten – wenn du schnell, sauber und konsequent arbeitest.



Hier kommt der komplette Notfall-Plan für Wurzelfäule:


Schritt 1: Pflanze isolieren

Trenn die betroffene Pflanze sofort vom Rest deiner Sammlung. Viele Fäulnis-Erreger verbreiten sich über Wasser, Werkzeuge, Erde oder Trauermücken.


Schritt 2: Austopfen und untersuchen

  • Nimm die Pflanze vorsichtig aus dem Topf.

  • Alte Erde gründlich abschütteln oder abspülen.

  • Mit lauwarmem Wasser den gesamten Wurzelballen freilegen.

  • Bereite saubere Scheren oder Messer vor – vorher mit Alkohol oder kochendem Wasser desinfizieren.


Schritt 3: Alles matschige Wurzelmaterial entfernen

  • Schneide alle braunen, schwarzen, schleimigen oder hohlen Wurzeln ab.

  • Nur Wurzeln behalten, die fest, weiß oder hellbeige sind und Struktur haben.

  • Wenn der Stängelansatz (Krone) weich ist, musst du bis ins feste Gewebe zurückschneiden – oder überlegen, ob du direkt Stecklinge nimmst.


Schritt 4 (optional): Wurzelbereich desinfizieren

Besonders bei bakterieller oder pilzlicher Fäulnis kann das helfen:


  • Kurzes Bad in einer Lösung aus:

    • 1 Teil 3 % Wasserstoffperoxid + 2 Teile Wasser

    • oder ein gezieltes Fungizid gegen Wurzelkrankheiten

  • Wurzeln 5–10 Minuten einlegen, danach 1 Stunde an der Luft trocknen lassen.


Schritt 5: Frisch eintopfen – aber richtig


Schritt 6: Nach der Behandlung richtig pflegen

  • Nicht sofort gießen – warte, bis die obersten 5 cm der Erde komplett trocken sind.

  • Kein Dünger für 4–6 Wochen – frisch gekappte Wurzeln sind empfindlich und können verbrennen.

  • Helles, indirektes Licht – keine pralle Sonne, aber auch kein dunkles Eck.

  • Gleichmäßige Wärme und sanfte Luftbewegung (idealerweise 18–24 °C) helfen beim Regenerieren.


Schritt 7: Geduld haben und beobachten

  • Etwas Blattverlust ist normal – die Pflanze konzentriert sich auf neue Wurzeln.

  • Achte auf neue Triebe oder Wurzelbildung in den nächsten 2–4 Wochen.

  • Wenn sich nichts verbessert oder alles weiter matscht, ist eventuell der Kronenbereich befallen – dann bleibt oft nur noch die Stecklingsvermehrung.



🪴 Profi-Tipp:Wenn die Basis der Pflanze völlig hinüber ist, kannst du gesunde Teile über Stecklinge retten – z. B. über Wasser, Perlit oder halbhydroponisch. Viele Aroiden und Hoyas lassen sich unkompliziert über Stammstücke vermehren.


📌 Schau dir unseren Vermehrungs-Guide an – dort findest du Methoden, die wirklich funktionieren.


 

7. Wurzelfäule vorbeugen: So bleiben deine Wurzeln dauerhaft gesund


Wenn du einmal Wurzelfäule erlebt hast, willst du’s garantiert nicht nochmal riskieren. Die gute Nachricht: Die meisten Fälle lassen sich verhindern, wenn du ein paar Gewohnheiten anpasst. Es geht dabei nicht nur ums Gießen – sondern um das große Ganze: Substrat, Topf, Luft, Hygiene und Aufmerksamkeit.


Hier kommen die wichtigsten Stellschrauben:


💧 Gießen mit System – nicht nach Kalender


  • Gieß erst, wenn’s trocken ist. Kein fixer Rhythmus, sondern Finger rein, Stäbchentest oder Feuchtigkeitsmesser benutzen.

  • Jede Pflanze hat ihr eigenes Tempo. Eine Hoya will ganz anders behandelt werden als eine Calathea.

  • Lieber gründlich als oft. Gieß durch, bis unten Wasser rauskommt – aber lass den Topf danach vollständig abtropfen. Niemals im Wasser stehen lassen.


📌 Du willst verstehen, wann Pflanzen wirklich Wasser brauchen – und wann nicht? Dann wirf unbedingt einen Blick in unseren ausführlichen Gieß-Guide für Zimmerpflanzen. Dort findest du praktische Tipps, um Gießstress und Fäulnisgefahr dauerhaft zu vermeiden.



🌱 Substrat: Denk neu über „Blumenerde“ nach

Standarderde ist selten die beste Lösung. Nimm lieber Mischungen, die wirklich zur Pflanze passen:


  • Aroiden: grob & durchlässig – mit Rinde, Kokos, Perlit

  • Calathea/Maranta: feuchterhaltend, aber locker

  • Sukkulenten: sandig, mineralisch, gut belüftet

  • Hoya: Rindenbasiert, eventuell halbhydroponisch

  • Farne: torffrei, locker, faserig


Zugaben wie Perlit, Bims, grober Sand oder Rinde verbessern die Durchlüftung und verhindern Staunässe.


📌 Nicht sicher, welches Substrat zu deiner Pflanze passt? Im Substrat-Guide für Zimmerpflanzen zeigen wir dir, wie du das richtige Mischverhältnis findest – je nach Art, Wurzeltyp und Pflegebedarf. Ideal für gesunde, durchlüftete Wurzeln.



🪴 Topf und Setup: Nicht einfach „irgendein Übertopf“


  • Drainagelöcher sind Pflicht. Ohne Abfluss = Risiko. Punkt.

  • Topfgröße muss passen. Zu groß = zu viel feuchte Erde ohne Wurzeln → perfekte Faulzone. Lieber kleiner starten und mitwachsen lassen.

  • Atmungsaktive Töpfe helfen. Terrakotta oder Stofftöpfe lassen Feuchtigkeit besser entweichen – ideal für Pflanzen mit hohem Sauerstoffbedarf.


📌 Wie, wann und womit du richtig umtopfst – und worauf es bei Topfmaterial, Größe und Drainage ankommt – zeigt dir unser Umtopf-Guide.



🌬️ Umgebung: Luft, Licht und Temperatur im Griff


  • Luftzirkulation fördern. In dunklen Ecken oder im Winter ruhig mal mit einem kleinen Ventilator für Bewegung sorgen.

  • Kühle Räume vermeiden. Kombi aus Kälte und Feuchtigkeit ist das perfekte Rezept für Fäulnis.

  • Licht nicht vergessen. Ohne Licht verdunstet weniger Wasser – die Erde bleibt zu lange nass.


📌 Unser Licht-Guide für Zimmerpflanzen hilft dir, den passenden Standort zu finden – abgestimmt auf Lichtbedarf, Jahreszeit und Pflanzenart.



🚫 Hygiene & Quarantäne: Pflanzenpflege heißt auch Sauberkeit


  • Werkzeuge vor dem Umtopfen desinfizieren. Alkohol oder heißes Wasser reicht.

  • Neue Pflanzen immer erst isolieren. Zwei Wochen Quarantäne sind Pflicht – auch wenn sie gesund aussehen.

  • Alte Erde nicht wiederverwenden. Schon gar nicht, wenn sie mit Fäulnis in Kontakt war – die Keime überleben länger als du denkst.



🦟 Trauermücken? Sofort ernst nehmen

Diese kleinen Nervensägen sind mehr als nur lästig – sie können tatsächlich Fäulniserreger wie Pythium übertragen.


  • Lass die Erde zwischendurch abtrocknen.

  • Verwende Gelbtafeln und ggf. Nematoden.

  • Kein feuchtes Pflanzenmaterial rumliegen lassen.


📌 In unserem Trauermücken-Guide erfährst du, wie du die Plagegeister zuverlässig erkennst, bekämpfst und langfristig loswirst – inklusive Tipps zu Nematoden, Gelbtafeln und Substratkultur.



Denk immer wie eine Wurzel:

"Hab ich Luft? Wärme? Gerade genug Wasser, um zu leben – aber nicht zu ertrinken?"

Wenn du diese Frage regelmäßig beantworten kannst, hat Wurzelfäule bei dir keine Chance.



 

8. Fazit: Wurzelfäule passiert – aber du hast das jetzt im Griff


Wurzelfäule fühlt sich an wie der Super-GAU für Pflanzenfans. Und ja, manchmal ist es das auch. Eine Pflanze zu verlieren, in die du Zeit, Pflege und Herzblut gesteckt hast, ist frustrierend – richtig persönlich. Aber hier kommt die ehrliche Wahrheit: Jede*r mit Pflanzen erlebt das irgendwann. Ob du fünf Pflanzen hast oder fünfhundert. Selbst Profis erwischt es mal.


Der Unterschied? Erfahrene Pflanzenmenschen erkennen die Symptome schneller, handeln gezielter – und lernen daraus.


Also:Wenn beim nächsten Mal ein Stängel matschig wird oder Blätter plötzlich gelb fallen, wirf nicht gleich alles hin.Du hast jetzt ein ziemlich solides Wissen darüber,


  • was Wurzelfäule ist,

  • warum sie passiert

  • und wie du sie nicht nur behandelst, sondern auch langfristig vermeidest.


Du bist deiner Pflanzen-Wurzelkrise also ab sofort immer einen Schritt voraus.

Denn: Die Wurzeln sind das Fundament deiner Pflanze –und du weißt jetzt genau, wie du sie gesund hältst.



 
  1. Quellenverzeichnis:


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